Uber: Taxi-Chef lehnt Kooperation mit „Gesetzesbrechern“ ab

Uber: Taxi-Chef lehnt Kooperation mit „Gesetzesbrechern“ ab

Man verhandle nicht mit Gesetzesbrechern ließ der Taxi-Deutschland-Chef verlauten. Der Konflikt zwischen etablierten Taxi-Unternehmen und dem Konkurrenten Uber verschärft sich dadurch.

Im Konflikt zwischen etablierten Taxi-Unternehmen mit dem aggressiv auftretenden US-amerikanischen Konkurrenten Uber keilt die Branche zurück. Man lehne jede Kooperation mit der neuen Konkurrenz ab, sagte der Chef von Taxi Deutschland, Dieter Schlenker, der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Mit Gesetzesbrechern setzen wir uns nicht an einen Tisch.“ Schlenker wies Vorwürfe zurück, die Taxi-Branche habe die Wünsche von Fahrgästen im Internet-Zeitalter zu wenig beachtet. Vier von fünf Fahrten würden inzwischen via Handy gebucht.

„Uber rechnet sich nur, weil es sich nicht an die Vorschriften zur Gesundheit der Fahrer, zum Arbeitsschutz und zur Sicherheit der Autos hält, an die wir uns halten müssen“, kritisierte Schlenker. In mehreren europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, ist Uber mit Rechtsverfahren konfrontiert.

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Warum Uber so umstritten ist

  • Was ist Uber überhaupt?

    Uber startete vor rund vier Jahren in San Francisco als Alternative zu Taxis, die in der kalifornischen Metropole notorisch schwer zu kriegen sind. Anfangs ging es nur darum, für etwas mehr Geld einen Chauffeur-Service mit Oberklasse-Wagen anzubieten. Inzwischen nutzt Uber seine Vermittlungsplattform auch für Dienste, bei denen Privatleute Fahrgäste mit ihren eigenen Autos mitnehmen können. Vor allem um solche Angebote entzünden sich die Streitigkeiten mit Taxi-Gewerbe und Behörden in verschiedenen Ländern.

  • Wie funktioniert Uber?

    Es ist eine Smartphone-App, wie man sie auch von den Taxi-Anwendungen kennt. Der Abholort wird automatisch ermittelt, der Kunde sieht die Uber-Fahzeuge in der Nähe. Der Fahrweg wird mit Hilfe von GPS berechnet, die Wagen kommen daher ohne Taxameter aus. Der Bezahlvorgang entfällt: Es wird einfach die bei Uber hinterlegte Kreditkarte belastet.

  • Was stört die Taxifahrer?

    Das Taxi-Geschäft überall ist vielen Regeln unterworfen. Es gibt Vorschriften für die technische Kontrolle der Fahrzeuge, die Überprüfung des Gesundheitszustands der Fahrer, spezielle Versicherungen und die Beförderungspflicht. Außerdem wird die Größe des Marktes über die Vergabe von Konzessionen eingeschränkt. So kann eine Taxi-Lizenz in New York mehr als eine Million Dollar kosten. Uber platzt mit seinen Dienstes in dieses über Jahrzehnte gewachsene Geflecht von Regeln und wirtschaftlichen Interessen.

  • Wie will Uber den Taxis Kunden abjagen?

    Beim ursprünglichen Chaufferdienst UberBLACK waren die Argumente vor allem der Komfort einer Smartphone-App, ein schickes Auto und die automatische Abrechnung. Bei den Mitfahrdiensten in Privatautos ist Uber aber auch günstiger als herkömmliche Taxis. So kostet der Service UberPOP in Hamburg einen Euro pro Kilometer bzw. 25 Cent pro Minute. Laut Hamburger Taxentarif zahlt man dagegen jeweils 2,20 Euro für die ersten vier Kilometer, je 1,90 für die nächsten fünf Kilometer und 1,40 ab dem 10. Kilometer.

  • Wie stehen deutsche Behörden zu Uber?

    Behörden und auch Landesregierungen sehen den Dienst skeptisch. In Berlin und Hamburg erließen die Behörden Unterlassungsverfügung gegen Uber. Gerichte erlaubtem dem Fahrdienst aber vorläufig die Weiterfahrt. In NRW erklärte ein Sprecher des Verkehrsministeriums zu Uber: "Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich bei den Fahrten um genehmigungspflichtige Personenbeförderungen." Über eine solche Genehmigung verfügen die Uber-Fahrer aber offenbar nicht. Das Verkehrsministerium warnt deshalb vor hohen Bußgeldern.

Am 18. März will das Landgericht Frankfurt eine Entscheidung zu einem möglichen Verbot treffen. Schlenker rechnet aber damit, dass der aus San Francisco stammende und von Investoren mit reichlich Kapital ausgestattete Wettbewerber „durch alle Instanzen“ klagen werde. Taxi Deutschland ist eine genossenschaftliche Vereinigung mehrerer großer Taxizentralen.

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