VHB-Terrassentalk: „Die Leser sind die Goldbarren der Werbewirtschaft“

VHB-Terrassentalk: „Die Leser sind die Goldbarren der Werbewirtschaft“

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Zu Gast beim Terrassentalk: Frank Dopheide, Geschäftsführer der Verlagsgruppe Handelsblatt, Matthias Brüll, Deutschland-CEO der Group M und Gregor Gründgens, Marketingleiter von Vodafone Deutschland

von Michael Kroker

Zum dritten Mal hat die Verlagsgruppe Handelsblatt zum Terrassengespräch auf die Dachterrasse des Verlagsgebäudes im Herzen von Düsseldorf geladen. Thema der Diskussionsrunde: Wie viel Medium braucht die Marke?

„Unternehmen wollen keine Kunden mehr, sondern Fans“, fasste Gabor Steingart, Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt (VHB), das aktuelle Spannungsfeld zwischen Werbetreibenden, Agenturen und Medien in seinem Eingangsstatement zusammen : „Marken wollen heute geliebt werden“.

Genau dafür benötige man klassische Verlage nicht mehr, hakte denn auch Gregor Gründgens ein, seines Zeichens Director Brand Marketing bei Vodafone Deutschland: „Wir wollen uns auf Medien nicht mehr verlassen – zumindest nicht allein“, so Gründgens. Eine Alternative hat der Markenveranwortliche des Düsseldorfer Telekommunikationsriesen bereits selbst erprobt: Unter der Marke „Featured“ hat Vodafone im Web ein „Magazin für digitale Kultur“ auf die Beine gestellt – mit eigener Redaktion und eigenen Markenbotschaftern.

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„Kein Kunde kauft mehr ein Produkt von uns wegen eines tollen TV-Spots“, sagt Gründgens. Daher habe Vodafone eine Plattform wie Featured kreieren müssen, um direkt mit den Kunden zu kommunizieren. Der Erfolg des Digital-Magazins scheint ihm Recht zu geben: „Wir haben mit Featured in drei Monaten mehr Unique User erreicht als das Magazin Brand eins – und das ohne Werbung.“

Print wirkt weiterhin

Dass klassische Verlage durch derartiges Vorpreschen von Markenanbietern überflüssig würden, wollte Mitdiskutant Frank Dopheide, Geschäftsführer Kundenentwicklung und Markenführung bei der Verlagsgruppe Handelsblatt, freilich nicht gelten lassen. „Der hiesige Mittelstand steht der Deutschen Telekom näher als Vodafone, da kann ein Leitmedium wie das Handelsblatt neue Glaubwürdigkeit schaffen“, so Dopheide in Richtung Vodafone.

In seinen Augen wirke Print weiterhin sehr wohl – das spüre er nicht zuletzt an den Briefen, die der VHB-Hausjurist nach manchen Veröffentlichungen im Handelsblatt so erhalte. Und verdeutlichte den Unterschied zwischen Masse und Klasse an einem anschaulichen Beispiel: „Nicht ohne Grund hat Chanel einen Shop auf der Königsallee statt am Phantasialand, auch wenn dort der Publikumsverkehr vermutlich größer ist.“ Dies zeige die Bedeutung des Umfeldes, in dem eine Marke auftrete.

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