Unterstützung für Platini: FIFA wählt Blatter-Nachfolger erst im Februar

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Unterstützung für Platini: FIFA wählt Blatter-Nachfolger erst im Februar

, aktualisiert 20. Juli 2015, 14:51 Uhr

Der Wahltermin für den Blatter-Nachfolger steht fest. Gleichzeitig verdichten sich die Anzeichen für eine Kandidatur von Michel Platini als FIFA-Präsident. Ein anderer Blatter-Gegner positioniert sich aber ebenfalls.

Der Nachfolger des scheidenden FIFA-Präsidenten Joseph Blatter soll am 26. Februar 2016 gewählt werden. Diesen Termin für einen außerordentlichen Kongress habe das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbands in Zürich beschlossen, teilte die FIFA mit. Kurz nach der Wiederwahl für eine fünfte Amtszeit hatte der 79 Jahre alte Schweizer Anfang Juni seinen Rückzug angekündigt

Für die Wahl eines Nachfolgers von Joseph Blatter formieren sich aber jetzt schon die Widersacher des scheidenden FIFA-Präsidenten: UEFA-Chef Michel Platini hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine große Unterstützung für eine mögliche Bewerbung sicher. Der frühere Präsidentschaftskandidat Prinz Ali bin al-Hussein forderte den sofortigen Rücktritt von Blatter.

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Der Franzose Platini soll von zahlreichen Nationen um eine Kandidatur gebeten worden sein, demnach soll er die Zusagen der Konföderationen aus Europa, Asien, Südamerika und Nord- und Zentralamerika haben. Er hat bislang noch keine Entscheidung über eine eventuelle Kandidatur mitgeteilt. Für diesen Fall wird DFB-Präsident Wolfgang Niersbach als möglicher Nachfolger gehandelt.

FIFA-Skandale unter Sepp Blatter

  • Präsidentschaftswahl 1998

    Der damalige FIFA-Generalsekretär Joseph Blatter gewinnt die Präsidentschaftswahl gegen UEFA-Präsident Lennart Johansson kurz vor WM-Beginn in Frankreich. Bis heute stehen Vorwürfe über angebliche Zahlungen von je 50.000 Dollar an afrikanische Delegierte in einem Pariser Hotel im Raum, die Blatter beharrlich zurückweist.

  • ISL-Skandal (1)

    Blatters Präsidentschafts-Vorgänger Joao Havelange und dessen ehemaliger Schwiegersohn Ricardo Teixera kassierten Millionen Schmiergeld für WM-Marketing-Deals mit dem später Pleite gegangenen Vermarkter ISL.

  • ISL-Skandal (2)

    Blatter wurde von allen Verdächtigungen freigesprochen, obwohl er 1997 als Generalsekretär eine Zahlung an Havelange von 1,5 Millionen Schweizer Franken persönlich zurücküberwiesen und somit offenbar zumindest Kenntnis vom System hatte.

  • WM-Vergabe 2018 und 2022 (1)

    Schon vor der Doppel-Vergabe an Russland und Katar wurden zwei FIFA-Exekutivmitglieder wegen nachgewiesener Bestechlichkeit suspendiert. Die Vorwürfe gegen die beiden künftigen Gastgeber wurden schließlich aufwändig von der FIFA untersucht, aber von den Ethikhütern ohne maßgebliche Ergebnisse eingestellt.

  • WM-Vergabe (2)

    Der Generalverdacht wurde aber nie entkräftet. Vom damaligen Exekutivkomitee sind künftig wohl nur noch acht von damals 22 Mitgliedern in dem mächtigen Gremium.

  • Präsidentschaftswahl 2011 (1)

    Lange schien es, als könne der Katarer Mohamed bin Hammam Blatter bei der Wahl 2011 tatsächlich gefährlich werden. Dann stolperte der Funktionär kurz vor der Abstimmung über konkrete Bestechungsvorwürfe aus der Karibik. Die 35 Stimmen aus der CONCACAF-Zone galten als entscheidend.

