Unternehmensberatung: Der Aufstieg der Multispezialisten

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Unternehmensberatung: Der Aufstieg der Multispezialisten

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Gehört die Zukunft in der Beraterbranche wirklich nur noch global aufgestellten Multispezialisten?

von Julia Leendertse

Experten prophezeien den Aufstieg einer neuen Klasse von Megafirmen in der Beraterbranche. Galten bislang Marktführer wie McKinsey, Accenture oder PwC als Inbegriff der Großfirma in der Strategieberatung, IT-Dienstleistung und Wirtschaftsprüfung, verschwinden die bisher bekannten Unterschiede zunehmend. Doch gehört die Zukunft wirklich nur noch global aufgestellten Multispezialisten?

Noch scheint die Hackordnung in der Beraterbranche in Stein gemeißelt. In der ersten Liga spielen Strategieberater wie McKinsey oder Boston Consulting Group als die Sparringspartner der Konzernmanager für den großen Fahrplan. In der zweiten Liga tummeln sich die Wirtschaftsprüfer, die den Finanzvorstand rund um Rechnungswesen, Controlling, Risikomanagement, Compliance und Finanzen unterstützen. In der dritten Liga spielen die IT-Dienstleister und in der vierten die Berater rund ums Thema Personalmanagement. Jede Liga hat ihre eigene Preisstruktur – ganz oben werden Beratungshonorare von bis zu 5.000 Euro pro Tag fällig. IT-Berater können dagegen im Schnitt nur Tagessätze um die 800 Euro abrechnen. Die Übergänge bei der Honorierung sind zwar fließend. Doch wer in einer Liga spielt, verliert an Glaubwürdigkeit, wenn er gleichzeitig auch noch in einer anderen Liga auftreten will und sein Leistungsversprechen durch Discounterpreise konterkariert. Umgekehrt, wer in einer der unteren Ligen spielt, dem traut kein Auftraggeber Oberliga-Leistung zu.

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Die bisher bekannten Unterschiede zwischen den Beratungsanbietern verschwinden

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Glaubt man Fiona Czerniawska, Analystin des britischen Marktforschungsinstituts Source for Consulting, gerät diese feste Hackordnung derzeit jedoch trotzdem immer mehr ins Wanken. "In den kommenden Jahren werden wir den Aufstieg einer neuen Klasse von Megafirmen erleben", prognostiziert die Marktbeobachterin, die regelmäßig Beratungskunden und Berater rund um den Globus über die aktuellen Trends befragt. Czerniawska glaubt, dass die großen Beratungshäuser künftig noch größer werden. "Es wird ein neues Segment entstehen in dem alle bislang bekannten Unterschiede verschwinden: Technologiefirma, Strategieberatung, Big Four der Wirtschaftsprüferszene werden sich als Label überholen", sagt die Source-for-Consulting-Analystin.

Immer mehr Kunden entscheiden sich für die großen Prüfungs -und Beratungshäuser

Als Beleg für das Anbrechen eines neuen Zeitalters der Megafirmen in der Beraterbranche führt Czerniawska gleich mehrere Trends an: Im Zuge der weiteren Globalisierung wechselten immer mehr Klienten in Westeuropa zu den internationalen Netzwerken der großen Prüfungs- und Beratungshäuser wie PwC, KPMG, EY und Deloitte. In den USA zeichne sich bereits ab, dass die Digitalisierung neue Möglichkeiten der Kombination von Front- und Back Offices eröffne. Immer mehr Unternehmen verlagern ganze Prozessketten aus Finanzen, IT, Kundenservice, Personalwesen oder auch des Einkaufs in Shared Service Center oder zu Oursourcingdienstleistern und die WP-Gesellschaften verstehen sich darauf, genauso solche Firmenarchitekturen zu gestalten. Und auch die Beratungskunden in den Wachstumsmärkten wie China, Indien oder Brasilien verspürten zunehmend den Druck, ihre Geschäftsprozesse noch stärker auf Geschwindigkeit und Effizienz zu trimmen, um möglichst schnell zu den etablierten Marktführern auf den Weltmärkten aufzuschließen, Diese Angreifer suchten sich gerne Beratungspartner, die weltweit einen guten Namen hätten und für Best Practice stünden.

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