Versteckte Zusatzkosten: Wie Flugportale Verbraucher täuschen

Versteckte Zusatzkosten: Wie Flugportale Verbraucher täuschen

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Viele Flugbuchungsportale täuschen niedrige Preise vor, in dem sie Zusatzkosten verstecken.

von Anja Stehle

Wer einen Flug buchen will, nutzt dazu meist Suchmaschinen oder bucht direkt über das Online-Portal der Fluggesellschaft. Die Seiten versprechen niedrige Preise und Transparenz. Doch in vielen Fällen ist das eine Mogelpackung.

Viele Flugbuchungsportale täuschen niedrige Preise vor, indem sie Zusatzkosten verstecken. Das ergab eine EU-weite Untersuchung, die Verbraucherschützer unter Buchungsportalen durchgeführt haben. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) untersuchte 18 Buchungsportale mit Sitz im europäischen Ausland. Laut BVL verstoßen nahezu alle untersuchten Internetseiten gegen die geltenden Regeln im Verbraucherschutz.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) prüfte zudem zwölf deutsche Webseiten. Gegen sechs Portale leitete sie ein Verfahren ein, weil sie gegen das geltende EU-Recht verstoßen. Gegen die Anbieter Condor, Tuifly, Germania und gegen Unister, der das Portal fluege.de gehört, wurde Klage erhoben.

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Flugbuchungsportale unterliegen hinsichtlich der Darstellung von Preisen strengen Vorschriften, die in einer EU-Verordnung geregelt sind. Sie müssen Preise von Beginn des Buchungsvorgangs vollständig angeben. Zusatzkosten, zum Beispiel für Gepäck und Reiseversicherungen, müssen am Anfang genannt werden. Voreinstellungen sind gänzlich untersagt. Doch gerade das Verbot der Voreinstellungen wurde laut vzbv in einigen Fällen „äußerst einfallsreich“ umgangen.

Ein beliebter Trick unter den Portalen ist es, die Zusatzkosten für Gepäck und Reiseversicherungen erst am Ende des Buchungsvorgangs zu nennen. Der tatsächliche Preis wird somit erst beim letzten Schritt der Buchung klar. Helke Heidemann-Peuser vom vzbv sagt: „Die Portale spekulieren darauf, dass der Verbraucher, nachdem er bereits den langen Buchungsvorgang durchlaufen hat, dann nicht mehr abbricht.“

Bei einigen Buchungsportalen müssen sich die Kunden außerdem bewusst gegen das Buchen eines kostenpflichtigen Service entscheiden, in dem sie einen Haken an der entsprechenden Stelle setzen. So etwa bei dem Buchungsportal von Condor.

Die Kunden konnten auf der Seite den Buchungsschritt, in dem eine Reiseversicherung angeboten wurde, nicht verlassen, ohne eine Auswahl getroffen zu haben. Die Richter am Landgericht Frankfurt am Main urteilten, dass es unzulässig sei, die Kunden zu einer Auswahl für oder gegen eine Reiseversicherung zu zwingen. Denn der Nutzer müsse aktiv tätig werden, um sich gegen eine Reiseversicherung zu entscheiden.

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Außerdem suggerieren die Portale hohe Kosten, falls angebotene Zusatzversicherungen nicht abgeschlossen werden - wie zum Beispiel im Fall der Reisekostenversicherung. Das Portal von Tuifly etwa warnte seine Kunden, dass Krankenrücktransportkosten von 18.000 Euro oder mehr auf sie zukommen können, wenn sie sich gegen eine Reiseversicherung entscheiden. „Diese Warnungen sind eine unzulässige Einflussnahme“, sagt Heidemann-Peuser.

Auch bei der Zahlung entstehen oft zusätzliche Kosten. Meist lassen sich die Tarife nicht gebührenfrei per Visa-, Mastercard oder Überweisung bezahlen. Stattdessen verlangen die Portale eine Servicepauschale. Keine zusätzlichen Kosten fallen nur in der Kombination mit weniger verbreiteten Zahlungsmitteln, wie bestimmten Prepaid-Kreditkarten an.

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