UPS bläst TNT-Kauf ab: Schade für die Deutsche Post

KommentarUPS bläst TNT-Kauf ab: Schade für die Deutsche Post

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Die deutsche Post bleibt Marktführer, doch die Fusion von UPS und TNT hätte für den Bonner Konzern auch Vorteile gehabt.

von Christian Schlesiger

Die EU verpasst UPS einen Dämpfer. Der Logistikkonzern darf TNT wohl nicht übernehmen und zieht seine Offerte voraussichtlich zurück. Für die Deutsche Post nur auf den ersten Blick eine gute Nachricht.

Es scheint, als könne die Deutsche Post aufatmen. Der amerikanische Logistikkonzern UPS zieht sein Übernahmeangebot von TNT aller Voraussicht nach zurück. Für rund fünf Milliarden Euro wollte der Expressdienstleister den kleinen Konkurrenten aus Amsterdam schlucken. Doch der Widerstand bei der Europäischen Kommission gegen den Deal ist offenbar zu groß, ließ UPS wissen. Nun gilt das Aus der Übernahme als sicher.

Auf den ersten Blick ist das eine gute Nachricht für die Deutsche Post. Der Bonner Konzern bleibt im Geschäft mit dem schnellen Transport von Paketen und Dokumenten vor allem im wichtigen Markt Europa unangefochten Marktführer. So kommt DHL nach eigenen Angaben auf einen Marktanteil von rund 41 Prozent. UPS und TNT wären zusammen in etwa genau stark geworden – ohne TNT verharrt UPS auf einem Anteil von 23 Prozent. Auch in anderen Regionen mit Ausnahme der USA kann DHL seine Marktführerschaft verteidigen.

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Fusion hätte der Post nützen können

Doch auf den zweiten Blick wäre ein Zusammenschluss von UPS und TNT für die Bonner gar nicht so schlecht gewesen. Zum einen hätten beide Unternehmen alle Hand zu tun, die unterschiedlichen IT-Systeme, Flotten und Kulturen zusammen zu führen. Wie schwierig das ist, weiß die Deutsche Post aus leidvoller Erfahrung. Der missglückte Kauf des US-Logistikers Airborne hat den Konzern rund 7,5 Milliarden Euro gekostet. So etwas hätte auch UPS und TNT passieren können. Unter Marktbeobachtern galt TNT ohnehin "nicht als optimaler Partner für UPS", sagt der Hamburger Unternehmensberater Horst Manner-Romberg.

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Zudem hätte der Kauf von TNT aus vier Marktteilnehmern in Europa drei gemacht. Die Marke TNT wäre in den kommenden Jahren vom Markt verschwunden. Das war erklärtes Ziel der Amerikaner. Damit wäre auch der Preisdruck gemindert worden. TNT gilt in Europa als kleines, aber aggressives und wendiges Unternehmen, das häufig mit niedrigen Preisen angetreten ist. Ohne TNT wäre das Preisniveau wohl dauerhaft höher ausgefallen. Genau deswegen hat die Europäische Kommission auch ihre Vorbehalte gegenüber USP geäußert. "Die Entscheidung ist auch nachvollziehbar", sagt Manner-Romberg.

Die Deutsche Post wäre mit einer anderen Entscheidung der Kommission sicher besser gefahren. Größter Verlierer der abgeblasenen TNT-Übernahme durch UPS ist aber die holländische Post, die noch 30 Prozent an dem Unternehmen TNT Express hält. Der Aktienkurs sackte zwischenzeitlich um mehr als 35 Prozent ab.

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