Urlaub auf dem Schiff: Flusskreuzfahrten bleiben ein schwieriges Geschäft

Urlaub auf dem Schiff: Flusskreuzfahrten bleiben ein schwieriges Geschäft

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Während immer mehr Leute Urlaub auf einem Hochseekreuzer machen, haben die Flusskreuzer mit Hochwassern und Passagierrückgängen zu kämpfen

von Hans-Jürgen Klesse

Hochseekreuzfahrten werden bei deutschen Touristen immer beliebter - doch die Veranstalter von Flussfahrten machen schwierige Zeiten durch.

Für die rund 30 in Deutschland aktiven Anbieter war 2013 das zweite schwierige Jahr in Folge. Unglücke mit Flusskreuzern wie auf dem Rhein in Holland machen das Geschäft nicht einfacher.

Insgesamt haben im vergangenen Jahr 406.614 deutsche Urlauber eine Flusskreuzfahrten unternommen, fast sieben Prozent weniger als 2012. Entsprechend geringer ist auch der Umsatz in diesem Segment ausgefallen: Knapp 417 Millionen Euro konnten die Veranstalter einnehmen, fast 40 Millionen Euro oder 8,5 Prozent weniger als 2012.

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Ein Vergleich der Ergebnisse ist allerdings nur eingeschränkt möglich, da seit 2013 die Kosten für An- und Abreise herausgerechnet werden. In den Jahren davor waren sie bei einigen Veranstaltern im Umsatz enthalten, bei anderen nicht.

Streik und Hochwasser bedrohen die Flusskreuzer

Flusskreuzfahrer ließen sich ihren Urlaub im Schnitt 142 Euro pro Tag kosten, 2,50 Euro mehr als im Vorjahr. Der durchschnittliche Preis für eine Flusskreuzfahrt sank von 1043 Euro auf 1025 Euro. Der Grund ist zum einen die von 7,5 auf 7,2 Tage leicht gesunkene durchschnittliche Reisedauer, zum anderen die veränderte Berechnung der Umsätze.

Zu den Hauptursachen für den Rückgang zählte das Hochwasser Ende Mai bis Anfang Juni 2013, von dem fast alle Flüsse und Fahrtgebiete gleichzeitig betroffen waren. Hinzu kam ein deutschlandweiter Streik der Schleusenwärter von Juli bis September. Beides führte mehrere Wochen dazu, dass Reisen abgesagt werden mussten oder Mehraufwendungen für Umroutungen, zusätzliche Passagiertransporte oder Störungen der Logistikketten bei der Versorgung der Schiffe notwendig wurden.

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Hauptstörfaktor war aber die instabile politische Lage in Ägypten, die sich negativ auf die Nachfrage von Nilkreuzfahrten auswirkte. Der Nil ist nach Donau und Rhein das beliebteste Fahrtgebiet für deutsche Flusskreuzfahrtpassagiere. Ausgerechnet dort hat sich die Zahl der Reisenden um mehr als 40 Prozent verringert.

Würde man Hochwasser, Schleusenwärterstreik und das Minus auf Nil herausrechnen, sieht die Bilanz der Flussveranstalter deutlich besser aus: „Dann zeigt sich, dass das Passagieraufkommen aus Deutschland innerhalb des europäischen Fahrtgebietes von Flusskreuzfahrtschiffen auch 2013 gewachsen ist“, sagt Robert Straubhaar, Präsident IG RiverCruise.

Die europäische Flusskreuzfahrtbranche trägt in erheblichem Maß zur Wertschöpfung der Binnenschifffahrt bei. Sie produziert pro Jahr ein Volumen von über 850.000 Flusskreuzfahrten, sichert dabei direkt 9700 Arbeitsplätze auf den Schiffen und weitere 3000 bei Reedereien an Land. Hinzu kommen circa 9300 indirekt von der Flusskreuzfahrt abhängige Arbeitsplätze bei Zulieferern und Serviceanbietern an Land. Allein die deutsche Veranstalter haben 2013 rund 500 Millionen Euro für 22 neue Schiffe investiert.

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