Vergleichsstudie: Deutsche Kliniken versagen bei Herzinfarkten

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exklusivVergleichsstudie: Deutsche Kliniken versagen bei Herzinfarkten

von Cordula Tutt

Wer in Berlin nachts einen Herzinfarkt erleidet, hat schlechtere Überlebenschancen als zum gleichen Zeitpunkt in der österreichischen Hauptstadt Wien.

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Rettungsstelle in einem Berliner Krankenhaus

Das ist das Ergebnisse einer vergleichenden Studie durch den Gesundheitsökonomen Reinhard Busse von der TU Berlin, die der WirtschaftsWoche vorliegt. Der Grund für die unterschiedliche Versorgung: Während die Patienten in Berlin in 20 Kliniken mit Herzkatheter-Laboren behandelt werden, gibt es in Wien nur sechs solcher Kliniken, in denen Herzspezialisten auf diese Behandlungen spezialisiert sind.

Von diesen sechs Herzkliniken in Wien leiste auch nur eine Klinik Nachtdienst, dafür aber mit qualifizierten und ausgeruhten Ärzten. In Berlin dagegen würden Infarktpatienten nachts oft von Assistenzärzten behandelt, die schon seit dem Morgen im Einsatz sind, so Busse.

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Das sind typische Männerkrankheiten

  • Darmkrebs

    Auch wenn Frauen von Darmkrebs ebenso betroffen sein können wie Männer, liegt die Erkrankungsrate bei Männern rund 20 Prozent höher als bei Frauen, berechnet das Robert-Koch-Institut. 2014 prognostiziert das Institut mehr als 35.000 Neuerkrankungen an Darmkrebs unter Männern.

  • Diabetes

    Rund eine Millionen Männer erkranken jährlich an Diabetes, einer Berechnung der AOK zur Folge. Damit liegt die Zahl der Neuerkrankungen bei Männern knapp doppelt so hoch wie die von Frauen.

  • Herzinfarkt

    Nach Angaben der Gesundheitsberichterstattung des Bundes zählt der Herzinfarkt zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Besonders gefährdet: Übergewichtige Männer.

  • Prostatakrebs

    Mit mehr als 63.000 Neuerkrankungen jährlich ist der Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung unter Männern, so das Robert-Koch-Institut. Besonders gefährdet sind Männer ab 35 Jahren.

  • Schlaganfall

    Rund 200.000 Deutsche erleiden jedes Jahr einen Schlaganfall. Meist müssen die Betroffenen anschließend mit gravierenden Einschränkungen im Alltag leben. Im Alter von 65 bis 74 Jahren erleiden dabei Männer besonders häufig einen Schlag.

  • Testosteron-Mangel

    Das Königshormon des Mannes sorgt für Müdigkeit und Abgeschlagenheit, wird es nicht ausreichend produziert. Hauptgrund für eine solche Mangelproduktion sind Stress und Überanstrengung. Die Folge: Abgeschlagenheit und gesunkenen Leistungsfähigkeit.

„In Deutschland haben wir mehrere tausend Tote im Jahr mehr als sein müssten“, sagt Busse der WirtschaftsWoche. „Es ist auch Steuerverschwendung, wenn die staatliche Krankenhausplanung nicht entscheidet, wer welche Leistung bieten soll.“ Von 100 Infarktpatienten stürben bei uns neun, in Österreich weniger als acht, in Tschechien knapp sieben.

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