Vielfliegerprogramme: Länger sammeln bei Lufthansa

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Vielfliegerprogramme: Länger sammeln bei Lufthansa

von Rüdiger Kiani-Kreß

Wer weniger fürs Ticket zahlt, bekommt noch weniger Meilen: Lufthansa verschärft die Bedingungen für preisbewusste Passagiere und fördert damit deren Wechsel zu Wettbewerbern vom Golf.

Die Forderung nach mehr Gerechtigkeit steht dieser Tage hoch im Kurs: bei Politikern ebenso wie bei der Deutschen Lufthansa. Doch während im Vorfeld der Regierungsbildung in Berlin damit vor allem mehr Gleichheit und Umverteilung zu Gunsten Schwächerer gemeint ist, verfolgt die Lufthansa bei dem Thema einen eher liberalen Einsatz.

Wenn Europas größte Fluglinie zum Jahreswechsel ihr Vielfliegerprogramm Miles & More umbaut, gilt hier mehr denn je das Leistungsprinzip. „Ab 1.Januar 2014 orientiert sich die Meilengutschrift in der Economy Class noch stärker an der Wertigkeit des Flugtickets“, schreibt die Fluglinie. Im Klartext: Wer weniger für das Ticket zahlt, bekommt auch weniger. Genauer: noch weniger als bisher. Innerhalb Deutschlands sind es nun nicht nur für 99 Euro-Tickets, sondern auch für solche ab 150 Euro nur noch 125 Meilen. Auf der Langstrecke kommt oft nur noch ein Viertel der geflogenen Strecke statt wie bisher die Hälfte als Meilen aufs Konto.

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Innerdeutsche Flüge
BuchungsklassenMeilen-Gutschriften
bisherab 01.01.2014
G H M U500500
Q S V W 500250
E T500125
K L125125
Die Lufthansa teilt ihre Tickets nach dem Preis und Faktoren wie Umbuchbarkeit in verschiedene Klassen. Dabei sind Flugscheine, die nur gegen hohen Aufpreis oder gar nicht umbuchbar sind, billiger als flexible Tickets. K und L etwa entsprechen einem innerdeutschen Hin- und Rückflüge für 99 Euro. E und T entsprechen einem Flug für bis zu 150 Euro und Q bis zu 200 Euro.

Das ist zunächst mal konsequent. Denn mit ihrem Meilenclub will die Linie vor allem ihre besten Kunden belohnen und an sich binden. Das ist eine kleine Minderheit, die als Ultravielflieger besonders oft in einer Maschine der Lufthansa oder ihrer Verbündeten Platz nehmen und damit in der Regel die Tickets der Business oder First Class oder ein teureres flexibles Ticket in der Economy Class buchen, mit dem die Reise in Deutschland schon mal 800 Euro oder in Richtung Asien mehr als 9000 Euro kosten kann. Untersuchungen zeigen, dass die reisefreudigsten, gut fünf der rund 100 Millionen Kunden der Lufthansa, fast die Hälfte des Umsatzes bringen. Hier verdient die Lufthansa Geld. Beim Rest bleibt wenig übrig oder die Linie zahlt sogar mehr oder weniger drauf. Dafür sorgen aus Sicht der Lufthansa offenbar auch die Meilen-Gutschriften.

Europaflüge
BuchungsklassenMeilen-Gutschriften
bisherab 01.01.2014
G H Q M U V750500
S W750250
E T750125
E K L125125
Die Lufthansa teilt ihre Tickets nach dem Preis und Faktoren wie Umbuchbarkeit in verschiedene Klassen. Dabei sind Flugscheine, die nur gegen hohen Aufpreis oder gar nicht umbuchbar sind, billiger als flexible Tickets. K und L etwa entsprechen einem innerdeutschen Hin- und Rückflüge für 99 Euro. E und T entsprechen einem Flug für bis zu 150 Euro und Q bis zu 200 Euro.

Die große Frage ist allerdings: ist das auch klug? Sicher, Airlines wie Singapore sind noch knauseriger und schreiben für ihre günstigsten Tickets schon seit einiger Zeit gar nichts mehr gut. Zudem fliegen die Billigtouristen mit dem 500-Euro-Tickets der Lufthansa wahrscheinlich nicht wegen der Meilen oder des Service in die USA, sondern wegen des Preises oder weil sie die Linie für sicherer halten als andere.

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