Weltbild vor dem Aus: Schlecker-Insolvenzkanzlei übernimmt Weltbild-Verfahren

Weltbild vor dem Aus: Schlecker-Insolvenzkanzlei übernimmt Weltbild-Verfahren

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Die Zentrale des Weltbild-Verlages, aufgenommen in Augsburg (Bayern). Deutschlands zweitgrößter Buchhändler, steht nach einem Medienbericht möglicherweise vor dem Aus.

von Henryk Hielscher

Deutschlands zweitgrößter Buchhändler, der Weltbild-Verlag, hat einen Insolvenzantrag gestellt. Der ehemalige Insolvenzverwalter der Drogeriemarktkette Schlecker, die Kanzlei Schneider-Geiwitz, ist mit dem Fall beauftragt worden.

Die Neu-Ulmer Kanzlei Schneider-Geiwitz wird sich mit der schwer angeschlagenen Weltbild-Gruppe beschäftigten. Das bestätigte die Kanzlei am Freitag gegenüber WirtschaftsWoche Online.

"Nach ersten Erkenntnissen kann Weltbild derzeit allen Verpflichtungen nachkommen und die Voraussetzungen sind gegeben, um den Geschäftsbetrieb in der nächsten Zeit uneingeschränkt aufrecht zu erhalten", sagte ein Sprecher der Kanzlei. Es sei noch zu früh, um Prognosen zu Sanierungsaussichten abzugeben, man wolle aber betonen, dass alle Beteiligten auf Kooperation und Transparenz setzten "und alles menschenmögliche unternehmen werden, um für Weltbild die bestmöglichen Sanierungschancen zu erreichen".

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Arndt Geiwitz und Werner Schneider zählen spätestens seit der Pleite des Drogeriekonzerns Schlecker zu den prominentesten Insolvenzverwaltern Deutschlands. Zuletzt war Geiwitz bei der Insolvenz des deutschen Ablegers von Alpine Bau im Einsatz, steuerte das Sanierungsverfahren des Strumpf-Fabrikanten Kunert und war Sachwalter des Callcenterbetreibers Walter Services.

Am 24. Oktober war bereits der Restrukturierungs-Experte Josef Schultheis zum Sanierungs-Geschäftsführer des Buchhändlers bestellt worden. Kurz zuvor war Schultheis in ähnlicher Funktion beim österreichischen Baukonzern Alpine beschäftigt.

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Die Geschäftsführer der Weltbild GmbH haben am 10. Januar beim Amtsgericht Augsburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für die Verlagsgruppe beantragt. Ein wesentlicher Auslöser hierfür war der Umsatzrückgang des ersten Halbjahres des Geschäftsjahres 2013/14, obwohl der Dezember über Planniveau lag. Das auch für die nächsten drei Jahre erwartete geringere Umsatzniveau verdoppelt den Finanzierungsbedarf bis zur Sanierung.
Am Donnerstag hat sich entgegen der Erwartung der Geschäftsführung heraus gestellt, dass die notwendige Finanzierung nicht zur Verfügung stehen wird. Die Vertreter der katholischen Kirche konnten nicht auf eine weitere Finanzierung ihres defizitären Verlags verständigen.

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