Ungleicher Wettbewerb?: Airbnb und Co. stellen den Hotelmarkt auf den Kopf

Ungleicher Wettbewerb?: Airbnb und Co. stellen den Hotelmarkt auf den Kopf

von Hans-Jürgen Klesse

Internet-Portale wie Airbnb mischen mit der Vermittlung privater Zimmer das klassische Herbergsgewerbe auf. Deren Vertreter klagen über ungleiche Wettbewerbsbedingungen.

Im ersten Arbeiter- und Bauernstaat auf deutschem Boden waren die neungeschossigen Blocks an der Wilhelmstraße in Berlin-Mitte unweit des Brandenburger Tores der ganze Stolz ihrer Mieter. Die Ende der Siebzigerjahre errichteten Plattenbauten mit grauen Außenwänden und roten Dächern boten für DDR-Verhältnisse überdurchschnittlich viel Komfort: Alle Wohnungen hatten Balkone oder Erker, die Innenhöfe waren begrünt, im Erdgeschoss gab es Gaststätten und Läden. Ein Großteil der 900 Wohnungen bot zudem freien Blick über die Mauer in den Westen. Darum wohnten hier nur absolut linientreue Genossen wie Karl-Eduard von Schnitzler, Chefkommentator des DDR-Fernsehens.

Inzwischen ist die Mauer gefallen, die frühere Edel-Platte hat Patina angesetzt, aber die Lage ist attraktiver denn je: Die Wohnungen nach Westen bieten einen Panoramablick auf Tiergarten und die Hochhäuser am Potsdamer Platz. Adlon, Unter den Linden und Friedrichstraße liegen nur Gehminuten entfernt.

Anzeige

Grauer Übernachtungsmarkt Couchsurfing bedroht klassische Hotels

Immer mehr Übernachtungsgäste buchen lieber über das Internet eine Bleibe bei Privatleuten als im Hotel. Die Deutsche Hotellerie klagt über Wettbewerbsverzerrungen durch so genannte Couchsurfing-Angebote.

Die neuen Herausforderer der deutschen Hotellerie sind Internetportale, über die Studenten, Familien, Privat- oder Geschäftsreisende mit schmalem Budget mit ein paar Klicks Privatzimmer oder Ferienwohnungen buchen können. Quelle: dpa

Grundlegend verändert hat sich allerdings die Mieterschaft. Fast ein Drittel der Wohnungen wird heute als Ferienapartments tageweise vermietet: Bei Preisen von 120 Euro die Nacht für Wohnzimmer, zwei Schlafräume für maximal vier Gäste, Küche und Bad ein echtes Schnäppchen für kostenbewusste Berlin-Besucher.

Den Wandel verdankt das Quartier boomenden Internet-Plattformen wie Airbnb, Wimdu, Housetrip, 9Flats oder Gloveler. Die vergrätzen mit ihren privaten Zimmeranbietern und Ferienwohnungsvermietern die klassische Hotellerie – nicht nur in Berlin, sondern auch in Hamburg, München, Köln oder Düsseldorf. Während Ferienwohnungen und Privatzimmer früher durch Kleinanzeigen oder lokale Vermittler in überschaubarem Umfang Mieter fanden, machen Online-Portale daraus nun ein explodierendes Geschäft.

„Durch die neuen Internet-Buchungsmöglichkeiten entstehen virtuelle Hotels, die die klassischen Hotels kräftig aufmischen“, beschreibt Stephan Gerhard, Chef der Münchner Hotelberatungsfirma Treugast, den Trend. Das Wachstum der Privatbettenportale ist gigantisch: Marktführer Airbnb hat sein Buchungsvolumen allein 2011 um 700 Prozent gesteigert. Gloveler, nach eigenen Angaben die Nummer vier im deutschen Markt, hat den Umsatz seit der Gründung vor fünf Jahren alle zwölf Monate verfünffacht.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%