Uber-Finanzierungsrunde: Uber mit 50 Milliarden Dollar bewertet

Uber-Finanzierungsrunde: Uber mit 50 Milliarden Dollar bewertet

Uber hat sich die nächste Milliarde Dollar bei Investoren geholt. Dabei bewerteten die Geldgeber den Fahrten-Vermittler insgesamt mit 50 Milliarden Dollar. Das gelang vor einem Börsengang bislang nur Facebook.

Der umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber ist in seiner jüngsten Finanzierungsrunde laut Medienberichten mit 50 Milliarden Dollar bewertet worden. Die Firma aus San Francisco habe dabei insgesamt rund eine Milliarde Dollar eingesammelt, schrieben das „Wall Street Journal“ und der Finanzdienst Bloomberg am Wochenende unter Berufung auf informierte Personen. Unter den Geldgebern sei diesmal auch der Windows-Riese Microsoft, der laut Bloomberg 100 Millionen Dollar beigesteuert habe. Der Software-Konzern hatte Uber jüngst einen Teil seines Karten-Geschäfts abgegeben.

Warum Uber so umstritten ist

  • Was ist Uber überhaupt?

    Uber startete vor rund vier Jahren in San Francisco als Alternative zu Taxis, die in der kalifornischen Metropole notorisch schwer zu kriegen sind. Anfangs ging es nur darum, für etwas mehr Geld einen Chauffeur-Service mit Oberklasse-Wagen anzubieten. Inzwischen nutzt Uber seine Vermittlungsplattform auch für Dienste, bei denen Privatleute Fahrgäste mit ihren eigenen Autos mitnehmen können. Vor allem um solche Angebote entzünden sich die Streitigkeiten mit Taxi-Gewerbe und Behörden in verschiedenen Ländern.

  • Wie funktioniert Uber?

    Es ist eine Smartphone-App, wie man sie auch von den Taxi-Anwendungen kennt. Der Abholort wird automatisch ermittelt, der Kunde sieht die Uber-Fahzeuge in der Nähe. Der Fahrweg wird mit Hilfe von GPS berechnet, die Wagen kommen daher ohne Taxameter aus. Der Bezahlvorgang entfällt: Es wird einfach die bei Uber hinterlegte Kreditkarte belastet.

  • Was stört die Taxifahrer?

    Das Taxi-Geschäft überall ist vielen Regeln unterworfen. Es gibt Vorschriften für die technische Kontrolle der Fahrzeuge, die Überprüfung des Gesundheitszustands der Fahrer, spezielle Versicherungen und die Beförderungspflicht. Außerdem wird die Größe des Marktes über die Vergabe von Konzessionen eingeschränkt. So kann eine Taxi-Lizenz in New York mehr als eine Million Dollar kosten. Uber platzt mit seinen Dienstes in dieses über Jahrzehnte gewachsene Geflecht von Regeln und wirtschaftlichen Interessen.

  • Wie will Uber den Taxis Kunden abjagen?

    Beim ursprünglichen Chaufferdienst UberBLACK waren die Argumente vor allem der Komfort einer Smartphone-App, ein schickes Auto und die automatische Abrechnung. Bei den Mitfahrdiensten in Privatautos ist Uber aber auch günstiger als herkömmliche Taxis. So kostet der Service UberPOP in Hamburg einen Euro pro Kilometer bzw. 25 Cent pro Minute. Laut Hamburger Taxentarif zahlt man dagegen jeweils 2,20 Euro für die ersten vier Kilometer, je 1,90 für die nächsten fünf Kilometer und 1,40 ab dem 10. Kilometer.

  • Wie stehen deutsche Behörden zu Uber?

    Behörden und auch Landesregierungen sehen den Dienst skeptisch. In Berlin und Hamburg erließen die Behörden Unterlassungsverfügung gegen Uber. Gerichte erlaubtem dem Fahrdienst aber vorläufig die Weiterfahrt. In NRW erklärte ein Sprecher des Verkehrsministeriums zu Uber: "Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich bei den Fahrten um genehmigungspflichtige Personenbeförderungen." Über eine solche Genehmigung verfügen die Uber-Fahrer aber offenbar nicht. Das Verkehrsministerium warnt deshalb vor hohen Bußgeldern.

Insgesamt habe Uber sich damit seit der Gründung vor fünf Jahren rund 5 Milliarden Dollar bei Investoren besorgt, rechnete das „Wall Street Journal“ vor. Die finanzielle Lage von Uber ist allerdings schwer einzuschätzen: In Medienberichten hieß es bisher, dass Uber noch viel von den vergangenen Geldspritzen übrig habe. Die internationale Expansion verschlingt aber viel Geld. Das Startup ist inzwischen in rund 300 Städten in über 50 Ländern aktiv. Zugleich sorgten Konflikte mit Taxi-Branche und Regulierern - unter anderem auch in Deutschland - dafür, dass der Uber-Service vielerorts eingeschränkt oder blockiert ist.

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Die Bewertung in einer Finanzierungsrunde entscheidet darüber, welchen Anteil an einem Unternehmen die Investoren für ihr Geld bekommen. Bei insgesamt 50 Milliarden Dollar gibt es für eine Milliarde entsprechend eine Beteiligung von zwei Prozent. Die Bewertungen in den Finanzierungsrunden gelten auch als eine Richtlinie für einen späteren Börsengang.

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New Yorks Bürgermeister de Blasio zieht von seinen Forderungen nach einer Expansionsbremse für den aggressiv wachsenden Taxi-Ersatzdienst Uber überraschend zurück. Die Streitparteien einigen sich auf einen Deal.

Uber Quelle: AP

Vor Uber hatte nur Facebook vor dem Börsengang als Startup die Marke von 50 Milliarden Dollar bei der Bewertung in einer Finanzierungsrunde geknackt. Inzwischen ist das weltgrößte Online-Netzwerk an der Börse mehr als 260 Milliarden Dollar wert.

Uber war in der Finanzierungsrunde davor laut Medienberichten noch mit rund 40 Milliarden Dollar bewertet worden. In einer ähnlichen Liga spielt der chinesische Smartphone-Senkrechtstarter Xiaomi.

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