Technische Probleme: Geplatzte Flughafeneröffnung blamiert Berlin

Technische Probleme: Geplatzte Flughafeneröffnung blamiert Berlin

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Der zukünftige Hauptstadtflughafen in Berlin-Schönefeld im April 2012.

Der neue Berliner Großflughafen BER wird später eröffnet als geplant – frühestens im August. Weniger als einen Monat vor der geplanten Eröffnung am 3. Juni sprengen technische Probleme alle Zeitpläne und Feierlichkeiten.

Dass er „stocksauer“ ist, braucht Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck kaum zu sagen, es ist offensichtlich. Die „Trauer und Tristesse“, von der Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit spricht, sie steht ihm ins Gesicht geschrieben. Und der Berliner Flughafenchef Rainer Schwarz sieht so aus, als ließe er bereits vor seinem inneren Auge die morgigen Schlagzeilen passieren. Blutdruck senkend ist auch das nicht.

Am Morgen waren die Landesregierungen auf ihrer gemeinsamen Kabinettssitzung in Potsdam von der Betreibergesellschaft nur 27 Tage vor der Eröffnung mit dieser Botschaft konfrontiert  worden: Der Großflughafen Berlin-Brandenburg (BER) startet später. Wahrscheinlich im August, zwei bis drei Monate später als geplant. Hoffentlich. Nun regiert in Berlin eine Mischung aus Fassungslosigkeit, kalter Wut und kaum verhüllter Peinlichkeit.

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Der Grund all dessen: Mängel beim Brandschutz. Der Flugbetrieb in Berlin werde bis auf weiteres von den Flughäfen in Tegel und Schönefeld abgewickelt, sagte Flughafen-Chef Schwarz auf der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz.  Es ist bereits das zweite Mal, dass die Eröffnung verschoben wurde – allerdings hatten alle Verantwortlichen Gerüchte um eine abermalige Verzögerung bislang stets zurückgewiesen, noch am vergangenen Wochenende. Eine Blamage.

Nicht müde wurden nun die Verantwortlichen der Airport GmbH zu betonen, dass die gewaltigen Sprenkleranlagen in ihrem Ausmaß weltweit einmalig seien. Alles funktioniere für sich, aber eben nicht zusammen – und die Zeit für alle vorgeschriebenen Tests sei nach Änderungen und Umplanungen zu knapp geworden.

Platzeck sagte, er erwarte bis nächsten Montag eine „ganz klare Aussage der Geschäftsführung, um dann zu einer klaren Terminaussage zu kommen“. Der einzige, der sich heute überhaupt zu entschuldigen versuchte, war deren Vorsitzender Rainer Schwarz. Er sei aber bereit, „in dieser ganz schwierigen Situation“ an dem Projekt weiter mitzuarbeiten.

Die Herren im Blitzlicht ließen eine erste Ahnung aufkommen, was die nächsten Tage passieren wird: Schuldzuweisungen werden zwischen Regierungen und Betreiber, zwischen Bauunternehmern, Architekten und Techniklieferanten hin und her gehen.

Nicht das einzige Problem

Dabei ist der Brandschutz offenbar nicht das einzige Problem, das noch einer Lösung harrt. Die Lufthansa erklärte: „Wir haben in den Testläufen in den vergangenen Tagen und Wochen feststellen
müssen, dass noch an vielen Stellen Handlungsbedarf besteht“, so die Fluggesellschaft. Nach der kurzfristigen Verschiebung erwarte die Lufthansa mit dem neuen Eröffnungsdatum eine verlässliche Planungsgrundlage. Immerhin: Auch nach der verschobenen Eröffnung will Deutschlands größte Airline an ihren Plänen für eine deutliche Ausweitung des Flugbetriebs in Berlin festhalten. Die zusätzlichen Flüge sollten in jedem Falle starten. Das meiste, so Rainer Schwarz, könne wohl auch von Tegel aus abgefertigt werden.

Zu Beginn des Flugbetriebs soll der BER eine Kapazität von 27 Millionen Passagieren haben, deren Zahl bis auf 45 Millionen ausgebaut werden kann. In Frankfurt werden derzeit mehr als 56 Millionen Fluggäste abgefertigt.

Unterstützung für den Stopp kam vom Bundesverkehrsminister: „Berlin kann sich keinen Pannenflughafen leisten“, sagte der CSU-Politiker. Zwar sei der verzögerte Starttermin bedauerlich. Aber ein reibungsloser und absolut sicherer Betrieb müsse gewährleistet sein. Das sei auch für den Ruf des neuen Flughafens wichtig.

Der allerdings dürfte zumindest bis auf weiteres gehörig ramponiert sein.

Mit Material von Reuters und dapd.

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