Vonovia und Deutsche Wohnen: Die wichtigsten Antworten zum Umbruch auf dem Immobilienmarkt

Vonovia und Deutsche Wohnen: Die wichtigsten Antworten zum Umbruch auf dem Immobilienmarkt

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Immobilienmarkt im Umbruch - Vonovia plant Offerte

Die angekündigte Offerte des größten deutschen Immobilienkonzerns Vonovia für den Konkurrenten Deutsche Wohnen hat für viel Aufsehen im deutschen Immobilienmarkt gesorgt. Doch das Geschäft ist längst nicht perfekt.

Warum ist der Immobilienmarkt im Umbruch?
Zuletzt gab es eine Reihe von Fusionen oder zumindest Übernahmeabsichten. So hat der größte deutsche Wohnungskonzern, Vonovia in diesem Jahr den Konkurrenten Gagfah geschluckt. Das hat sich offenbar gelohnt: Bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen hob der Konzern am Dienstag die Gewinnerwartung an. Das Bochumer Unternehmen verspricht nun einen operativen Gewinn (FFO I) von 590 bis 600 Millionen Euro; das sind 20 bis 30 Millionen Euro mehr als bisher in Aussicht gestellt. Nach neun Monaten standen 432 (Vorjahr: 205) Millionen Euro zu Buche. Grund dafür ist, dass sich der Gagfah-Deal schneller auszahlt als erwartet. "Die Eingliederung der Gesellschaft wird bis Jahresende 2015 abgeschlossen sein. So können wir die Synergien schneller als erwartet heben", so Vonovia-Chef Rolf Buch.

Hat Vonovia noch weitere Pläne?
Ja. Der Konzern will auch den kleineren Konkurrenten Deutsche Wohnen übernehmen. Das bekräftigte

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Vonovia Gagfah-Übernahme zahlt sich aus

Schneller als erwartet zahlt sich für Deutschlands größten Immobilienkonzern Vonovia der Zukauf des Konkurrenten Gagfah aus. Vonovia kann die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr anheben.

Das neue Firmenschild "Vonovia", die Umfimierung der Deutschen Annington in Bochum. Quelle: dpa

Was muss noch alles passieren, bevor Vonovia den Konkurrenten Deutsche Wohnen übernehmen könnte?

Mit der Absage der geplanten Fusion zwischen LEG und Deutsche Wohnen wurde bereits ein erstes Hindernis für den von Vonovia-Chef Rolf Buch geplanten Zusammenschluss aus dem Weg geräumt. Am 30. November haben dann zunächst die Vonovia-Aktionäre das Wort, die eine geplante Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Übernahme mit einer Mehrheit von 75 Prozent der anwesenden Stimmen bewilligen müssen. Erst dann könnte Buch - voraussichtlich Anfang Dezember - das bereis angekündigte Angebot an die Deutsche-Wohnen-Aktionäre vorlegen, die dann mit einer Annahme der Offerte Anfang des kommenden Jahres einen Schlussstrich ziehen könnten.

Warum wehrt sich die Deutsche Wohnen so vehement gegen die Übernahmepläne?

Firmenchef Michael Zahn geht davon aus, dass die Deutsche Wohnen weit effektiver aufgestellt ist als der Branchenprimus. Da die mögliche Übernahme zu 70 Prozent mit Vonovia-Aktien bezahlt werden solle, würden die bisherigen Aktionäre der Deutschen Wohnen einem weit höheren Geschäftsrisiko ausgesetzt, meint er. Zudem seien die von Vonovia in Aussicht gestellten Synergien nicht zu erzielen.

Welche Vorteile könnte die Übernahme für Vonovia bringen?

Klappt der Zusammenschluss, könnte Vonovia mit dann zusammen 510 000 Wohnungen seine Position als Marktführer auf dem deutschen Immobilienmarkt nahezu uneinholbar ausbauen. Erst mit gehörigem Abstand würde dann die LEG als bisherige Nummer drei mit rund 110 000 Wohnungen folgen. Vonovia-Chef Buch verweist dagegen vor allem auf die durch den Zusammenschluss erwarteten Skalen- und Synergieeffekte in Höhe von rund 84 Millionen Euro vor Steuern. Auch die Mieter würden davon profitieren, da das neue Unternehmen mehr Geld in die Erneuerung der Wohnungen investieren könne, meinte der Manager.

Anzahl der Wohnungen der fünf größten deutschen Wohnungsvermieter. Gesamt: Deutsche Annington: 348.216 (Stand 30.06.2015), Deutsche Wohnen: 147.105; davon ca. 4000 Streubesitz, LEG Immobilien: 110000, TAG Immobilien: 69.579 (Stand 31.12.2014), Grand City Property: 50000; davon 11.000 Streubesitz, geschätzt.
Quelle: Unternehmen, eigene Recherche

Wie schätzt der Mieterbund die mögliche Fusion ein?

Mieterschützer sehen in einer wachsenden Marktmacht auch Risiken für die Mieter. Vor allem Mieter von preisgünstigen Wohnungen könnten von Erhöhungen betroffen sein, hieß es. Aktuell fehlten in Deutschland rund 800 000 vor allem preisgünstige Wohnungen, meinte Mieterbund-Geschäftsführer Ulrich Ropertz. Es sei jedoch noch nie das Geschäftsmodell derartiger Gesellschaften gewesen, neu zu bauen. Kaufen sei sehr viel preiswerter.

Welche Rolle spielen große Wohnungsgesellschaften auf dem deutschen Mietwohnungsmarkt?

Die große Mehrzahl der geschätzten mehr als 20 Millionen Mietwohnungen in Deutschland ist in der Hand von kleinen Privatvermietern. Professionelle Anbieter wie große Wohnungsgesellschaften oder auch Genossenschaften und kommunale Anbieter sind in der Minderheit. Auch mit einem Bestand von mehr als 500 000 Wohnungen wäre für Vonovia noch viel „Luft nach oben“. In der Branche herrscht derzeit eine Art Goldgräberstimmung. Vonovia-Chef Buch hat den Immobilienmarkt vor kurzem mit der „Frühzeit der Automobilbranche vor Henry Ford“ verglichen.

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