Weihnachtsgeschäft: Wieder Streik bei Amazon

Weihnachtsgeschäft: Wieder Streik bei Amazon

, aktualisiert 08. Dezember 2014, 11:57 Uhr

Verdi hat die Mitarbeiter von Amazon in Bad Hersfeld erneut zum Streik aufgerufen. Die Gewerkschaft versucht seit mehr als einem Jahr, den Online-Versandhändler mit Streiks zu Tarifverhandlungen zu bewegen.

Die Gewerkschaft Verdi will mit neuen Streiks vor Weihnachten den weltgrößten Versandhändler Amazon zum Einlenken im Streit um einen Tarifvertrag zwingen. Rund 300 Beschäftigte legten seit Mitternacht im Verteilzentrum im hessischen Bad Hersfeld die Arbeit nieder, wie eine Verdi-Sprecherin sagte. Bis zum Abend rechne die Gewerkschaft mit insgesamt bis zu 450 Streikenden. "Die überwältigende Mehrheit der Mitarbeiter arbeitet regulär und sehr engagiert", betonte dagegen Amazon. Außerdem beklagt die Gewerkschaft, die ungewöhnlich hohen Krankenstände bei Mitarbeitern von Amazon Deutschland. Eine Umfrage unter Gewerkschaftssekretären und Betriebsräten an sieben von acht Standorten ergab, dass der Krankenstand nirgendwo unter elf Prozent liegt. Allein vier Standorte gaben eine Quote von 15 bis 20 Prozent an, in Leipzig ist sogar von 20 bis 25 Prozent der Mitarbeiter die Rede, die sich im Durchschnitt krank meldeten, schreibt die "Welt".


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Der US-Konzern muss mit weiteren Protesten im wichtigen Weihnachtsgeschäft rechnen: "Solange Amazon den Beschäftigten den Respekt und Schutz durch Tarifverträge verweigert, werden wir den Druck aufrechterhalten", kündigte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger an. Bereits im vergangenen Jahr hatte Verdi versucht, mit immer neuen Streikaufrufen im wichtigen Weihnachtsgeschäft die Auslieferung von Paketen zu bremsen. Die Gewerkschaft fordert für die Mitarbeiter in den deutschen Amazon-Versandzentren tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Amazon dagegen nimmt die Vereinbarungen der Logistikbranche als Maßstab, in der weniger bezahlt wird. Der Tarifkonflikt dauert bereits seit Ostern 2013 an. Amazon betont immer wieder, die Mehrheit der rund 9000 Festangestellten folge den Streikaufrufen nicht.

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