Umbau im Verlag: Jäkel übernimmt allein das Steuer bei Gruner + Jahr

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Umbau im Verlag: Jäkel übernimmt allein das Steuer bei Gruner + Jahr

Radikalumbau beim kriselnden Zeitschriftenkonzern Gruner + Jahr: Die Dreierspitze ist Geschichte, das Unternehmen wird künftig allein von Julia Jäkel geführt. Sie gilt als entscheidungsfreudige Managerin.

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Julia Jäkel am 27.03.2013 auf der Bilanzpressekonferenz in der Verlagszentrale in Hamburg.

Der kriselnde Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr befördert seine Deutschlandchefin Julia Jäkel nach siebenmonatiger Bewährungsprobe an die Spitze des Vorstands. Das Unternehmen verkündete am Mittwoch zudem die Trennung von seinen langjährigen Spitzenmanagern Torsten-Jörn Klein und Achim Twardy, die bisher im Vorstand gleichberechtigt neben Jäkel standen, und unterstellt ihr zwei neue Vorstände.

Die Muttergesellschaft Bertelsmann unterstrich zudem Jäkels Rolle als neue starke Frau des Zeitschriftengeschäfts mit der Aufnahme der 41-Jährigen in den erweiterten Konzernvorstand. Der Hamburger Verlag zählt zu den Sorgenkindern des Medienkonzerns.

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Jäkel, früher Managerin der hauseigenen Zeitschriften "Gala" und "Brigitte", hatte nach ihrem Amtsantritt im September kurzen Prozess mit den verlustreichen Wirtschaftsmedien des Verlags gemacht. Im Dezember wurde die "Financial Times Deutschland" eingestellt, von weiteren Publikationen trennte sich der Verlag. Bertelsmann-Chef Thomas Rabe lobte Jäkel am Mittwoch als entscheidungs- und gestaltungsfreudige Managerin mit großer verlegerischer Expertise.

Julia Jäkel - Vorstand von Gruner+Jahr Vom Azubi zur Chefin

Mit Julia Jäkel im Führungstrio zieht wieder eine Frau in den Vorstand von Gruner + Jahr ein. Damit hat Jäkel innerhalb von gerade 15 Jahren eine erstaunliche Karriere hingelegt.

Julia Jäkel Quelle: dapd


Neu in den G+J-Vorstand berufen wurden die G+J-Manager Oliver Radtke und Stephan Schäfer. Der 44-jährige Radtke, der bisher das Dresdner Druck und Verlagshaus ("Sächsische Zeitung") leitete, verantwortet nun das operative Geschäft. Er soll den Konzernumbau steuern und im Vorstand "den Effizienz- und Kostenfokus" vertreten. Ihm wird Finanzchef Udo Stalleicken unterstellt - im Vorstand gibt es nun kein Finanzressort mehr.
Schäfer (38), bisher Geschäftsführer der G+J-Verlagsgruppe Life und Chefredakteur der "Brigitte", leitet das Titel- und Produktportfolio. Das bisherige Vorstandsressort für das Auslandsgeschäft wird damit ebenfalls abgeschafft. Schäfer soll die Titel des Verlags "mit Schwerpunkt auf dem deutschen Produktportfolio" weiterentwickeln.

Das Scheitern der "Financial Times Deutschland" brockte G+J den zweiten Verlust der fast 50-jährigen Verlagsgeschichte ein. Auch Probleme in Spanien und im US-Druckereigeschäft trugen dazu bei. Der Fehlbetrag belief sich im vergangenen Jahr auf elf Millionen Euro. Angesichts der Rückgänge im Anzeigengeschäft, unter denen die ganze Branche leidet, lief es aber auch operativ nicht mehr so gut wie in den Vorjahren. Wegen der Investitionen in Digitalangebote sieht sich der Verlag vor einer längeren Durststrecke. Hier will Jäkel Versäumtes aufholen, wie sie zur Bilanzvorlage Ende März erklärt hatte.

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