  • Präsidentschaftswahl 2011 (2)

    Blatter hatte den Verbänden eine Million Dollar als offizielle FIFA-Zuwendung versprochen. Bin Hammam versuchte es inoffiziell mit 40.000 Dollar pro Verband – und flog auf, weil ihn andere mittlerweile der Korruption überführte Funktionäre anschwärzten.

  • WM-Tickets (1)

    Der Umgang mit von Millionen Fans begehrten WM-Tickets im Exekutivkomitee war schon häufig lax. Jack Warner trieb es 2006 auf die Spitze, als er die Vermarktung in seinem für das Turnier in Deutschland qualifizierten Heimatland Trinidad und Tobago übernahm. Sein Familienunternehmen strich angeblich 900 000 Dollar Provisionen ein.

  • WM-Tickets (2)

    Die FIFA-Untersuchungen konnte keine Verdachtsmomente gegen Warner, sondern nur gegen dessen Sohn ergeben. Warner senior kam mit einer Verwarnung davon. Warners Exko-Kollege Ismail Bhamjee aus Botswana wurde 2006 überführt, zwölf WM-Karten auf dem Schwarzmarkt verkauft zu haben.

  • WM-Tickets (3)

    2014 in Brasilien gab es Berichte über vermutlich illegal veräußerte WM-Karten aus dem Besitz des mittlerweile verstorbenen argentinischen Topfunktionärs Julio Grondona.

Blatter selbst hatte für den Wahlkongress ein Datum im kommenden Jahr bevorzugt. Vor allem die Gegner im Exekutivkomitee aus Europa um UEFA-Präsident Michel Platini und DFB-Chef Wolfgang Niersbach pochten auf eine Kür noch vor Weihnachten. Der Franzose Platini gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge seines früheren Intimus und heutigen Widersachers Blatter. Der 60-Jährige hat sich allerdings noch nicht offiziell zu einer möglichen Bewerbung geäußert.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat Platini eine große Unterstützung sicher. Der Franzose soll von zahlreichen Nationen um eine Kandidatur gebeten worden sein. Demnach soll er die Zusagen der Konföderationen aus Europa, Asien, Südamerika und Nord- und Zentralamerika haben. Für diesen Fall wird DFB-Präsident Wolfgang Niersbach als möglicher neuer UEFA-Chef gehandelt.

Bis vier Monate vor dem Wahl-Termin müssen potenzielle Anwärter die Unterstützerstimmen von fünf Mitgliedsverbänden sammeln. Die für 14 Uhr angesetzte Pressekonferenz mit Blatter und FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke wurde auf 15Uhr verschoben.

Zuvor hatte sich erstmals der unterlegene Gegenkandidat Blatters bei der Wahl Ende Mai zu Wort gemeldet. „Die Zukunft der FIFA steht auf dem Spiel“, sagte der jordanische Verbandschef und FIFA-Vizepräsident al-Hussein der Nachrichtenagentur AP. Er forderte, dass Amtsinhaber Blatter „sofort gehen“ müsse. „Er darf nicht seine Nachfolge planen und diesen Wahlprozess leiten“, betonte al-Hussein.

Weitere Artikel

Der 39-Jährige hatte Ende Mai nach dem verlorenen ersten Wahlgang gegen Blatter seine Kandidatur zurückgezogen. Al-Hussein sprach sich jetzt für eine Führungspersönlichkeit außerhalb des Sports aus für die Organisation der Neuwahlen und die Umsetzung der Reformen innerhalb des korruptionsgeschädigten Weltverbandes.

Die FIFA war nach der Festnahme von sieben Funktionären Ende Mai in Zürich wegen des Verdachts des organisierten Verbrechens, Überweisungsbetrugs und verschwörerischer Geldwäsche in schwere Turbulenzen geraten.



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