Warnstreiks am Wochenende: Bahn legt neues Angebot vor

Warnstreiks am Wochenende: Bahn legt neues Angebot vor

, aktualisiert 17. Oktober 2014, 15:20 Uhr
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Die Bahn streikt erneut

Die Lokführer wollen ab Samstagmorgen zum zweiten Mal innerhalb einer Woche die Arbeit niederlegen. Jetzt hat die Deutsche Bahn der Lokführergewerkschaft GDL ein neues Tarifangebot vorgelegt.

Kurz vor Beginn eines weiteren Lokführerstreiks hat die Deutsche Bahn der Gewerkschaft GDL ein neues Tarifangebot vorgelegt. Es enthält nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa eine dreistufige Einkommenserhöhung um insgesamt 5 Prozent innerhalb von 19 Monaten. Das Angebot wird demnach ausschließlich den Lokführern unterbreitet. Die Bahn wiederholte zudem ihre Bereitschaft, mit der GDL auch über andere Berufsgruppen sprechen zu wollen.
Die GDL wollte sich zunächst noch nicht zu dem Angebot äußern. Die Gewerkschaft dringt darauf, dass die Bahn mit ihr auch für Zugbegleiter, Bistro-Mitarbeiter und Rangierführer Tarifverträge abschließt.
Das Angebot der Bahn vom Freitag enthält auch die Einstellung von 200 zusätzlichen Lokführern im Jahr 2015. Außerdem solle die Schichtplanung für die Lokführer verbessert werden. Die Bahn forderte die GDL auf, den für das Wochenende angekündigten Streik abzusagen und wieder in die Verhandlungen einzusteigen.

Im Tarifstreit mit der Bahn will die Lokführergewerkschaft GDL den Zugverkehr in Deutschland am Wochenende komplett lahmlegen. Im Fern-, Regional- sowie S-Bahnverkehr sollen die Züge ab 2.00 Uhr am frühen Samstagmorgen stehen, wie die GDL am Freitag mitteilte. Im Güterverkehr soll der Ausstand bereits am Freitagnachmittag um 15.00 Uhr beginnen. Das Ende der Streiks ist für Montagmorgen um 4.00 Uhr geplant. In sieben Bundesländern beginnen am Wochenende die Herbstferien.

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Germanwings-Piloten im Ausstand Nach dem Streik ist vor dem Streik

Die Lokführer haben ihren Streik beendet. Vereinzelt kommt es noch zu Verspätungen und Ausfällen bei der Bahn. Für Reisende steht gleich die nächste Geduldsprobe an: Nun streiken die Piloten bei Germanwings.

Reisende brauchen zum Ende der Herbstferien viel Geduld: Auf den Bahnstreik folgt sogleich der Pilotenstreik. Quelle: dpa

GDL-Chef Claus Weselsky forderte die Deutsche Bahn auf, „endlich ihre Blockade auf dem Rücken ihrer Kunden zu beenden und mit der GDL zügig über die vorliegenden Tarifverträge für das Zugpersonal zu verhandeln“. Er fügte hinzu: „Der Arbeitgeber weiß, dass wir bereit sind, bei den inhaltlichen Verhandlungen auch Zugeständnisse zu machen.“ Eine Tarifeinheit sei mit der GDL aber nicht machbar.

Schaden für Ferienheimkehrer

Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ hat der Lokführergewerkschaft GDL angesichts der für das Wochenende geplanten Streiks Kompromisslosigkeit vorgeworfen. Die GDL verspiele mit ihren Aktionen den Rückhalt in der Bevölkerung und bei den Fahrgästen, sagte „Pro Bahn“-Bundessprecher Gerd Aschoff am Freitag. „Es werden viele Familien auf ihrer Bahnfahrt in die Herbstferien vom Streik betroffen sein.“ Aschoff forderte die Lokführer auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und ohne Vorbedingungen auch über Art und Umfang einer Tarifvielfalt zu verhandeln. Noch deutlichere Worte fand die Deutschen Bahn selbst. „Die GDL läuft Amok“, hieß es in einer Erklärung der Bahn.

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Es werde immer deutlicher, dass es nicht um die Interessen der Lokomotivführer gehe, „sondern um Allmachtsfantasien eines Funktionärs“. Die Bahn bezog sich damit auf den GDL-Vorsitzenden Claus Weselsky. Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Vor allem aber will sie für das übrige Zugpersonal verhandeln. Die Bahn will hingegen verhindern, dass die GDL auch die Rechte der Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten vertritt. Die Lokführer hatten ihre Arbeit in dieser Woche bereits am Mittwoch für 14 Stunden niedergelegt und damit den Zugverkehr in Deutschland teilweise lahmgelegt.

Der SPD-Verkehrsexperte Sören Bartol hat der Lokführergewerkschaft GDL „überzogene Forderungen“ vorgeworfen. Zwar sei es das gute Recht jedes Eisenbahners für seine Interessen zu streiken. „Die Aktionen müssen jedoch in einem angemessenen Rahmen bleiben“, sagte der SPD-Bundestagsfraktions-Vize der „Oberhessischen Presse“ (Marburg). „Die Forderungen einzelner Berufsgruppen gegenüber dem Bahnkonzern können nicht allein auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen werden.“ Die GDL solle wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren.

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