Wandelanleihen: Uber holt sich weitere 1,6 Milliarden Dollar

Wandelanleihen: Uber holt sich weitere 1,6 Milliarden Dollar

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Uber sackt wieder Milliarden ein.

Keine zwei Monate nach der vergangenen Geldspritze holt sich Uber mehr als eine Milliarde Dollar bei Investoren. Damit hat der Taxi-Schreck eine gigantische Kriegskasse aufgebaut, um seine Expansion zu finanzieren.

Der Hunger des umstrittenen Fahrdienst-Vermittlers Uber auf frisches Geld scheint schwer zu stillen: Das Startup holte sich laut Medienberichten weitere 1,6 Milliarden Dollar bei Investoren. Diesmal gehe es um eine Wandelanleihe für Kunden aus der Vermögensverwaltung der Investmentbank Goldman Sachs, berichteten der Finanzdienst Bloomberg und das „Wall Street Journal“.

Damit besorgte sich Uber bereits mehr als vier Milliarden Dollar, den Großteil davon in weniger als zwei Monaten. Das ist ein Rekord für Startups. Mit dem Geld solle die internationale Expansion vorangetrieben werden, heißt es. Es ist nicht öffentlich bekannt, wie schnell Uber das Geld verbraucht. Bei der vorherigen großen Finanzierungsrunde Anfang Dezember hieß es in Medienberichten, ein Großteil einer im Sommer reingeholten Milliarden-Summe sei noch unangetastet.

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Warum Uber so umstritten ist

  • Was ist Uber überhaupt?

    Uber startete vor rund vier Jahren in San Francisco als Alternative zu Taxis, die in der kalifornischen Metropole notorisch schwer zu kriegen sind. Anfangs ging es nur darum, für etwas mehr Geld einen Chauffeur-Service mit Oberklasse-Wagen anzubieten. Inzwischen nutzt Uber seine Vermittlungsplattform auch für Dienste, bei denen Privatleute Fahrgäste mit ihren eigenen Autos mitnehmen können. Vor allem um solche Angebote entzünden sich die Streitigkeiten mit Taxi-Gewerbe und Behörden in verschiedenen Ländern.

  • Wie funktioniert Uber?

    Es ist eine Smartphone-App, wie man sie auch von den Taxi-Anwendungen kennt. Der Abholort wird automatisch ermittelt, der Kunde sieht die Uber-Fahzeuge in der Nähe. Der Fahrweg wird mit Hilfe von GPS berechnet, die Wagen kommen daher ohne Taxameter aus. Der Bezahlvorgang entfällt: Es wird einfach die bei Uber hinterlegte Kreditkarte belastet.

  • Was stört die Taxifahrer?

    Das Taxi-Geschäft überall ist vielen Regeln unterworfen. Es gibt Vorschriften für die technische Kontrolle der Fahrzeuge, die Überprüfung des Gesundheitszustands der Fahrer, spezielle Versicherungen und die Beförderungspflicht. Außerdem wird die Größe des Marktes über die Vergabe von Konzessionen eingeschränkt. So kann eine Taxi-Lizenz in New York mehr als eine Million Dollar kosten. Uber platzt mit seinen Dienstes in dieses über Jahrzehnte gewachsene Geflecht von Regeln und wirtschaftlichen Interessen.

  • Wie will Uber den Taxis Kunden abjagen?

    Beim ursprünglichen Chaufferdienst UberBLACK waren die Argumente vor allem der Komfort einer Smartphone-App, ein schickes Auto und die automatische Abrechnung. Bei den Mitfahrdiensten in Privatautos ist Uber aber auch günstiger als herkömmliche Taxis. So kostet der Service UberPOP in Hamburg einen Euro pro Kilometer bzw. 25 Cent pro Minute. Laut Hamburger Taxentarif zahlt man dagegen jeweils 2,20 Euro für die ersten vier Kilometer, je 1,90 für die nächsten fünf Kilometer und 1,40 ab dem 10. Kilometer.

  • Wie stehen deutsche Behörden zu Uber?

    Behörden und auch Landesregierungen sehen den Dienst skeptisch. In Berlin und Hamburg erließen die Behörden Unterlassungsverfügung gegen Uber. Gerichte erlaubtem dem Fahrdienst aber vorläufig die Weiterfahrt. In NRW erklärte ein Sprecher des Verkehrsministeriums zu Uber: "Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich bei den Fahrten um genehmigungspflichtige Personenbeförderungen." Über eine solche Genehmigung verfügen die Uber-Fahrer aber offenbar nicht. Das Verkehrsministerium warnt deshalb vor hohen Bußgeldern.

Die nun von Goldman Sachs platzierte Wandelanleihe soll den Informationen zufolge über sechs Jahre laufen. Sollte Uber in diesem Zeitraum an die Börse gehen, würden die Zeichner der Papiere vergünstigt Aktien erhalten. Falls die Firma nach vier Jahren noch nicht an der Börse ist, sollen sie demnach von einem Zinscoupon - einem Teil der Anleihe, der zu einer Zinsbeteiligung berechtigt - profitieren.

Zudem befinde Uber sich weiter in Verhandlungen mit Hedgefonds und strategischen Investoren, um das Volumen der 1,2 Milliarden Dollar schweren Finanzierungsrunde von Anfang Dezember um 600 Millionen Dollar aufzustocken. Damals soll das Startup aus San Francisco mit rund 40 Milliarden Dollar bewertet worden sein. Wenig später hatte der chinesische Online-Riese Baidu seinen Einstieg bei Uber bekanntgegeben. Dabei soll es laut chinesischen Medienberichten um 600 Millionen Dollar gegangen sein.

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Uber bietet eine App an, über die Nutzer einen Wagen zu ihrem Standort rufen können. Taxi-Branche und Behörden werfen Uber in vielen Ländern vor, den Wettbewerb zu verzerren, weil das Startup über seine App im Teil-Dienst UberPop auch Privatleute Fahrgäste befördern lässt - ohne die nach den jeweiligen Personenbeförderungsgesetzen nötigen Genehmigungen. Uber kontert, die Regelungen seien zum Teil veraltet und sollten nur das Taxi-Gewerbe schützen.

Uber-Chef Travis Kalanick kündigte vor wenigen Tagen bei der Internet-Konferenz DLD in München an, man wolle Partnerschaften mit europäischen Städten schließen. Dann könne Uber noch 10 000 neue Jobs noch in diesem Jahr schaffen.

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