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Ungeklärte Personalfragen: Typisch EADS

von Rüdiger Kiani-Kreß

Bei der EADS überdeckt der scheinbare Stillstand bei der Nominierung des neuen Vorstands die Fortschritte bei der Sanierung.

Airbus A380 auf einem Flughafen in Sharm El Sheikh: Der Mutterkonzern EADS blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die jüngsten Umsatzzahlen und die vollen Auftragsbücher von EADS sind beeindruckend. Aber auch diese positive Entwicklung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der größte europäische Luft- und Raumfahrtkonzern ein Problem hat, das weit über den Streit um die deutsch-französischen Eigentümerstrukturen und den Wechsel an der Konzernspitze hinausgeht: den Mangel an Profitabilität.

Quelle: Reuters

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Gibt es bei einem Unternehmen  keine Veränderungen oder Neuigkeiten gibt, ist das normalerweise ein gutes Zeichen. Denn dann läuft alles nach Plan.

Doch der europäische Luftfahrtriese EADS ist auch in dieser Hinsicht kein normales Unternehmen. Zwar begann auch die heutige Pressekonferenz der EADS zum Jahresauftakt im Airbuswerk in Hamburg wie immer. Zum Einzug des Topmanagements ertönte dramatische Musik, im Hintergrund glänzten zwei Riesenflieger vom Typ A380, die in den nächsten Tagen ausgeliefert werden.

Und danach folgten wie in jedem der vergangenen Jahre Rekordzahlen. Doch wie gespannt die Lage ist zeigte sich, als der heutige Airbus-Vizechef Fabrice Brégier kurz stehen blieb, um auf seinem Blackberry kurz die letzten Emails zu prüfen und sofort seine Traube von Kameras um sich hatte.

Keine Veränderung

Denn leider gab es auch heute keine Neuigkeiten in der Frage, die Anleger und Öffentlichkeit am meisten interessiert: die Veränderungen im Führungsteam des Konzerns wenn der heutige Konzernchef Louis Gallois im Sommer in den Ruhestand geht. Zwar stehen die Grundzüge fest, seit vor fünf Jahren die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy nach einem längeren Streit festgelegt haben, dass im kommenden Sommer der Deutsche Thomas Enders dem heutigen französischen Konzern-Chef Louis Gallois ablöst. Die Regierungschefs vereinbarten zudem, dass dann ein Franzose statt eines Deutschen den Verwaltungsrat leiten wird und der Franzose Fabrice Brégier Airbus leitet.

Doch die Entscheidung fiel weder wie erwartet im Dezember noch wurde sie heute verkündet. Aber das ist letztlich kein Alarmzeichen, sondern eben typisch EADS und das typische Durcheinander eines hochpolitischen Konzerns.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 19.01.2012, 09:50 UhrAnonymer Benutzer: TGX

    "Voraussetzung dafür ist freilich eine grundlegende Veränderung: Dass es dem EADS-Chef im Gegensatz zu seinen Vorgängern gelingt, den Staatseinfluss zurück zudrehen ... und die bisherigen lustlosen Großaktionäre wie .... den französischen Verleger Lagardère durch Anteilseigner zu ersetzen, die das Unternehmen .... nicht nur als Jobmaschine für das eigene Land sehen."

    Wie naiv muss man eigentlich sein, um tatsächlich zu glauben, dass es Frankreich jemals zulassen wird, seinen Einfluss bei EADS zugunsten eines Privataktionärs, der ausschließlich im eigenen wirtschaftlichen Interesse handelt, zurückzufahren. Es zeugt von wenig bis gar keinem Verständnis des Autors von der französischem Psyche und insbesondere dem stets vorhandenen Prestigedenken der Franzosen. Aber was will man von deutschen Journalisten auch etwas anderes bzw. Verständnis für nationale Interessen erwarten.

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