Kommentare zu: Die drei dümmsten Reklamefehler

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6 Kommentare
  • 01.08.2012, 08:32 UhrAndiDD

    Der Artikel zeugt von einer eklatanten Überschätzung der Werbung an sich und der Steuerungsfähigkeit durch "aktives" Eingreifen in Konsummechanismen. Der Autor unterliegt einer Kontrollillusion, die nur durch eine gewisse Betriebsblindheit zu erklären ist.
    Dass die meisten Menschen beim jedem Werbeblock angewidert wegzappen, die Toillette besuchen oder zumindest die Stummtaste drücken - und das nicht wegen fehlender Originalität, sondern wegen der Tatsache an sich - wird ausgeblendet. Ebenso wie die Tatsache, dass wohl nur Extremnerds sich "Dokumentationen" in YouTube betrachten. Wenn das die Zielgruppe sein soll, na gut.
    Wenn ein paar picklige Spätpubertierende Berufsschüler über - ey - die geilste Werbung sprechen und das in deren Musik ankommt, und das die Zielgruppe ist, auch na gut.
    Über das Absatzpotenzial wertigerer Produkte bei diesen Gruppen lässt sich bestimmt streiten. Vielleicht werden genau deshalb so viele Bier-, Pickelcreme- und Anti-Nagelpilzmarken beworben.
    Für alle anderen gilt wohl, dass insbesondere Fernsehwerbung auf purer Verzweiflung der Werbenden basiert.

    • 01.08.2012, 09:16 Uhrralfschwartz

      Du hast vollkommen recht, AndiDD, aus heutiger Sicht.
      So weit ist es schon gekommen. Die Leute laufen weg.
      Früher waren die Werbelöcke kürzer, die Werbung unterhaltender, da blieb man eher mal sitzen.
      Es gab sogar einigermaßen viele Spots/Kampagnen, über die gesprochen wurde.

      Heute findet man all dies eher selten. Genau das ist das Problem.

      Ich meine auch nicht, dass Menschen Werbung in ihr Leben lassen, sondern die Marke selbst, oder Werbemusik, die später zum Hit wurde. Wann haben wir dies das letzte Mal erlebt?

      Vor allem Deinen letzten Satz unterstreiche ich in den heutigen Zeiten!

    • 01.08.2012, 11:30 UhrAndiDD

      Ich weiß nicht, ob das nicht Rückblicks-Nostalgie ist. Sicher sind Tilly und das HB-Männchen irgendwie kultig. Aber nachdem er zum Tausendsten Mal mit dem gleichen Spot belästigt wurde, hat sich auch der damalige Zuschauer genervt abgewendet.
      Und an besonderes "Markenbewusstsein" beispielsweise in dem Siebzigern kann ich mich beim besten Willen auch nicht erinnern.
      Ich denke, das Problem ist ein Anderes: Wir werden heute im Minutentakt von Werbemist überflutet, so dass der Werbeterror schlicht und einfach beginnt, sich gegen die Verursacher zu richten. Zu glauben, Werbung müsste einfach nur origineller (oder noch penetranter) werden, und es fehle einfach nur der richtige Kick oder Kniff, halte ich für zu kurz gedacht.
      Beispiel Apple: Ein Unternehmen, das nur Mist produziert, den keiner wirklich braucht - und trotzdem (man höre und staune) ohne Werbung auskommt. Jedenfalls habe ich noch keine gesehen.
      Stellt sich die Frage: Wozu ist Werbung überhaupt gut? Genau diese Frage können die Fernsehwerber offensichtlich auch nicht beantworten.

    • 01.08.2012, 14:00 Uhrralfschwartz

      @AndiDD:
      Im Zweifel verdienen die Fernsehwerber ihr Geld damit, deshalb stellen sie sie nicht infrage. Deshalb kommt das Digitale hier auch nicht so richtig vom Fleck.
      Agenturstrukturen sind auf TV und ein bisschen Print ausgerichtet - aber auf keinen Fall darauf, das Beste für die Marke zu tun.

      Im Extrem müsste man sagen: Werbung ist der Preis, den das Unternehmen für sein suboptimales Produkt zahlen muss.
      Und der Preis ist mittlerweile so hoch, dass ich mich immer wieder wundere, wie akzeptiert diese immense Verschwendung von Geld, Zeit und Human Resources immer noch ist.

  • 01.08.2012, 09:22 UhrSillmann

    Jepp, klingt ein bisschen zu gewollt - wie ein moralischer Appell statt einem trockenen Ratschlag. Ehrlicher Dialog und so. Für welche Produkte soll sich das denn eignen? Waschmittel, Autos, Energie? Das wäre fatal, weil die günstigeren Konkurrenzangebote oft die besseren Deals sind.

    Also muss man das Image aufpolieren, um nicht zu sagen schönigen oder in den Himmel lügen. Wer das nicht macht, wer zudem den Mainstream verkennt und das Schlimmste - auf das Gute im Menschen setzt, der geht gnadenlos unter.

  • 01.08.2012, 09:27 Uhrralfschwartz

    Das ist ja fast schon zynisch, Sillmann.
    Gefällt mir.
    Aber das sind eben die einfachen, heute überall durchkommenden Reflexe.
    Genau diese Teufelskreise sind wieder zu durchbrechen!

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