Taxi-Konkurrent in Düsseldorf: Warum Uber so umstritten ist

Taxi-Konkurrent in Düsseldorf: Warum Uber so umstritten ist

Am Freitag startet der Fahrvermittlungsdienst UberPOP in Düsseldorf. Weitere Städte sollen folgen. Taxifahrer gehen auf die Barrikaden, Politiker zweifeln die Rechtmäßigkeit des Dienstes an. Aber worum geht es genau?

Der Streit zwischen dem Taxi-Gewerbe und Uber hält sich seit Wochen in den Schlagzeilen. Trotz Gegenwind und jeder Menge Ärger expandiert der amerikanische Fahrdienst in immer mehr Städte. Jüngstes Beispiel ist Düsseldorf, dort startet der Fahrvermittlungsdienst UberPop am Freitag. Köln und Stuttgart sollen folgen. Doch überall regt sich Widerstand. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Streit um den Fahrdienst.

Was ist Uber überhaupt?
Uber startete vor rund vier Jahren in San Francisco als Alternative zu Taxis, die in der kalifornischen Metropole notorisch schwer zu kriegen sind. Anfangs ging es nur darum, für etwas mehr Geld einen Chauffeur-Service mit Oberklasse-Wagen anzubieten. Inzwischen nutzt Uber seine Vermittlungsplattform auch für Dienste, bei denen Privatleute Fahrgäste mit ihren eigenen Autos mitnehmen können. Vor allem um solche Angebote entzünden sich die Streitigkeiten mit Taxi-Gewerbe und Behörden in verschiedenen Ländern.

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Wie funktioniert Uber?
Es ist eine Smartphone-App, wie man sie auch von den Taxi-Anwendungen kennt. Der Abholort wird automatisch ermittelt, der Kunde sieht die Uber-Fahzeuge in der Nähe. Der Fahrweg wird mit Hilfe von GPS berechnet, die Wagen kommen daher ohne Taxameter aus. Der Bezahlvorgang entfällt: Es wird einfach die bei Uber hinterlegte Kreditkarte belastet.

Mitfahr-App Uber erobert Düsseldorf, Köln und Stuttgart

Der Mitfahrdienst Uber expandiert trotz Ärgers in weiteren Städten. Bereits am Freitag soll der Taxi-Konkurrent in Düsseldorf starten. Die Stadt kündigt bereits Widerstand an.

Der Taxi-Konkurrent Uber will in weiteren deutschen Städten starten: Düsseldorf, Köln und Stuttgart. Quelle: REUTERS

Was stört die Taxifahrer?
Das Taxi-Geschäft überall ist vielen Regeln unterworfen. Es gibt Vorschriften für die technische Kontrolle der Fahrzeuge, die Überprüfung des Gesundheitszustands der Fahrer, spezielle Versicherungen und die Beförderungspflicht. Außerdem wird die Größe des Marktes über die Vergabe von Konzessionen eingeschränkt. So kann eine Taxi-Lizenz in New York mehr als eine Million Dollar kosten. Uber platzt mit seinen Dienstes in dieses über Jahrzehnte gewachsene Geflecht von Regeln und wirtschaftlichen Interessen.

Wie will Uber den Taxis Kunden abjagen?
Beim ursprünglichen Chaufferdienst UberBLACK waren die Argumente vor allem der Komfort einer Smartphone-App, ein schickes Auto und die automatische Abrechnung. Bei den Mitfahrdiensten in Privatautos ist Uber aber auch günstiger als herkömmliche Taxis. So kostet der Service UberPOP in Hamburg einen Euro pro Kilometer bzw. 25 Cent pro Minute. Laut Hamburger Taxentarif zahlt man dagegen jeweils 2,20 Euro für die ersten vier Kilometer, je 1,90 für die nächsten fünf Kilometer und 1,40 ab dem 10. Kilometer.

Wie stehen deutsche Behörden zu Uber?
Hamburg ging bisher am Weitesten: Die dortige Wirtschaftsbehörde verbot UberPOP. Sie will das Verbot aber zunächst nicht vollstrecken, bis es eine Gerichtsentscheidung in dem Eilverfahren gibt, das Uber gegen das Verbot angestrengt hat. Die Verträge für Uber-Fahrer sind nach Worten der Behördensprecherin Susanne Meinecke aber „mehr als sittenwidrig“: So drohe Fahrern die Kündigung der Versicherung und sie müssten eventuelle Bußgelder selber zahlen. Die anderen deutschen Städte mit Uber-Diensten - Berlin, Frankfurt, München - prüfen noch ihr Vorgehen.

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Auch in NRW steht man dem Dienst skeptisch gegenüber. Laut Medienberichten zweifelt die Landesregierung an der rechtlichen Grundlage der neuen Taxi-Konkurrenz. "Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich bei den Fahrten um genehmigungspflichtige Personenbeförderungen", sagte Bernhard Meier, Sprecher des NRW-Verkehrsministeriums, der "Rheinischen Post". Über eine solche Genehmigung verfügen die Uber-Fahrer aber offenbar nicht. Das Verkehrsministerium warnt deshalb vor hohen Bußgeldern: "Die Städte und Kreise in NRW gehen grundsätzlich konkreten Hinweisen auf eine unzulässige Personenbeförderung nach, für die Bußgelder bis zu 20.000 Euro verhängt werden können." Bußgelder könnten sich dabei "gegen die Vermittler der Dienste, aber auch gegen die fahrenden Personen richten". Auch die Stadt Düsseldorf hat bereits Widerstand angekündigt.

Wie steht Uber den Streit mit dem Taxi-Gewerbe durch?

Es gibt genug Geldgeber, die an das Uber-Modell glauben. Zuletzt bekam die Firma im Frühjahr 1,2 Milliarden Dollar von Investoren. Dabei wurde Uber insgesamt außergewöhnlich hoch mit 17 Milliarden Dollar bewertet. Das Startup will seine Plattform, die letztlich Angebot und Nachfrage zusammenbringt, für alle möglichen Bereiche einsetzen. Als ein lohnenswertes Geschäft für die Zukunft gelten Logistik-Dienste. In den USA kann man bei Uber bereits auch Eiswagen und Hubschrauber buchen. Und seit Googles Investitionssparte im vergangenen Jahr 260 Millionen Dollar in Uber steckte, wird über die Möglichkeit von Roboter-Taxis spekuliert.

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