TUI: Ein gutes Jahr, aber die Probleme bleiben

TUI: Ein gutes Jahr, aber die Probleme bleiben

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Das erste Jahr als Vorstandsvorsitzender ist gut gelaufen für TUI-Chef Friedrich Joussen.

von Hans-Jürgen Klesse

Der Touristikkonzern TUI hat überraschend gute Zahlen vorgelegt. Die wichtigsten Probleme sind allerdings nach wie vor ungelöst: Die teure Doppelstruktur mit der Konzernzentrale in Hannover und TUI Travel etwa.

Das erste Jahr als Vorstandsvorsitzender ist gut gelaufen für TUI-Chef Friedrich Joussen. Er hat die Kosten des Konzerns gesenkt, zum ersten Mal seit 2007 zahlt der größte europäische Touristikkonzern seinen Aktionären wieder eine Dividende. Die wichtigsten Probleme sind allerdings nach wie vor ungelöst: Die teure Doppelstruktur mit der Konzernzentrale in Hannover und der britischen Tochter TUI Travel besteht weiter, auch für den Börsengang der noch von TUI gehaltenen Anteile an der Containerreederei Hapag-Lloyd gibt es noch keinen Termin.

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Zuerst die gute Nachricht: Die TUI zahlt ihren seit Jahren an Frust gewöhnten Aktionären wieder eine Dividende. Die schlechte: Gerade mal 15 Cent bekommen die Anteilseigner an Europas größten Touristikkonzern für jede Aktie. Damit hat der seit Februar als Vorstandschef agierende frühere Vodafone-Boss Friedrich Joussen sein nach den ersten 100 Tagen gegebenen Versprechen, die TUI wieder Dividenden-fähig zu machen, eingelöst.

Auch die vorgelegten Zahlen über die Geschäftsentwicklung sind ordentlich. Der Umsatz stieg minimal von 18,3 auf 18,5 Milliarden Euro, das operative Ergebnis von 746 auf 762 Millionen Euro, was einer Umsatzrendite von gut 4 Prozent entspricht. Angesichts der Einmalbelastungen durch das Effizienzprogramm oneTUI, mit dem der neue Chef sich der von seinem Vorgänger Michael Frenzel hinterlassenen Altlasten entledigen will, ist das in Ordnung.

Auch die weiteren Aussichten sind gut: Im kommenden Jahr soll der Umsatz um zwei bis vier Prozent steigen, beim operativen Ergebnis hat Joussen sich ein Plus von sechs bis zwölf Prozent vorgenommen.

Was die Bilanz auch deutlich macht: Die TUI trägt weiterhin schwer am Frenzel-Erbe, und es wird noch lange dauern, bis die notwendigen Aufräumarbeiten beendet sind. Einige öffentlichkeitswirksame Entscheidungen hat Joussen sehr schnell umgesetzt: Der teure Firmenflieger, mit dem Frenzel gern mit Gattin und engstem Gefolge einschwebte zu Verbandstagungen einschwebte, wurde verkauft, die vielen Sponsorenverträge zum Teil gekündigt. Aus dem mit vielen Vorschusslorbeeren versehenen Toskana-Projekt Castelfalfi, wo ein ganzes Dorf zu einer Luxusferienanlage umgebaut werden sollte, hat die TUI sich zurückgezogen, für die Schrumpfung der Konzernzentrale in Hannover steht der Sozialplan.

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Allerdings hat Joussen auch noch eine ganze Reihe noch offener Großbaustellen. Die wichtigste: die aufwändige Doppelstruktur des Konzerns mit der Holding in Hannover, zu der die Hotelbeteiligungen, die Kreuzfahrtaktivitäten, die Anteile an Hapag-Lloyd und – als wertvollstes Asset – die 54-Prozent-Beteiligung an der britischen TUI Travel gehören. Bei TUI Travel wiederum sind sämtliche Veranstalteraktivitäten, also das Kerngeschäft der TUI gebündelt, auch deren größte Ländergesellschaft TUI Deutschland.

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