Ufa-Chef Wolf Bauer: "Fußball ist für die Sender ein Risiko"

InterviewUfa-Chef Wolf Bauer: "Fußball ist für die Sender ein Risiko"

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Fußball im TV lohnt sich nicht, bei YouTube dagegen ist die Ufa an den Einnahmen beteiligt.

von Peter Steinkirchner

Für den Bezahlsender Sky will der Chef von Deutschlands größtem TV-Produzenten Ufa erstmals Filme drehen, er arbeitet mit YouTube an neuen Geschäftsmodellen und wundert sich über manche Teilnehmer von Castingshows.

Bauer, 62, ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Ufa, einer Tochter des internationalen TV-Produktionskonzerns Fremantle, in dessen Vorstand Bauer auch sitzt. Fremantle gehört zur Luxemburger RTL Group, die mehrheitlich im Besitz von Bertelsmann ist. Der Jahresumsatz der Ufa liegt bei rund 300 Millionen Euro. Der gebürtige Stuttgarter studierte Publizistik und Kunstgeschichte und arbeitete ab 1976 für die ZDF-Sendung „Kennzeichen D“. 1980 wechselte Bauer zur Ufa. Er ist zudem Mitglied des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung.

WirtschaftsWoche: Herr Bauer, die Telekom, Sky, ARD und Sat.1 kämpfen um die TV-Rechte an der Bundesliga und werden dafür Hunderte Millionen Euro lockermachen. Bei anderen Programmen dagegen sparen die Sender – ärgert Sie das als TV-Produzent?

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Wolf Bauer: Fußball ist nun einmal einer der wesentlichen Quotenbringer im deutschen Fernsehen. Da verstehe ich es, dass den Sendern diese Rechte einiges wert sind. Wer in Fußball investiert, geht aber auch ein hohes Risiko ein.

Warum?

Weil dort alle paar Jahre die Karten neu gemischt werden. Es kann jederzeit ein 900-Kilo-Gorilla wie Google um die Ecke biegen und mitbieten, selbst wenn sich das für niemanden rechnet außer für die Bundesliga. Was meinen Sie wohl, was mit dem Aktienkurs von Sky passiert, wenn sie den Zuschlag für die nächste Lizenzzeit jetzt nicht bekommen?

Und deshalb bieten Sie Sky jetzt völlig uneigennützig an, Filme zu produzieren?

In Deutschland wird das Geschäftsmodell Bezahlfernsehen nur dann ein nachhaltiger Erfolg, wenn es den Zuschauern ein attraktives Angebot macht, das es anderswo nicht gibt. Deshalb wird sich bei Sky sicher die Erkenntnis durchsetzen, dass es notwendig ist, in exklusive originäre Programme zu investieren. Nur solche Rechtepakete hat man dauerhaft. Und auch sonst folgen sie richtigerweise immer stärker der HBO-Strategie.

Nach dem Vorbild des US-Bezahlsenders HBO, der erfolgreich eigene Serien wie „Sex and the City“ produzieren lässt?

Genau, Sky startet im Mai für die bei HBO eingekauften Programme den Sender Sky Atlantic und zeigt dort beispielsweise die zweite Staffel der Fantasy-Reihe „Game of Thrones“ als deutsche Erstausstrahlung. Doch der nächste Schritt muss sein, eigene Programme für den deutschen Markt zu schaffen.

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