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kolumne Werbesprech: Der Traum vom Fliegen - ein Albtraum?

Kolumne von Thomas Koch

Die Billigflieger geraten immer häufiger ins Kreuzfeuer der Kritik. Der Kampf um den Billigpreis zwingt sie, Kosten zu sparen. Aber auch auf Kosten der Sicherheit ihrer Kunden? Selbst Deutschlands Vorzeige-Unternehmen, die Automobilbauer, müssen sich ermahnen lassen, mehr in die Sicherheit ihrer Kunden zu investieren. Eingängige Werbe-Slogans alleine reichen nicht aus.

Wer hat die meisten Starts pro Woche?

Platz 10: Air Baltic

Die lettische Fluggesellschaft fliegt ab Ende März bis zu dreimal täglich von München nach Riga und das ab 66 Euro. Air Baltic mit Sitz in Riga wurde 1995 gegründet. 2010 transportierte sie rund drei Millionen Fluggäste. Mit etwa über 1.200 Starts wöchentlich (im Juli 2011) liegt sie knapp hinter einer großen deutschen Billiglinie.

Bild: Pressebild

Man liest es und traut seinen Augen nicht. An einem einzigen Tag im Juli mussten drei Maschinen der Billigfluggesellschaft Ryanair gleichzeitig in Valencia notlanden. Der Grund: Weil sie offenbar nicht genügend Kerosin getankt hatten, ist ihnen in der Warteschleife der Treibstoff ausgegangen. Denn je weniger Kerosin ein Flugzeug tankt, desto geringer sind Gewicht und Verbrauch. Die Piloten von Ryanair stehen angeblich unter erhöhtem Druck, möglichst wenig Kerosin an Bord zu nehmen.

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Die Pilotenvereinigung Cockpit erhebt schwere Vorwürfe, das spanische Verkehrsministerium hat eine Untersuchung eingeleitet. Der spanische Verbraucherverband fordert gar den Entzug der Betriebserlaubnis. Ryanair dementiert alle Vorwürfe.

Problem 1: Fehlende Konsolidierung

Eine der größten Hürden der europäischen Luftfahrtbranche ist die starke Fragmentierung. Nach wie vor werden die nationalen Fluggesellschaften in den meisten Ländern Europas als Symbol des Nationalstolzes angesehen. So gibt es auch heute noch in fast allen Ländern klare Vorgaben, dass ausländische Investoren nicht die Mehrheit an dem nationalen Anbieter übernehmen dürfen.

Bild: dpa

Sparen auf Kosten der Kunden?
Gleichgültig, wie die Untersuchungen ausgehen, stärken diese Vorwürfe nicht gerade das Vertrauen in die Billflieger. Zumal ihre Angebote sich oftmals nicht günstiger erweisen als die der traditionellen Fluggesellschaften. Gefährdet also die unter einem aktuell schmerzhaften Gewinneinbruch leidende Ryanair die Sicherheit ihrer Passagiere, nur um Kosten zu sparen und das Betriebsergebnis zu verbessern?
Auch Air Berlin fliegt immer tiefer in die roten Zahlen. Auch sie ist nicht bekannt für einen besonders entgegenkommenden Service. Erst kürzlich machte ein Familienvater in einem Blogbeitrag seinem Ärger Luft, weil Air Berlin nicht bereit war, einen beschädigten Buggy zu ersetzen, obwohl er das geforderte Gutachten eingereicht hatte. Kundenorientierung sieht anders aus. Muss Air Berlin an das Debakel erinnert werden, das United Airlines vor einigen Jahren wegen einer zerbrochenen Gitarre erlebte?
Sparen die Fluggesellschaften also auf Kosten der Kunden? Ist das die letzte Antwort der Fluglinien und ihres Marketings auf die Zeichen unserer Zeit? Auf mündige, erwachsene und kritische Verbraucher, die für ihr Geld verständlicherweise einen adäquaten Gegenwert fordern. Die für Werte wie Sicherheit, Pünktlichkeit und Bequemlichkeit bereit sind, ihnen ihr Geld zu geben und ihnen ihre Loyalität zu schenken.

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