Unwetter in NRW: Eine abenteuerliche Odyssee

Unwetter in NRW: Eine abenteuerliche Odyssee

Ein Praktikant der WirtschaftsWoche berichtet darüber, wie er das Unwetter persönlich erlebte.

Gemütlich im Zug sitzend, schrieb ich gerade einen Bericht und erwartete meine baldige Ankunft in Düsseldorf, dem Ziel meiner Reise. Jedoch ahnte ich nicht, was für eine abenteuerliche Odyssee mir auf den letzten 40 Kilometer noch bevorstehen würde. Gerade in den Essener Hauptbahnhof eingefahren, entlud sich das Gewitter in seiner vollen Stärke und setzte damit auch meiner Zugfahrt ein abruptes Ende. Über eine Lautsprecherdurchsage vernahm ich, dass ein Stromausfall den gesamten Bahnverkehr lahmgelegt hatte. Von Essen fuhr kein Zug mehr weg und ich, ein Schweizer, der zum ersten Mal in seinem Leben in dieser Region in Deutschland unterwegs war, begann zu realisieren: Du sitzt jetzt hier fest.

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Innerhalb kürzester Zeit war der beschauliche Bahnhof in Essen von umherirrenden Menschen geflutet. Ein Bild wie in einem Ameisenbau. Als ortsunkundiger „Tourist“ und in der Hinsicht typischer Schweizer setzte ich nun meine ganze Hoffnung auf die Deutsche Bahn und ihre Fähigkeiten, in diesem sich anbahnenden Chaos irgendwie Ordnung zu schaffen. In der Menschenmenge suchten meine Augen nach erkennbaren Mitarbeitern der DB, nach Infoposten, einfach nach irgendjemandem, der so aussah, als wüsste er oder sie etwas, das mir weiterhelfen könnte. Fehlanzeige!

Unwetter Auf den Gewittersturm folgt das Info-Chaos

Niemand macht ARD, ZDF oder der Deutschen Bahn einen Vorwurf, wenn ein Gewittersturm tobt - aber das anschließende Informationschaos hat das Trio selbst verschuldet.

Anzeigetafel weist am 10.06.2014 im Hauptbahnhof in Hannover Quelle: dpa

Außer dem üblichem Informationsschalter gab es nichts, keine weiterführende Durchsagen und keine Infopanels. Auf der elektronischen Fahrplananzeige prangte nur die Überschrift: „Der gesamte Zugverkehr fällt aus!“. Ich begann zu ahnen, dass meine Hoffnung arg enttäuscht werden sollten.

Selbst der Informationsschalter war eine herbe Enttäuschung. Die drei (!) Mitarbeiter, die dort beschäftigt waren, konnten nach elend langem anstehen in keiner Weise weiterhelfen. Es wurden Broschüren ausgehändigt! Fragen nach alternativen Möglichkeiten in die nächste Stadt zu gelangen oder dem Ausmaß der Störung konnten nicht beantwortet werden. Für Personen mit bereits bezahlten Tickets könnten sie ein Ersatzticket für die Weiterreise per Taxi aushändigen. Es stellte sich aber heraus, dass dazu nur ein spezifisches Taxiunternehmen in Frage kam, mit welchem die Deutsch Bahn einen entsprechenden Vertrag habe. Logischerweise war dieses Unternehmen in jener Situation heillos überlastet und so wurde man vorerst auf das nächste, freie Taxi vertröstet.

Nach einer gewissen Zeit mussten selbst die Mitarbeiter der Deutschen Bahn jedoch einsehen, dass die Leute so noch bis zum nächsten Abend hier festsitzen würden. Es waren einfach zu viele! So ging man dazu über, Taxi-Gutscheine an kleine Gruppen mit demselben Reiseziel auszuhändigen, mit denen man vor dem Bahnhof selber nach einem Taxi suchen konnte. Glücklicherweise stieß ich rasch auf eine Gruppe, die ebenfalls nach Düsseldorf musste und so wähnte ich schon das baldige Ende meines unliebsamen Aufenthalts im Essener Bahnhof. Doch auch diese Erwartung stellt sich als fehlgeleitet heraus, denn nun begann der wirkliche surreale Teil des Abenteuers.

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