Uber: Fahrdienst-Finanzchef verlässt das Unternehmen

Uber: Fahrdienst-Finanzchef verlässt das Unternehmen

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Die Firmenzentrale von Uber in San Francisco.

Der Finanzchef des Fahrdienst-Vermittlers Uber geht. Wie auch der Google-Chef, der erst vergangene Woche seinen Rückzug ankündigte, will er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen.

Der umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber verliert laut Medienberichten seinen Finanzchef. Brent Callinicos erklärte in einer E-Mail an die Mitarbeiter, er wolle mehr Zeit mit Frau und Tochter verbringen, wie das „Wall Street Journal“ und der Finanzdienst Bloomberg in der Nacht zum Dienstag schrieben. Der Manager kam zu Uber vor rund zwei Jahren von Google. Der aktuelle Google-Finanzchef Patrick Pichette hatte erst vergangene Woche seinen Rückzug angekündigt, um mit seiner Frau um die Welt zu reisen.

Uber wurde in der Amtszeit von Callinicos zu einem beispiellos gut finanzierten Startup mit mehreren Milliarden Dollar an Investorengeldern. In jüngsten Finanzierungsrunden soll die Firma insgesamt mit 40 Milliarden Dollar bewertet worden sein.

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Warum Uber so umstritten ist

  • Was ist Uber überhaupt?

    Uber startete vor rund vier Jahren in San Francisco als Alternative zu Taxis, die in der kalifornischen Metropole notorisch schwer zu kriegen sind. Anfangs ging es nur darum, für etwas mehr Geld einen Chauffeur-Service mit Oberklasse-Wagen anzubieten. Inzwischen nutzt Uber seine Vermittlungsplattform auch für Dienste, bei denen Privatleute Fahrgäste mit ihren eigenen Autos mitnehmen können. Vor allem um solche Angebote entzünden sich die Streitigkeiten mit Taxi-Gewerbe und Behörden in verschiedenen Ländern.

  • Wie funktioniert Uber?

    Es ist eine Smartphone-App, wie man sie auch von den Taxi-Anwendungen kennt. Der Abholort wird automatisch ermittelt, der Kunde sieht die Uber-Fahzeuge in der Nähe. Der Fahrweg wird mit Hilfe von GPS berechnet, die Wagen kommen daher ohne Taxameter aus. Der Bezahlvorgang entfällt: Es wird einfach die bei Uber hinterlegte Kreditkarte belastet.

  • Was stört die Taxifahrer?

    Das Taxi-Geschäft überall ist vielen Regeln unterworfen. Es gibt Vorschriften für die technische Kontrolle der Fahrzeuge, die Überprüfung des Gesundheitszustands der Fahrer, spezielle Versicherungen und die Beförderungspflicht. Außerdem wird die Größe des Marktes über die Vergabe von Konzessionen eingeschränkt. So kann eine Taxi-Lizenz in New York mehr als eine Million Dollar kosten. Uber platzt mit seinen Dienstes in dieses über Jahrzehnte gewachsene Geflecht von Regeln und wirtschaftlichen Interessen.

  • Wie will Uber den Taxis Kunden abjagen?

    Beim ursprünglichen Chaufferdienst UberBLACK waren die Argumente vor allem der Komfort einer Smartphone-App, ein schickes Auto und die automatische Abrechnung. Bei den Mitfahrdiensten in Privatautos ist Uber aber auch günstiger als herkömmliche Taxis. So kostet der Service UberPOP in Hamburg einen Euro pro Kilometer bzw. 25 Cent pro Minute. Laut Hamburger Taxentarif zahlt man dagegen jeweils 2,20 Euro für die ersten vier Kilometer, je 1,90 für die nächsten fünf Kilometer und 1,40 ab dem 10. Kilometer.

  • Wie stehen deutsche Behörden zu Uber?

    Behörden und auch Landesregierungen sehen den Dienst skeptisch. In Berlin und Hamburg erließen die Behörden Unterlassungsverfügung gegen Uber. Gerichte erlaubtem dem Fahrdienst aber vorläufig die Weiterfahrt. In NRW erklärte ein Sprecher des Verkehrsministeriums zu Uber: "Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich bei den Fahrten um genehmigungspflichtige Personenbeförderungen." Über eine solche Genehmigung verfügen die Uber-Fahrer aber offenbar nicht. Das Verkehrsministerium warnt deshalb vor hohen Bußgeldern.

Firmenchef Travis Kalanick schrieb den Berichten zufolge, dass der Finanzexperte ihm weiter als Berater zur Seite stehen werde. Uber treibt ein sehr schnelles internationales Wachstum voran. Das Taxi-Gewerbe und Behörden werfen Uber jedoch unfairen Wettbewerb vor, weil auch Dienste vieler private Fahrer ohne die vorgeschriebenen Zulassungen vermittelt werden.

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