Wechsel in Deutschlands größter Reederei: Was der neue Hapag-Lloyd-Chef ändern will

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Wechsel in Deutschlands größter Reederei: Was der neue Hapag-Lloyd-Chef ändern will

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Die Reederei Hapag-Lloyd bekommt bald einen neuen Chef

von Hermann J. Olbermann

Deutschlands größte Reederei bekommt im nächsten Jahr einen neuen Chef. Doch der lang geplante Börsengang hat für ihn nicht die höchste Priorität.

Der Hamburger Bundesligist HSV hat es vorgemacht, und Deutschlands größte Reederei, Hapag-Lloyd in Hamburg, macht es nach: Sie verpflichtet einen Spitzenmann aus Holland. Im April nächsten Jahres rückt Rolf Habben-Jansen in den Vorstand des Unternehmens ein, im Juli übernimmt er den Vorstandsvorsitz und löst dann Michael Behrendt ab. Eigentlich wäre Behrendts Vertrag schon in diesem Jahr ausgelaufen, doch er hatte um ein Jahr verlängert, um einen lang gehegten Wunsch der Anteilseigner zu erfüllen: den Börsengang von Hapag Lloyd. Er wurde zwar mehrmals angekündigt, aber genauso oft abgesagt. Auch der neue Chef dürfte ihm nicht höchste Priorität einräumen.

Der Touristikkonzern TUI hält 22 Prozent an Hapag Lloyd und will die Anteile seit langem loswerden. Und die Stadt Hamburg möchte ihre Anteile zumindest reduzieren. Um zu verhindern, dass der Schifffahrtskonzern an einen ausländischen Investor verkauft wird, ist sie vor Jahren eingestiegen. Gemeinsam mit Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne und den Hamburger Versicherungen und Banken Signal Iduna, Hanse Merkur, HSH Nordbank und M.M. Warburg Bank hatte sie zu diesem Zweck das Albert-Ballin-Konsortium gegründet, das inzwischen 78 Prozent an Hapag besitzt.

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Transportkapazität wächst zu schnell

Doch noch gilt das Diktum des scheidenden Hapag-Chefs Behrendt, dass ein Gang an die Börse erst nach zwei sehr gewinnreichen Quartalen sinnvoll sei und bei entsprechendem Umfeld. Im vergangenen Jahr musste der Konzern einen Fehlbetrag von 128 Millionen Euro verbuchen. Im zweiten Quartal 2013 erreichte er zwar wieder die Gewinnzone, aber berauschend sind die Zahlen noch nicht. Das Unternehmen leidet unter gestiegenen Treibstoffkosten und niedrigen Frachtraten. Zwar wird weltweit wieder mehr Fracht verschifft als in der vergangenen Finanz- und Wirtschaftskrise, aber noch stärker als das Frachtvolumen wächst die Transportkapazität. In den Boomjahren vor der Finanzkrise hatten die Reedereien den Bau zahlreicher Schiffe in Auftrag gegeben, die jetzt ausgeliefert werden. Auch im nächsten Jahr dürften noch viele neue Containerfrachter kommen, erst für 2015 sieht es besser aus.

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Die Reedereien müssen sich zum Logistikkonzern wandeln. Und da kommt Habben-Jansen recht. Der Mann ist ausgewiesener Logistiker, seit 2009 leitet er die holländische Speditionsgruppe Damco, zuvor arbeitete er unter anderem für DHL. Aufgrund seiner guten internationalen Vernetzung hofft Hapag, dass er viele neue Kunden gewinnt. Darauf vor allem kommt es jetzt an. Denn die großen Hapag-Konkurrenten Maersk aus Dänemark, MSC aus der Schweiz und CMA aus Frankreich wollen sich im nächsten Frühjahr zu einem Konsortium verbünden.

Hapag könnte sich mit dem Hamburger Rivalen Hamburg Süd zusammentun. Bestrebungen dazu gab es schon. Doch darüber zerstritt sich die Oetker-Familie, der Hamburg Süd gehört. Die Jüngeren waren für die Fusion, die Älteren dagegen. Bevor von Oetker kein neues Signal kommt, liegen die Fusionspläne aus Eis.

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