Trends auf dem Luxusmarkt: Bling-Bling ist weniger in

Trends auf dem Luxusmarkt: Bling-Bling ist weniger in

Weltweit wird mehr Geld für Luxusgüter ausgegeben als je zuvor. Ausgerechnet bei persönlichen Luxusgütern wie Uhren oder Schmuck ebbt das Interesse jedoch ab. Was die Luxuskäufer stattdessen wollen.

Wer es sich leisten kann, gönnt sich was. Menschen lieben Luxus – und zwar weltweit. Insgesamt ist der Luxus-Markt 2014 um weitere sieben Prozent gewachsen – auf 865 Milliarden Euro. Das geht aus der aktuellen Studie "Luxury Goods Worldwide Market" der Managementberatung Bain & Company hervor.

Doch die Studie zeigt auch: Das Verlangen nach Bling-Bling wächst nicht mehr so rasant wie einst. Persönliche Luxusgüter – Schmuck, Uhren oder Schuhe – haben gerade einmal um zwei Prozent auf 223 Milliarden Euro zugelegt. Ein Wachstum unter Vorjahresniveau. "Langsamer, aber stabil", schreiben die Bain-& Company-Experten. Das sei "die neue Normalität im weltweiten Luxusgütermarkt."

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Die Ursache sehen die Experten in Kursschwankungen in einigen Regionen, der anhaltenden wirtschaftlichen Schwäche in Europa sowie anderen Einflüsse wie etwa der Ukraine-Krise oder verschärften Korruptions-Gesetzen in China.

Die umsatzstärksten Luxusgütersegmente 2014

  • Gesamtumsatz des weltweiten Luxusgütermarktes

    Gesamtumsatz: 865 Milliarden Euro
    Wachstum: +7% zum Vorjahr

    Quelle: Bain & Companay/Fondazione Altagamma-Studie zum globalen Luxusgütermarkt 2014: "Luxury Goods Worldwide Market Study"

  • Platz 9

    Luxus-Kreuzfahrten

    Umsatz: 1 Milliarde Euro
    Wachstum: +5% zum Vorjahr

  • Platz 8

    Luxus-Yachten

    Umsatz: 7 Milliarden Euro
    Wachstum: +2% zum Vorjahr

  • Platz 7

    Designermöbel

    Umsatz: 18 Milliarden Euro
    Wachstum: -1% zum Vorjahr

  • Platz 6

    Privat-Jets

    Umsatz: 19 Milliarden Euro
    Wachstum: +9% zum Vorjahr

  • Platz 5

    Luxus-Genussmittel

    Umsatz: 39 Milliarden Euro
    Wachstum: +2% zum Vorjahr

  • Platz 4

    Luxus-Weine und -Spirituosen

    Umsatz: 58 Milliarden Euro
    Wachstum: +5% zum Vorjahr

  • Platz 3

    Luxus-Hotellerie

    Umsatz: 150 Milliarden Euro
    Wachstum: +9% zum Vorjahr

  • Platz 2

    Persönliche Luxusgüter
    (Uhren, Schmuck, Kleidung, Schuhe und Lederwaren)

    Umsatz: 223 Milliarden Euro
    Wachstum: +2% zum Vorjahr

  • Platz 1

    Luxusautos

    Umsatz: 351 Milliarden Euro
    Wachstum: +10% zum Vorjahr

Wie eine Studie des Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) nahelegt, ist der Hunger nach Prunk und Protz vor allem in den reichen Industrie-Ländern langsam ohnehin gesättigt. Bling-Bling-Luxus "funktioniert auf aufstrebenden Märkten, auf denen es hungrige Konsumenten gibt, die gerade zu Geld kommen, Nachholbedarf haben und es sich plötzlich leisten können, das auch zu zeigen", erklärte Luxus-Forscherin Martina Kühne im Interview mit WirtschafstWoche Online.

Für die Industrienationen sagt die Forscherin eine Abkehr vom Exzess und vom rein materiellen Luxus voraus. "Was in der Folge zentral wird, ist eine Verschiebung von Produkten hin zu Erlebnissen und später zu Erfahrungen", so Kühne. Dass bei den persönlichen Luxusgüter nicht mehr ganz so übermütig konsumiert wird, heißt nicht, dass das Geld im Portmonnaie bleibt.

Wachstumstreiber im Luxus-Segement sind weiterhin Fahrzeuge. Laut Bain & Company wächst der Luxusautomarkt in diesem Jahr um zehn Prozent. Umsatz: 351 Milliarden Euro.

Insbesondere in Schwellenländern gelten Luxusautos noch als Statussymbol. Sie werden als "social enablers" begriffen, als Eintrittskarte in eine bessere Gesellschaft. Auch in den Industrienationen sind Luxuskarossen weiter angesagt, besonders wenn die Hersteller ihren Kunden die Möglichkeit zur Individualisierung geben. Dank zusätzlicher Ausstattung steigt der Preis für ein Edel-Auto dann schnell auf das Doppelte an.

Auch mit Luxus-Reisen ist gutes Geld zu machen. Egal ob Edel-Hotels, Luxus-Kreuzfahrten oder Yachten: In der Tourismus-Branche wächst Nachfrage nach Urlauben unter besten Bedingungen.

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Die Touristen lassen ihr Geld dabei nicht nur bei den Reiseanbietern. Der Luxusumsatz eines Landes stammt nämlich längst nicht mehr nur von den betuchten Einwohnern. Vor allem Europa sei von den Luxusausgaben seiner Touristen besonders abhängig, heißt es in der Studie. Mehr als die Hälfte der Luxusgüter wird von Reisenden gekauft.

Zu den größten Luxus-Märkten gehören die USA (65 Milliarden Euro) und Japan (18 Milliarden Euro). Der deutsche Luxusgütermarkt kommt auf 10,3 Milliarden Euro – ein Plus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch nicht die ganze Nation ist im Luxusrausch: Allein 3,4 Milliarden Euro entfallen auf München.

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