Tim-Hortons-Übernahme: Burger King plant Steuerflucht nach Kanada

Tim-Hortons-Übernahme: Burger King plant Steuerflucht nach Kanada

, aktualisiert 25. August 2014, 14:07 Uhr
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Tim Hortons könnte von Burger King übernommen werden.

Burger King streckt seine Fühler nach der kanadischen Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons aus. Der Deal brächte dem Burger-Brater vor allem eins: Steuer-Ersparnisse.

Der amerikanische Fast-Food-Konzern Burger King will die kanadische Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons schlucken. Verhandlungen seien bereits angelaufen, teilten die beiden Unternehmen in der Nacht zu Montag mit. Anleger reagierten begeistert: Burger Kings Aktie legte im vorbörslichen Handel in New York um mehr als 16 Prozent zu.

An der Börse weiß man: Mit dem Zukauf könnte Burger King seinen Hauptsitz nach Kanada verlegen und so Steuern sparen. Die beiden Unternehmen würden zusammen auf einen Marktwert von rund 18 Milliarden Dollar (13,6 Milliarden Euro) kommen. Davon entfallen etwa 8,4 Milliarden Dollar auf Tim Hortons.

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Die Rahmenbedingungen für den Zusammenschluss müssten noch ausgehandelt werden, hieß es. Klar ist aber schon, dass die Beteiligungsgesellschaft 3G Capital als bisheriger Burger-King-Hauptaktionär auch die Mehrheit an einem fusionierten Unternehmen halten will.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

  • Methodik

    Einmal jährlich wählt das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown die wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden.

  • Platz 10

    Domino's Pizza - Markenwert: 620 Millionen Dollar

    Die zweitgrößte Pizzamarke der Welt kommt auf 9700 Filialen weltweit - in Deutschland gibt es allerdings nur 10 Niederlassung. Neben Pizza und Pasta sind auch Chicken Wings und Sandwiches auf der Karte zu finden.

  • Platz 9

    Taco Bell - Markenwert: 1,87 Milliarden Dollar

    Auch berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5700 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fastfood-Riesens Yum!-Brands.

  • Platz 8

    Burger King - Markenwert: 1,93 Milliarden Dollar

    Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.400 Filialen in 72 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

  • Platz 7

    Wendy's- Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

    Im Markenwert wird Burger King von einem US-Traditionsnamen sogar noch knapp überholt, obwohl die Kette nur auf 6.650 Filialen kommt - und das überwiegend in Nordamerika.

  • Platz 6

    Tim Hortons - Markenwert: 2,68 Milliarden Dollar

    Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

  • Platz 5

    Pizza Hut- Markenwert: 5,31 Milliarden Dollar

    Die 11.200 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt auf die klassische italienische Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

  • Platz 4

    Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 8,22 Milliarden Dollar

    Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

  • Platz 3

    Starbucks - Markenwert: 11,9 Milliarden Dollar

    Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser.

  • Platz 2

    Subway - Markenwert: 14,31 Milliarden Dollar

    Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gehen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von einem Konzern geschlagen.

  • Platz 1

    McDonald's - Markenwert: 81,02 Milliarden Dollar

    Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 33.000 Filialen in 119 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Gemeinsam brächten es die Firmen laut eigenen Angaben auf einen Jahresumsatz von 22 Milliarden Dollar und mehr als 18.000 Läden in rund 100 Ländern. Tim Hortons ist die größte Restaurantkette in Kanada und Burger King hinter dem amerikanischen Konkurrenten McDonald's' weltweit die Nummer Zwei im Hamburger-Bratgeschäft.

Burger King geht es bei der möglichen Übernahme vor allem darum, dem amerikanischen Fiskus ein Schnippchen zu schlagen. Die Unternehmenssteuerquote in Kanada liegt laut Daten der Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG bei 26,5 Prozent, in den USA sind es rund 40 Prozent.

„Die USA haben die höchsten Unternehmenssteuern aller Industrieländer und sie sind der einzige G7-Staat, der an einem überholten Steuersystem festhält, bei dem im Ausland erzielte Gewinne zusätzlich im Inland belastet werden“, erläuterte Expertin Laura Tyson von der Universität Berkeley in Kalifornien.

Bislang machen es die US-Gesetze den Konzernen relativ leicht, den hohen Steuern aus dem Weg zu gehen. Die Verlagerung des Hauptsitzes ins Ausland - Inversion genannt - ist etwa gestattet, wenn bei einem Zusammenschluss mindestens 20 Prozent der Anteile an dem fusionierten Unternehmen an die ausländischen Aktionäre übergehen.

Dieser Steuertrick ist zwar nicht neu, doch er wird unter immer beliebter. So bemühten sich zuletzt unter anderem der Bananenhändler Chiquita und der Pharmariese Pfizer, mit diesem Motiv Wettbewerber im Ausland zu übernehmen. Die Unternehmen wandern in der Regel aber nur auf dem Papier aus. Denn Werke und Verwaltung können in den USA bleiben.

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Sollte Burger King mit seinen Abwanderungsplänen ernst machen, dürfte die politische Debatte um hohe Unternehmenssteuern und die Flucht davor in den USA weiter Fahrt aufnehmen. Die 1954 in Miami gegründete Burger-Kette ist ein uramerikanischer Markenklassiker - quasi gastronomisches US-Kulturerbe.

Präsident Barack Obama und vielen Kongressabgeordneten ist die steueroptimierende Übernahmetrickserei von US-Unternehmen ohnehin schon lange ein Dorn im Auge. Doch um etwas dagegen zu tun, müssten sich Demokraten und Republikaner erstmal auf entsprechende Maßnahmen einigen. Das ist in Washington bekanntlich nicht ganz einfach.

Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass der Konkurrent McDonald's sich im Kaffeegeschäft breiter aufstellt: In den USA bringt der Fast-Food-Gigant Kaffee in den Supermarkt, darunter auch eigene Kaffee-Kapseln.

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