Walter Bau: Ex-Baulöwe Ignaz Walter will verklagt werden

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Ignaz Walter (2004)

von Henning Krumrey

Der ehemalige deutsche Bauunternehmer Ignaz Walter fordert Ex-Bank-Manager indirekt auf, gerichtlich gegen ihn vorzugehen. In seiner soeben erschienenen Biografie erhebt er schwere Vorwürfe.

„Ich hoffe darauf, dass sich einer traut. Ich verstecke mich nicht“, sagte der heute 78-Jährige im Interview mit der WirtschaftsWoche. Zugleich kündigte er an, wer gegen ihn klage wolle, müsse damit rechnen, „dass ich jeden Rechtsstreit an die Öffentlichkeit ziehe.“
Walter, der in den 1980er- und 1990er-Jahren von Augsburg aus einen der größten deutschen Baukonzerne aufgebaut hatte, wirft in seinem rund 1200-seitigen Werk vor allem dem ehemaligen Deutsche-Bank-Vorstand Carl von Boehm-Bezing sowie dem Ex-Deutsche-Bank- und späteren BayernLB-Manager Gerhard Gribkowsky persönlich vor, sein im Kern angeblich gesundes Unternehmen in einem „Komplott“ letztlich durch Streichung von Bürgschaften in die Insolvenz getrieben zu haben. Gribkowsky und von Boehm-Bezig wollten sich zu den Vorwürfen auf Anfrage der WirtschaftsWoche nicht äußern.

Zudem unterstellt Walter einen Zusammenhang zwischen dem Verkauf gesunder Töchter seiner insolventen Walter Bau AG an Strabag und der gegenwärtigen Beschäftigung Gribkowkys bei dem österreichischen Baukonzern. Gribkowsky saß seinerzeit im Gläubigerausschuss und verbüßt aktuell eine mehrjährige Haftstrafe, arbeitet aber seit einiger Zeit als Freigänger bei Strabag.

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„Als die wichtigsten gesunden Firmen von Walter Bau für lächerliche Beträge bei Strabag gelandet waren, rückte Gribkowsky dort schnell auch in wichtige Gremien auf“, so Walter in dem Interview. „Und jetzt darf er schon nach einem von vier Jahren Gefängnis tagsüber als Freigänger durch München spazieren, weil ihm Strabag einen Job angeboten hat.“ In seiner Biografie nennt Walter Gribkowsky nie beim Namen, sondern stets nur „Dr. Knasti“.

Gegenüber der WirtschaftsWoche begründete Walter auch, weshalb er mit seinen Vorwürfen nicht gleich nach der Insolvenz 2005 an die Öffentlichkeit gegangen war, sondern dies erst jetzt tue. „Ich war fast nicht mehr lebensfähig und krank, weil mein Lebenswerk mutwillig in einem Komplott zerstört wurde. Ich habe mich in Hass geflüchtet und überlegt: Jetzt gehst du und nimmst ein paar von denen mit. Aber dann habe ich mich über mich selbst erschreckt, mein Glaube und meine Familie haben mich gerettet. Jetzt bin ich fit, jetzt soll es kommen.“

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