Uber: Dem Taxi-Konkurrenten fehlen die Fahrer

exklusivUber: Dem Taxi-Konkurrenten fehlen die Fahrer

von Thomas Stölzel

Uber, das wertvollste Internet-Start-up der Welt, stößt in Deutschland auf neue Hürden: Es gibt zu wenig Fahrer. Die Industrie- und Handelskammern stocken deshalb Prüfungskapazitäten für UberX-Fahrer auf .

Der Taxi-Konkurrent Uber hat Probleme, Fahrer für sein neues legales Angebot UberX zu gewinnen. Das bestätige Uber-Deutschland-Manager Fabien Nestmann gegenüber der WirtschaftsWoche. „Der Genehmigungsprozess, den ein Fahrer durchläuft, um Mietwagenunternehmer zu werden, kann vier bis 14 Monate dauern“, klagt Nestmann.

Es mangele etwa an freien Plätzen für die nötige Prüfung an den Industrie- und Handelskammern (IHK). In einigen Städten sei für 2015 kaum noch ein Platz zu bekommen.

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Warum Uber so umstritten ist

  • Was ist Uber überhaupt?

    Uber startete vor rund vier Jahren in San Francisco als Alternative zu Taxis, die in der kalifornischen Metropole notorisch schwer zu kriegen sind. Anfangs ging es nur darum, für etwas mehr Geld einen Chauffeur-Service mit Oberklasse-Wagen anzubieten. Inzwischen nutzt Uber seine Vermittlungsplattform auch für Dienste, bei denen Privatleute Fahrgäste mit ihren eigenen Autos mitnehmen können. Vor allem um solche Angebote entzünden sich die Streitigkeiten mit Taxi-Gewerbe und Behörden in verschiedenen Ländern.

  • Wie funktioniert Uber?

    Es ist eine Smartphone-App, wie man sie auch von den Taxi-Anwendungen kennt. Der Abholort wird automatisch ermittelt, der Kunde sieht die Uber-Fahzeuge in der Nähe. Der Fahrweg wird mit Hilfe von GPS berechnet, die Wagen kommen daher ohne Taxameter aus. Der Bezahlvorgang entfällt: Es wird einfach die bei Uber hinterlegte Kreditkarte belastet.

  • Was stört die Taxifahrer?

    Das Taxi-Geschäft überall ist vielen Regeln unterworfen. Es gibt Vorschriften für die technische Kontrolle der Fahrzeuge, die Überprüfung des Gesundheitszustands der Fahrer, spezielle Versicherungen und die Beförderungspflicht. Außerdem wird die Größe des Marktes über die Vergabe von Konzessionen eingeschränkt. So kann eine Taxi-Lizenz in New York mehr als eine Million Dollar kosten. Uber platzt mit seinen Dienstes in dieses über Jahrzehnte gewachsene Geflecht von Regeln und wirtschaftlichen Interessen.

  • Wie will Uber den Taxis Kunden abjagen?

    Beim ursprünglichen Chaufferdienst UberBLACK waren die Argumente vor allem der Komfort einer Smartphone-App, ein schickes Auto und die automatische Abrechnung. Bei den Mitfahrdiensten in Privatautos ist Uber aber auch günstiger als herkömmliche Taxis. So kostet der Service UberPOP in Hamburg einen Euro pro Kilometer bzw. 25 Cent pro Minute. Laut Hamburger Taxentarif zahlt man dagegen jeweils 2,20 Euro für die ersten vier Kilometer, je 1,90 für die nächsten fünf Kilometer und 1,40 ab dem 10. Kilometer.

  • Wie stehen deutsche Behörden zu Uber?

    Behörden und auch Landesregierungen sehen den Dienst skeptisch. In Berlin und Hamburg erließen die Behörden Unterlassungsverfügung gegen Uber. Gerichte erlaubtem dem Fahrdienst aber vorläufig die Weiterfahrt. In NRW erklärte ein Sprecher des Verkehrsministeriums zu Uber: "Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich bei den Fahrten um genehmigungspflichtige Personenbeförderungen." Über eine solche Genehmigung verfügen die Uber-Fahrer aber offenbar nicht. Das Verkehrsministerium warnt deshalb vor hohen Bußgeldern.

Uber verhandelt derzeit mit den Kammern, um den Prozess zu beschleunigen – laut Nestmann mit guten Ergebnissen. Die IHK München etwa erhöht eigenen Angaben zufolge aktuell die Zahl der Prüfungstermine. „Bis Ende des Jahres werden die größeren Prüfungstermine statt einmal nun zweimal monatlich stattfinden, um die steigende Nachfrage zu bedienen“, teilte eine Sprecherin gegenüber der WirtschaftsWoche mit. An weiteren Prüfungskapazitäten werde gearbeitet.

UberX-Fahrer müssen sowohl einen Personenbeförderungsschein als auch eine Zulassung als Taxi- und Mietwagenunternehmer vorweisen. Auf diese rechtlichen Mindestanforderungen hatte sich Uber eingelassen, als Gerichte den Vorgänger-Dienst UberPop verboten hatten. Für den konnte praktisch jeder Führerscheinbesitzer fahren, was erbitterten Widerstand der Taxi-Branche auslöste.

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Die schleppende Zulassung von UberX-Fahrern bremst hierzulande die Expansion des Dienstes, der derzeit nur in München, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf und Berlin verfügbar ist. Erst wenn das Angebot funktioniert, sollen laut Uber neue Städte hinzukommen.

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