Tuifly und Air Berlin: Tuifly-Turbulenzen verursachen Verspätungen auch bei Air Berlin

Tuifly und Air Berlin: Tuifly-Turbulenzen verursachen Verspätungen auch bei Air Berlin

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Krankmeldungen bei Tuifly verursachen Verspätungen - auch bei Air Berlin

Bei Tuifly könnte es zu großen Veränderungen kommen. Viele Krankmeldungen haben bei dem Ferienflieger und seinem Partner Air Berlin nun die Flugpläne durcheinander gebracht.

Geduldsprobe beim Start in den Herbsturlaub: Für viele Fluggäste der Gesellschaften Tuifly und Air Berlin hat die Reise auch am Dienstag vereinzelt mit stundenlangen Verspätungen begonnen. Tuifly begründete das mit kurzfristigen Krankmeldungen ihrer Flugzeugbesatzungen. Es habe Verspätungen gegeben. „Rund 70 Prozent aller Flüge konnten jedoch pünktlich durchgeführt werden“, teilte die Airline mit.

Die Crew-Engpässe führten auch beim Partner Air Berlin zu Verspätungen und Streichungen. „Flugausfall heißt aber nicht, dass die Fluggäste nicht an ihr Ziel kommen - wir bemühen uns um Ersatz“, sagte eine Air-Berlin-Sprecherin. Betroffen waren neben den Flughäfen Berlin-Tegel, Hannover und Hamburg auch Frankfurt und Stuttgart.

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Als Hintergrund der Turbulenzen werden der Umbau der verschuldeten Air Berlin und damit einhergehende Veränderungen bei Tuifly gesehen - ein Drittel der Tui-Flotte fliegt samt Besatzung für Air Berlin. Am Freitagabend war bekanntgeworden, dass Tuifly mit dem Air-Berlin- Großaktionär Etihad und einem weiteren Partner in eine Dachholding integriert werden könnte. Arbeitnehmervertreter fürchten Job-Verluste und organisierten am Tuifly-Sitz in Hannover Krisensitzungen.

Die wichtigsten Billigflieger in Deutschland

  • Platz 10

    Aer Lingus

    Starts pro Woche: 39

    Sitze: 6.786

    Strecken: 6

    Quelle: DLR: Low Cost Monitor 1/2015

  • Platz 9

    Vueling

    Starts pro Woche: 50

    Sitze: 8.964

    Strecken: 10

  • Platz 8

    Intersky

    Starts pro Woche: 64

    Sitze: 3.732

    Strecken: 6

  • Platz 7

    Norwegian

    Starts pro Woche: 80

    Sitze: 214.880

    Strecken: 26

  • Platz 6

    flybe

    Starts pro Woche: 88

    Sitze: 7.250

    Strecken: 9

  • Platz 5

    Wizz

    Starts pro Woche: 103

    Sitze: 18.540

    Strecken: 33

  • Platz 4

    Easyjet

    Starts pro Woche: 342

    Sitze: 55.680

    Strecken: 64

  • Platz 3

    Ryanair

    Starts pro Woche: 393

    Sitze: 74.277

    Strecken: 115

  • Platz 2

    Air Berlin

    Starts pro Woche: 1.700

    Sitze: 244.986

    Strecken: 105

  • Platz 1

    Germanwings

    Starts pro Woche:1.833

    Sitze:235.068

    Strecken: 180

     

    Quelle: DLR: Low Cost Monitor 1/2015

Tuifly-Aufsichtsratschef Henrik Homann hatte die Mitarbeiter nach einer Aufsichtsratssitzung am Freitag über geplante Veränderungen unterrichtet, wonach die Airline in einem neuen Verbund aufgehen könnte. An der Holding hätte die Tui nach Medienberichten einen Anteil von 25 Prozent - sie würde noch die Abnahme eines bestimmten Anteils der Flüge garantieren. Gewerkschafter hatten sich besorgt über eine mögliche Verlagerung ins Ausland geäußert.

In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Brief an die Mitarbeiter betonte Geschäftsführer Jochen Büntgen jedoch: „Gerüchte über eine Verlagerung des Sitzes der Gesellschaft sind falsch; Tuifly ist eine deutsche Gesellschaft, die auch in Zukunft weiter am Standort Hannover operieren wird.“

Büntgen, der nach diesen Angaben in dem möglichen neuen Verbund die operative Führung übernehmen würde, schrieb zudem: „Unser Unternehmen Tuifly soll auch in einem möglichen neuen Verbund als Gesellschaft erhalten bleiben.“ Die Verhandlungen mit der Etihad über ein Zukunftsszenario dauerten noch an.

Tuifly Zahlreiche Flüge gestrichen oder verspätet

Wer am Montag mit einem Ferienflieger von Tuifly abheben wollte, musste möglicherweise unerwartet am Boden bleiben. Der Grund dafür sind laut Tuifly Crewengpässe.

Eine Boeing 737-800 von Tuifly auf dem Vorfeld des Hannover Airport in Hannover-Langenhagen. Quelle: dpa

Ein Arbeitnehmer-Krisenstab kündigte Widerstand gegen die Pläne des Konzerns an. „Das werden wir so nicht hinnehmen, da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, sagte Betriebsratschefin Karin Grobecker der Deutschen Presse-Agentur. Die Mitbestimmungsgremien seien von den Plänen des Managements überrascht worden: „Wir sind völlig entsetzt und befürchten massiven Arbeitsplatzabbau, wenn die Tuifly in eine österreichische Plattform geholt wird.“

Die Crew-Engpässe seien keine Aktion des Krisenstabs. „Aber die Betroffenheit unter dem fliegenden Personal ist groß - dass sich einige da nicht wohl und fit zum Fliegen fühlen, war zu erwarten“, so Grobecker. Sorge bereitet ihr auch die Frage, wer künftig an der zu bildenden Dach-Holding neben Etihad und Tuifly beteiligt sein wird. Zudem glaubt sie nicht an eine Garantie des bisherigen Tarifgefüges für die Tuifly-Belegschaft: „Wir zweifeln das an.“

Ähnlich sehen das die Piloten-Vereinigung Cockpit wie auch die Gewerkschaft Verdi. Das Vorgehen des Managements sei „fragwürdig, riskant und vollkommen intransparent“, betonte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. „Mit den Geheimverhandlungen zum Verkauf der Tuifly ins Ausland führt die Tui AG nicht nur frühere Sparpakete und Personalabbaurunden ad absurdum, sondern verunsichert Beschäftigte und Kunden gleichermaßen.“

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