Versand-Handel: Hermes-Chef: Zusteller sollen die Busspur nutzen dürfen

ThemaLogistik

InterviewVersand-Handel: Hermes-Chef: Zusteller sollen die Busspur nutzen dürfen

Bild vergrößern

Hermes-Chef Hanjo Schneider im Interview mit WirtschaftsWoche.

Der Otto-Vorstand Hanjo Schneider möchte mit Hermes-Transportern auf Busspuren fahren. Im Interview plädiert er zudem für gemeinsame Paketboxen mit den Wettbewerbern.

WirtschaftsWoche: Herr Schneider, der E-Commerce-Markt wächst, die Otto-Pakettochter Hermes profitiert und stellt immer mehr Pakete zu. Droht den Großstädten auch durch Ihre Transporter bald das Verkehrschaos?

Hanjo Schneider: Das Thema City-Logistik wird zunehmend eine Herausforderung. Deshalb bin ich dafür, dass Zusteller in großen Städten die Busspur nutzen dürfen, wenn sie mit Elektrofahrzeugen oder alternativen Antrieben unterwegs sind. Die Politik sollte solche Initiativen unterstützen, wenn die Innenstädte dadurch von Abgasen befreit und der Verkehr entzerrt wird.

Anzeige

Wäre es dann nicht sogar sinnvoller, wenn alle Zusteller mit einem gemeinsamen Auto zustellen würden?

Das ist sicherlich ein Aspekt, über den die Branche künftig nachzudenken hat. In Großstädten könnten neutrale Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen, die dann für Hermes, die Post, GLS und DPD gemeinsam zustellen. Aus Verantwortung für die Umwelt müssen wir auf jeden Fall offen sein, solche Themen zu diskutieren. Selbst wenn die einzelnen Marken dabei ein Stück weit in den Hintergrund treten. Gleiches gilt übrigens für diskriminierungsfreie Paketstationen.

Zu beobachten ist das Gegenteil. Die Post testet gerade große Paketboxen vor den Haustüren privater Häuser. Was halten Sie davon?

Wenn jeder Wettbewerber nun blaue, gelbe, rote oder weiße Boxen vor die Haustüren stellt, die andere nicht nutzen können, ist das ökonomischer und ökologischer Unsinn. Sinnvoll wäre es, eine neutrale und für alle Paketversender zugängliche Box aufzustellen – zum Beispiel in Gegenden, die für Endverbraucher gut erreichbar sind.

Paketdienste Wie Zusteller gegen die Paket-Flut kämpfen

Lieferung an Packstation, Paketshop oder Kofferraum: Um der Flut an Paketen Herr zu werden, lassen sich Paketdienste wie DHL, Hermes und DPD einiges einfallen, wie etwa XXL-Briefkästen. Doch das Chaos nimmt zu.

2,7 Milliarden Pakete sollen nach Schätzungen allein 2014 verschickt werden. Quelle: dpa

Haben Sie mit der Deutschen Post darüber gesprochen?

Nein, aber mit allen anderen Wettbewerbern. Die fanden das gut. Wir würden uns aber auch Gesprächen mit der Post schon aus Rücksicht auf die Interessen der Verbraucher nicht verschließen.
Die Deutsche Post hat im deutschen Paketmarkt immer noch einen Anteil von 42,3Prozent.

Wie zufrieden waren Sie mit Ihren Umsätzen?

Wir sind zwei Prozentpunkte stärker gewachsen als erwartet und haben im vergangenen Jahr 2,08 Milliarden Euro Umsatz gemacht – ein Plus von acht Prozent. Dabei haben wir mit 496 Millionen Sendungen zehn Prozent mehr als im Vorjahr transportiert. Im Geschäft, das nicht innerhalb der Otto-Gruppe generiert wird, sind wir sogar 15 Prozent gewachsen. Eigentlich hatten wir nur mit einem Wachstum im einstelligen Bereich gerechnet. Inzwischen machen wir 70 Prozent unseres Umsatzes außerhalb der Otto-Gruppe.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%