Visa und Mastercard: Zahlungsdienstleister Concardis kurz vor Verkauf

Visa und Mastercard: Zahlungsdienstleister Concardis kurz vor Verkauf

, aktualisiert 12. Dezember 2016, 19:43 Uhr
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Mehr als 360 Millionen Transaktionen wickelte der Zahlungsdienstleister im vergangenen Jahr ab.

Quelle:Handelsblatt Online

Der deutsche Zahlungsdienstleister Concardis wickelt Zahlungen mit Visa- und Mastercard-Kreditkarten ab. Das Unternehmen steht jetzt wohl kurz vor dem Verkauf. Insgesamt seien noch drei Finanzinvestoren im Rennen.

FrankfurtDer deutsche Kartenzahlungs-Dienstleister Concardis steht laut Finanzkreisen vor dem Verkauf an einen großen Finanzinvestor. Die Beteiligungsgesellschaften CVC, Bridgepoint und ein Konsortium aus Advent und Bain Capital seien in die engeren Wahl für die Übernahme des Unternehmens aus Eschborn bei Frankfurt genommen worden, sagten zwei mit dem Verkaufsprozess vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Konkurrent Wirecard, der ebenfalls mitgeboten habe, sei dagegen aus dem Rennen.

Den deutschen Banken und Sparkassen, denen Concardis bisher gehört, winkt durch den Verkauf ein warmer Geldregen: Concardis dürfte mehr als 600 Millionen Euro bringen, deutlich mehr als erwartet, sagten die Insider. Das Unternehmen habe 80 Millionen Euro aus dem Verkauf von Visa Europe an die amerikanische Visa Inc auf der hohen Kante. Bindende Gebote sind noch vor Weihnachten fällig, der Verkauf dürfte Anfang nächsten Jahres über die Bühne gehen. Concardis und die Bieter wollten sich nicht zu den Informationen äußern.

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Concardis sorgt dafür, dass Kunden im Handel mit Visa- und MasterCard -Kreditkarten, aber auch mit Girokarten bezahlen können. Das Unternehmen ist der Vertragspartner für die Händler, stellt Bezahlterminals und wickelt die getätigten Zahlungen ab. Vor allem Privatbanken wie Deutsche Bank, Commerzbank und HypoVereinsbank (HVB) hatten auf den Verkauf gedrängt, weil sie das Geschäft nicht mehr als strategisch erachten. Auch die 26 beteiligten Landesbanken und Sparkassenverbände dürften ihre Anteile verkaufen, die mit 19 Prozent beteiligte DZ Bank ist noch unentschlossen. Privatbanken und Sparkassen halten je 39 Prozent an Concardis. Den Sparkassen gehört auch der Concardis-Rivale B+S Card Service, der Insidern zufolge ebenfalls auf der Suche nach Investoren ist.

Concardis verbindet mit dem Verkauf die Hoffnung, sich mit einem zahlungskräftigen Eigentümer schneller in Richtung eines Komplettanbieters von Zahlungsverkehrsdiensten weiterentwickeln zu können. Vor allem im Internet-Handel (E-Commerce) habe das Unternehmen noch Nachholbedarf. Der Trend zum Bezahlen per Smartphone und der mögliche Markteintritt von Apple Pay in Deutschland elektrisiert die Branche. Advent und Bain hatten 2015 den britischen Zahlungsdienstleister Worldpay und im Herbst die dänische Nets an die Börse gebracht. Beide sind auch an der italienischen ICBPI beteiligt.

Concardis ist aus der Gesellschaft für Zahlungssystems (GZS) hervorgegangen, die seit 1982 Zahlungen mit Eurocheque und Eurocard-Kreditkarten (heute Mastercard) abwickelte. Die technische Abwicklung ging 2005 an First Data. Im vergangenen Jahr liefen über Concardis gut 360 Millionen Transaktionen mit einem Umsatz von 38,3 Milliarden Euro - neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Unternehmen selbst erwirtschaftete einen Umsatz von 480 (Vorjahr: 450) Millionen Euro, der Nettogewinn lag bei 24,2 Millionen Euro.

Quelle:  Handelsblatt Online
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