Werbesprech: Ärger um "Maybe"-Kampagne - Verbietet die Werbung doch ganz!

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kolumneWerbesprech: Ärger um "Maybe"-Kampagne - Verbietet die Werbung doch ganz!

, aktualisiert 18. Oktober 2013, 11:57 Uhr
Kolumne von Thomas Koch

Nach dem Verbot der „Maybe“-Kampagne von Marlboro und der Klage des Konzerns entbrennt eine erneute Diskussion um Einschränkungen der Werbefreiheit. Der ohnehin stark reglementierten Werbebranche drohen weitere Verbote. Ob dieser Weg richtig oder falsch ist, lässt sich diskutieren. In jedem Fall ist er inkonsequent.

Die „Maybe“-Kampagne von Marlboro läuft bereits seit drei Jahren. Doch dann wurde sie jäh gestoppt. Das Landratsamt München verbot dem Zigarettenkonzern Philip Morris die aktuelle, bundesweite Kampagne mit dem Argument, sie mache aus einem Zauderer (einem „Maybe“) einen Macher und würde besonders Jugendliche zum Rauchen animieren. Jetzt klagt Philip Morris gegen das Verbot. Die Klage sei am Donnerstag beim Verwaltungsgericht München eingereicht worden, teilte das Unternehmen mit. Das Verbot entbehre jeder Grundlage, die Kampagne halte alle gesetzlichen Vorschriften ein, sagte eine Sprecherin. Außerdem habe Philip Morris freiwillig jedes einzelne Motiv vor dem Einsatz der Wettbewerbszentrale zur Prüfung vorgelegt. Bereits 2012 äußerten die zuständigen Landesbehörden, aber auch das Bundesverbraucherschutzministerium Bedenken gegen die Kampagne. Dies veranlasste Philip Morris dazu, die Außenwerbung freiwillig auszusetzen. Der Sprecher des Forums Rauchfrei, Johannes Spatz, formulierte damals die Hoffnung, das könne der Beginn einer stärkeren Einschränkung der Tabakwerbung sein.

Hickhack um Tabakwerbung

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Man darf den Aufsichtsbehörden nun unterstellen, es ginge ihnen weniger um den Schutz Jugendlicher als schlichtweg um ein generelles Verbot der Tabakwerbung. Tatsächlich bemüht sich das Verbraucherschutzministerium seit Jahren darum, ein generelles Verbot der Werbung für Tabakprodukte in der „Nationalen Strategie zur Sucht- und Drogenpolitik“ zu verankern.

Doch ganz so einfach ist das nicht. Das Hickhack um das Werbeverbot entsteht schon deshalb, weil es sich bei Tabak um ein legales Produkt handelt, an dem der Bund bekanntlich gut verdient: Der Steueranteil auf jeder Zigarette liegt bei 73 Prozent und die Steuereinnahmen betrugen im vergangenen Jahr immerhin stolze 14 Milliarden Euro.

Werbeverbot für Barbie-Puppen?

Das Thema Werbeverbote betrifft jedoch nicht nur die Tabakindustrie. Von künftigen Verboten und Einschränkungen ist kaum eine Branche ausgenommen. Geht es nach dem Willen der EU-Kommission, drohen Werbeverbote für Alkohol und erhebliche Einschränkungen auch für die Bewerbung von Fastfood, Limonaden, Lebensmitteln, rezeptfreien Medikamenten - ja sogar für PKWs. Böse Zungen fordern daher auch ein Werbeverbot für Barbie-Puppen, da sie zum Schlankheitswahn verleiten und nachweislich süchtig machten...

Während es längst zahlreiche Verbraucherschutzmechanismen und freiwillige Selbstkontrollen gibt, die jede Form von Diskriminierung, Vertrauensmissbrauch und Sicherheitsgefährdung der Verbraucher sanktioniert, sind Werbeverbote nicht erforderlich. So argumentiert der in Berlin ansässige Markenverband. Tatsächlich ist das Grundrecht auf Kommunikationsfreiheit in unserem Grundgesetz verankert. Meinungs-, Medien- und Informationsfreiheit müssten daher auch für die Werbung gelten.

Weitere Einschränkungen und Werbeverbote hätten - und das übersehen die Politiker dabei allzu gern - signifikante Konsequenzen für unsere Medienvielfalt. Denn die meisten unserer Medien finanzieren sich in erheblichem Maße durch ihre Einnahmen aus Werbung. Weniger Werbung bedeutet daher automatisch auch weniger Medien. Das Schwert könnte also zweischneidiger nicht sein.

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