Wegen Warnstreiks: Hamburger Flughafen zeitweise geschlossen

Wegen Warnstreiks: Hamburger Flughafen zeitweise geschlossen

, aktualisiert 09. Februar 2015, 10:50 Uhr
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Verdi ruft für Montag zu Warnstreiks an drei Flughäfen auf.

Passagiere brauchen hier Geduld: An den Flughäfen in Stuttgart, Hamburg und Hannover will das Sicherheitspersonal die Arbeit niederlegen. Und zwar den ganzen Montag über.

Der Streik des Sicherheitspersonals hat am Hamburger Flughafen für Chaos gesorgt. Die Polizei habe am Montagmorgen für zwei Stunden die Türen geschlossen, weil die Terminals überfüllt gewesen seien, sagte eine Flughafensprecherin. Die Reisenden hätten an den Sicherheitskontrollen vier bis fünf Stunden warten müssen. "Man hat eigentlich heute gar keine Chance, seinen Flieger zu erreichen", sagte die Sprecherin. Bislang seien 100 von 400 geplanten Flügen gestrichen worden. Auch in Stuttgart gab es am Flughafen lange Schlangen mit Wartezeiten bis zu zwei Stunden. Am kleineren Regionalflughafen Hannover habe es keine Verspätungen gegeben, erklärte eine Sprecherin. Die Bundespolizei habe die Kontrollen der privaten Sicherheitsfirmen übernommen.

Welche Rechte Fluggäste bei Streik haben

  • Hinweise der Verbraucherschützer

    Die Verbraucherzentrale NRW erklärt, welche Rechte betroffene Fluggäste haben.

  • Ansprüche gegen die Fluggesellschaft (1)

    Die Airline muss laut EU-Verordnung einen Ersatzflug zum nächstmöglichen Zeitpunkt anbieten. Alternativ können Fluggäste bei Annullierung des Flugs vom Luftbeförderungsvertrag zurücktreten und sich den Flugpreis erstatten lassen.

  • Ansprüche gegen die Fluggesellschaft (2)

    Bei Ausgleichszahlungen ist die Lage strittig. Nach bislang überwiegender Ansicht gelten Streiks als "außergewöhnliche Umstände", und dann braucht die Fluggesellschaft nicht zu zahlen.

  • Ansprüche gegen die Fluggesellschaft (3)

    Findet der Flug verspätet statt, sichert die europäische Fluggastrechte-Verordnung folgende Rechte zu: Anspruch auf kostenlose Betreuung besteht ab zwei Stunden Verzögerung bei Kurzstrecken (bis 1500 km), ab drei Stunden bei Mittelstrecken (bis 3500 km) und ab vier Stunden bei Langstrecken. Die Airline muss dann für Mahlzeiten, Erfrischungen, zwei Telefongespräche, Telexe, Faxe oder E-Mails sowie eventuell notwendige Hotelübernachtungen (falls sich der Flug um einen Tag verschiebt) samt Transfer sorgen.

  • Ansprüche gegen die Fluggesellschaft (4)

    Wollen die Fluggäste die Reise bei einer mehr als fünfstündigen Verspätung nicht mehr antreten, können sie ihr Geld zurückverlangen.

  • Ansprüche gegen den Reiseveranstalter (1)

    Der Reiseveranstalter ist der erste Ansprechpartner, wenn der ausfallende Flug Teil einer Pauschalreise ist. Auch der Veranstalter hat die Pflicht, schnellstmöglich für eine Ersatzbeförderung zu sorgen.

  • Ansprüche gegen den Reiseveranstalter (2)

    Erst, wenn der Flieger mehr als vier Stunden verspätet ist, kann je nach Flugstrecke ein Reisemangel vorliegen. Dann können für jede weitere Verspätungsstunde fünf Prozent des Tagesreisepreises vom Veranstalter zurückverlangt werden.

  • Ansprüche gegen den Reiseveranstalter (3)

    Wenn durch den Streik Reiseleistungen ausgefallen sind, haben Urlauber die Möglichkeit, nach ihrer Rückkehr den Preis der Reise zu mindern.

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Beschäftigten des Wach- und Sicherheitsgewerbes an den Flughäfen Hamburg, Hannover und Stuttgart zum Warnstreik aufgerufen. Verdi fordert für das Sicherheitspersonal, nicht nur an Flughäfen, in Baden-Württemberg, Hamburg und Niedersachsen höhere Löhne. Die Stundenlöhne von gut acht bis 15 Euro sollen um bis zu 2,50 Euro erhöht werden. In Niedersachsen will die Gewerkschaft den Abschluss eines Flächentarifvertrags mit dem Arbeitgeberverband BDSW (Bundesverband der Sicherheitswirtschaft) erreichen. Dieser hat bisher nur eine Vereinbarung mit der nicht zum Deutschen Gewerkschaftsbund gehörenden Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und Dienstleistungen (GÖD).

In Nordrhein-Westfalen hatte sich der BDSW mit Verdi in der vergangenen Woche auf Lohnerhöhungen in zwei Stufen um jeweils 3,5 bis rund sechs Prozent, je nach Beschäftigtengruppe unterschiedlich, geeinigt.
Am größten der drei Aiports, Hamburg, begann das Sicherheitspersonal am Flughafen Hamburg in der Nacht auf Montag mit den geplanten Arbeitsniederlegungen. Allein dort könnten von dem ganztägigen Warnstreik könnten nach früheren Angaben einer Flughafensprecherin rund 40 000 Passagiere betroffen sein. Reisende sollten sich im Vorfeld über mögliche Ausfälle oder Verspätungen informieren.

Am Flughafen Hannover legte das Sicherheitspersonal am frühen Montagmorgen ebenfalls die Arbeit nieder. „Wir hoffen, dass der Arbeitgeberverband versteht, dass er mit uns an den Verhandlungstisch kommen muss“, sagte Verdi-Fachbereichsleiterin Ute Gottschaar am Morgen. Größere Beeinträchtigungen gab es zunächst nicht. „Aktuell haben wir keine Ausfälle, die Verspätungen sind marginal“, sagte Flughafensprecher Sönke Jacobsen.

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Nächster Verhandlungstermin in dem Konflikt ist am 11. Februar in Hamburg. „Wir hoffen, dass der Streik als Signal ausreicht, um bei den Verhandlungen am Mittwoch zu einem Abschluss zu kommen“, sagte Verdi-Sprecher Peter Bremme am Montag. In Stuttgart müssen Fluggäste mit Verzögerungen von bis zu einer Stunde rechnen, wie ein Sprecher des Airports sagte. Nur einer von vier Terminals sei besetzt. Es seien zwar zusätzliche Arbeitskräfte engagiert worden, dennoch sollten Reisende auf Nummer sicher gehen und mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein.

Hintergrund des Warnstreiks sind festgefahrene Tarifverhandlungen in der Sicherheitsbranche. Verdi will so den Druck auf die Arbeitgeber in Baden-Württemberg, Hamburg und Niedersachsen erhöhen. Die Gewerkschaft fordert je nach Bundesland und Beschäftigtengruppe 0,70 Euro bis 2,50 Euro mehr Lohn in der Stunde.

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