Weiter Streik bei Amazon : Post-Zusteller treten in Warnstreik

Weiter Streik bei Amazon : Post-Zusteller treten in Warnstreik

Zahlreiche Briefe und Pakete könnten an Ostern liegen bleiben. Verdi ruft zu Warnstreiks bei der Deutschen Post auf. Auch beim Versandhändler Amazon lässt die Gewerkschaft in NRW nicht locker.

Osterpäckchen könnten sich an vielen Orten in Deutschland verspäten. Nahezu bundesweit sollen Beschäftigte des gelben Riesen an diesem Mittwoch ihre Arbeit vorübergehend ruhen lassen. Zu den Warnstreiks hat die Gewerkschaft Verdi aufgerufen. Ein Verdi-Sprecher ging davon aus, dass es bei der Zustellung von Briefen und Paketen zu Verzögerungen kommen wird. Parallel läuft beim Versandhändler Amazon eine neue Streikwelle: Noch bis Gründonnerstag will Verdi die Arbeitsniederlegung dort ausweiten. Dies betreffe die Standorte Rheinberg, Werne (beide Nordrhein-Westfalen), Bad Hersfeld (Hessen) und Leipzig (Sachsen) und solle bis zum Ende der Spätschicht dauern. Angesichts der Warnstreiks bei der Deutschen Post müssten sich Amazon-Kunden auf deutliche Beeinträchtigungen einstellen, erklärte die Gewerkschaft.

Verdi kämpft bei der Post für Arbeitszeitverkürzungen - von 38,5 auf 36 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich - für die 140 000 tariflich bezahlten Mitarbeiter des Unternehmens und will die Ausgliederung von Beschäftigten in Regionalgesellschaften mit geringerer Bezahlung verhindern. Das Post-Management hatte verschiedene Ideen zur Verkürzung und Flexibilisierung von Arbeitszeiten vorgelegt, aber die Frage des Lohnausgleichs ausgeklammert. Die Friedenspflicht zum gekündigten Tarifvertrag Arbeitszeit lief um zum 1. April um 0.00 Uhr aus.

Das sind Post-Gebühren für Privatkunden ab 2015

  • Brief

    Der Brief wird ab 2015 teurer. Die Post hebt die Portogebühren für den Standardbrief zum Jahreswechsel – und das nicht zum ersten Mal. In den vergangenen drei Jahren hat die Deutsche Post die Preise erst von 55 auf 58 Cent, dann auf 60 Cent, und nun sogar auf 62 Cent erhöht.

  • Päckchen XS

    Schon in der Vorweihnachtszeit bieten Post und DHL Privatkunden ein neues Angebot für kleinere Sendungen: Päckchen bis 1 Kilogramm (max Größe 30 x 30 x 15 cm) können ab dem 15. November für 3,79 Euro verschickt werden. Der Haken an der Sache: Das Angebot gilt erstmal nur für Kunden, die die DHL Online Frankierung auf der Unternehmenswebsite nutzen. Ab dem 1. Januar 2015 ist das Angebot auch in den Postfilialen und DHL Paketshops verfügbar – kostet dann aber 3,95 Euro.

  • Päckchen und Paket S

    Ab Januar 2015 kostet das DHL Päckchen bis 2 Kilogramm (max Größe 60 x 30 x 15 cm) online 4,29 Euro, statt bisher 3,99 Euro. Beim Kauf in der Filiale werden künftig 4,40 Euro fällig, statt bisher 4,10 Euro. Wer ein Paket gleicher Größe verschicken will, zahlt 4,99 Euro.

  • Paket M

    DHL führt neben dem neuen Päckchen zum 1. Januar auch eine neue Gewichtsstufe für Pakete bis 5 Kilogramm (max Größe 120 x 60 x 60 cm) ein. Der Preis liegt bei 5,99 Euro in der Online Frankierung und 6,99 Euro in der Filiale.

  • Paket L

    Pakete bis 10 Kilogramm (max Größe 120 x 60 x 60 cm) können ab einem Preis von 7,49 Euro versendet werden (Online-Frankierung). In der Filiale kostet der Versand 8,49 Euro.

  • Paket XL

    Das Schwergewicht: Pakete bis 31,5 Kilogramm (max Größe 120 x 60 x 60 cm) kosten künftig ab 13,99 Euro. Wer auf die Online-Frankierung verzichtet und in die Filiale geht, zahlt einen Euro mehr. Die Gewichtsstufe bis 20 Kilogramm entfällt für den privaten Paketversand übrigens völlig.

Im Zusammenhang der Gründung von regionalen Gesellschaften in der Paketzustellung wirft Verdi der Post vor, vertragliche Vereinbarungen zum Schutz vor Fremdvergabe gebrochen zu haben. Diese Regelung sieht vor, dass die Post bei der Zustellung von Briefen und Paketen maximal 990 Zustellbezirke an konzerninterne oder externe Unternehmen vergeben darf. Für die regionalen Gesellschaften gilt zudem nicht der Haustarifvertrag, sondern der niedrigere Tarif des Logistikgewerbes.

Post-Personalchefin Melanie Kreis zeigte kein Verständnis für die Warnstreiks: Die Post habe sich sehr konstruktiv mit der Verdi-Forderung auseinandergesetzt. Sie werde jetzt alles tun, um die Auswirkungen der Warnstreiks auf die Kunden zu beschränken.

Verdi hat bereits rund 500 Zusteller der Deutschen Post in Rheinland-Pfalz und im Saarland für Mittwoch zu Warnstreiks aufgerufen. Es handele sich um Mitarbeiter von Niederlassungen in Mainz, Koblenz und Saarbrücken, wie Verdi mitteilte. Zu einer Streikversammlung in Mutterstadt würden rund 400 Teilnehmer erwartet. Auch in Bayern rief Verdi ihre Mitarbeiter in den Brief- und Paketzentren zu Arbeitsniederlegungen auf. Die zentrale Streikveranstaltung wurde für den Vormittag in Fürstenfeldbruck angesetzt.

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Zudem sind die Beschäftigten der Brief- und Paketzentren der Deutschen Post in Baden-Württemberg zu Warnstreiks am Mittwoch aufgerufen. In den frühen Morgenstunden sollten die Mitarbeiter des Unternehmens in den Regionen Stuttgart, Karlsruhe, Göppingen und Heilbronn ihre Arbeit niederlegen, hieß es in einer Mitteilung. Ab 06.00 Uhr soll es demnach erste Streikversammlungen geben.

In Hessen sollen Verdi zufolge rund 1000 Postbeschäftigte ihre Arbeit vorübergehend niederlegen. Davon betroffen sollen vor insbesondere 20 Städte und Gemeinden sein, darunter Frankfurt, Offenbach, Darmstadt, Wiesbaden und Rüsselsheim. Dadurch werden nach Angaben der Gewerkschaft zirka 1,5 Millionen Briefe und rund 70 000 Paketsendungen zunächst liegen bleiben. Am Vormittag treffen sich die Streikenden zu einer Versammlung in Nied, wo die stellvertretende Bundesvorsitzende Andrea Kocsis sprechen soll.

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