Trotz schwarzer Zahlen 2012: Air Berlin stellt sich auf Durststrecke ein

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Trotz schwarzer Zahlen 2012: Air Berlin stellt sich auf Durststrecke ein

Zwar konnte Air Berlin im vergangenen Jahr wieder in die Gewinnzone fliegen - das verdankte die Fluggesellschaft allerdings einem Sondereffekt. Der neue Unternehmenschef Prock-Schauer wagt noch keine Prognose für 2013.

Air Berlin hat den Anstieg der Kerosinkosten vergangenes Jahr besser im Griff gehabt. Die Ausgaben für Treibstoff seien 2012 um 7,8 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro gestiegen, teilte Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft am Mittwoch mit. Der Anstieg liegt damit unter der Preissteigerung für Öl von neun Prozent. Air Berlin begründet das mit der Ausdünnung des Netzes: Da die insgesamt geflogene Strecke um knapp drei Prozent reduziert worden war, sei auch weniger Treibstoff verbraucht worden.

Vergangenes Jahr landeten die Berliner dank des harten Sparkurses und hoher Erlöse aus dem Verkauf des Vielfliegerprogramms an Großaktionär Etihad knapp in der Gewinnzone. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 6,8 Millionen Euro. Für das Vielfliegerprogramm hatte die arabische Fluggesellschaft 184 Millionen Euro an Air Berlin überwiesen. Vor Steuern und Zinsen (EBIT) stand ein Plus von 70 Millionen Euro. Ohne den Sondereffekt durch den Etihad-Deal hätte Air Berlin allerdings wie bereits in den Vorjahren in den roten Zahlen gesteckt.

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Flugzeuge in den Farben von Air Berlin und Etihad Quelle: REUTERS

Die Fluggesellschaft rechnet mit einer längeren Durststrecke. Das Jahr 2013 werde zu einem Jahr des Umbaus, schreibt der Lufthansa-Konkurrent in seinem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht für 2012. Der „Weg zur Erlangung nachhaltiger Profitabilität“ sei länger als erwartet. Eine konkrete Prognose für Gewinn oder Verlust wagte der neue Unternehmenschef Wolfgang Prock-Schauer nicht. Noch im November hatte sein Vorgänger Hartmut Mehdorn für 2013 einen Gewinn zum Ziel erklärt.


Die wichtigsten Stationen von Wolfgang Prock-Schauer

  • Austrian Airlines

    Wolfgang Prock-Schauer, 56, startete seine Karriere in den frühen 1980er Jahren bei der heutigen Lufthansa-Tochter Austrian Airlines.

  • Jet Airways

    2003 wurde er Chef der indischen Fluggesellschaft Jet Airways und brachte sie zwei Jahre später an die Börse.

  • British Midland (BMI)

    Bei der Lufthansa versuchte Prock-Schauer ab 2009 vergeblich, deren damalige Tochter British Midland (BMI) in die schwarzen Zahlen zu hieven. Anfang 2012 wurde BMI an die British-Airways-Mutter International Airlines Group (IAG) verkauft.

  • Air Berlin

    Im Oktober 2012 wechselte Prock-Schauer zu Air Berlin. Er sieht das Unternehmen vor „großen Herausforderungen“. Für die anstehenden Veränderungen kündigte er ein hohes Tempo an.

Im Januar legte das Unternehmen deshalb das neue Sparprogramm „Turbine“ auf. Es soll die Ergebnisse bis Ende 2014 dem Geschäftsbericht zufolge um 400 Millionen Euro verbessern. Zwischenzeitlich hatte Air Berlin die Marke sogar auf 450 Millionen Euro heraufgesetzt. Die Flotte soll von zuletzt 155 auf 142 Flugzeuge schrumpfen. Von den rund 9000 Arbeitsplätzen stehen 900 auf der Streichliste.

2012 gingen die Ausgaben bereits um 250 Millionen Euro zurück.

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