Valley Talk: Die gefährliche Debatte um den Dreamliner

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Japanische Ermittler haben die Ursachen für undichte Treibstoffstellen und andere Probleme der Boeing identifiziert, untersuchen aber immer noch das ernstere Batterieproblem, das einen Notlandung im Januar erzwang und die weltweite Erdung der Düsenflugzeuge zur Folge hatte . Das Transportministerium gab am Freitag, dem 22. Feb, die Ergebnisse seiner Untersuchung über die Probleme frei, die mit 787 Dreamliner-Düsenflugzeugen im Januar auftraten.

Kolumne von Matthias Hohensee

Boeings Probleme mit dem High- Tech-Jet Dreamliner entfachen die riskante Diskussion über den Wert externer Innovationen von Neuem.

Ein Traum sollte die 787, Boeings superfortschrittliches, treibstoffsparendes Flugzeug mit dem Beinamen Dreamliner, werden. Stattdessen entwickelt sich der High-Tech-Jet eher zum Albtraum für den Flugzeugbauer. Das jüngste Startverbot der 50 ausgelieferten Maschinen wegen entflammbarer Lithium-Ionen-Batteriepacks ist nur das letzte in einer Reihe von Problemen.

Der Langstreckenflieger, der vor allem dank des Rumpfs aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff weniger Sprit verbraucht als Boeings angejahrter Bestseller 767, liegt Jahre hinter dem Plan. Schon 2008 sollte ausgeliefert werden, was zuerst Probleme mit der Bordelektronik vereitelten.

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US-Medien Dreamliner könnte im April wieder starten

Am Freitag will Boeing laut US-Medien den Behörden Reparaturvorschläge unterbreiten. Es kann aber noch dauern, bis der "Dreamliner" wieder in die Luft geht. Boeing und die zuständigen Behörden halten sich bedeckt.

huGO-BildID: 29955002 ARCHIV - A United Airlines Boeing 787 Dreamliner sits parked at George Bush Intercontinental Airport in Houston, Texas, USA, 17 January 2013. The Federal Aviation Administration grounded Boeing's newest jetliner until the risk of battery fire is resolved. EPA/AARON M. SPRECHER (zu dpa "US-Medien: Boeing «Dreamliner» könnte im April wieder abheben" vom 21.02.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Und nach dem Batteriedesaster müssen sich Boeing-Entwickler derzeit zähneknirschend Ratschläge von außen gefallen lassen. Etwa vom Elektroautohersteller Tesla Motors aus dem Silicon Valley, dessen Chef Elon Musk empfiehlt, die Batteriezellen weniger dicht zu packen, damit sie stärker von der Luft gekühlt werden können.

Wie schnell Boeing eine Lösung findet, ist unklar. Konkurrent Airbus verzichtet lieber auf Lithium-Ionen-Akkus und setzt auf die bewährte, aber umweltschädlichere Nickel-Cadmium-Variante. Was bleibt, ist der Imageschaden. Und die Gefahr, dass sich selbst bei einer praktikablen Lösung der Gedanke bei den Passagieren festsetzt, dass es sich bei dem Dreamliner um ein unsicheres Flugzeug handelt. Verschwörungstheorien sind schwer auszumerzen.

Gefährliche Debatte

Weniger prominent, aber nicht minder gefährlich ist aber auch die wieder aufflammende Debatte um die Strategie bei Entwicklung und Bau des Dreamliners – und die Rolle von Outsourcing. Denn um schneller zu sein, die Erfahrung von Zulieferern auszuschöpfen und Kapital zu sparen, hatte Boeing ungewöhnlich viele Arbeiten am Dreamliner an externe Auftraggeber erteilt.

Statt in eigenen Werken wurden Rumpf und Tragflächen von Zulieferern in Japan und Italien produziert. Auch die Lithium- Ionen-Batterie stammt von einem japanischen Unternehmen.

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