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kolumne Werbesprech: Diese Todsünden gefährden ihre Marke

Kolumne von Ralf Schwartz

Charakterschwächen ziehen sich oft wie ein roter Faden durch das gesamte Unternehmen, machen meist seinen Misserfolg aus.

Nacktshopping

Zwei Kundinnen kaufen im Juni in Süderlügum im Kreis Nordfriesland direkt an der Grenze zu Dänemark Nackt ein. Zur Eröffnung seines neuen Grenz-Supermarktes hatte der Geschäftsinhaber freien Einkauf bis 2.000 DKK (rund 270 Euro) für die ersten 100 Kunden versprochen - allerdings nur, wenn diese nackt einkaufen.

Bild: dpa

"Sünden entstehen nach der klassischen Theologie aus sieben schlechten Charaktereigenschaften". Charaktereigenschaften, die man leider immer öfter in Werbung, Marketing und Unternehmen antrifft.

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Machen wir eine Reise durch die Facetten der neuen Todsünden (derart bezeichnet, da sie über kurz oder lang den Tod der Marke, des Unternehmens bedeuten):

Hochmut (Eitelkeit, Stolz, Übermut)

1. Nicht mehr der Kunde steht im Mittelpunkt wirtschaftlichen Handelns, sondern der Profit. Der Konsument wird Mittel zum Zweck, im Grunde stört er die industriell genormten Abläufe. Das haben wir alle schon erlebt. Das Unternehmen, gegründet, um unsere Probleme und Sehnsüchte vorherzusehen, wendet sich geradezu gegen uns, sobald wir es kritisch hinterfragen.

2. Das Management stellt Mitarbeiter ein, die ihm selbst nicht gefährlich werden können, und gefährdet damit das gesamte Unternehmen. Reine Erfüllungsgehilfen. Jetzt wird auch intern nichts mehr hinterfragt.

Richtig gefährlich wird es, wenn sich Hochmut und Faulheit verbünden.

Faulheit (Feigheit, Ignoranz, Trägheit des Herzens)

3. Warum noch selbst etwas wagen, warum noch selbst kreativ oder innovativ werden, wenn man nur die neuesten Entwicklungen des Wettbewerbs (siehe Samsung) adaptieren muss?

4. Warum dann nicht aus der Not des Early Followers eine Tugend machen und die Strategie des 'Outspending Competition' verfolgen, die in vielen generischen Märkten immer wieder gern gewählt wird. Wenn ich schon nichts zu sagen habe, gebe ich dafür wenigstens das meiste Geld im Wettbewerbsumfeld aus. 'Man gönnt sich ja sonst nichts'.

Outsmarting Competition ist in diesen Unternehmen ein wahres Fremdwort.

5. Daher muss man wohl Fans kaufen, statt Freunde, Botschafter, Marken-Advokaten zu gewinnen. (Das führt inzwischen soweit, dass Facebook gegensteuern will, um seine Währung, die 'Likes', authentisch zu erhalten.)

6. Verwaltung, statt Gestaltung, steht hier an erster Stelle. Bürokratie, die Apparate aufbläht, Wasserköpfe erzeugt, weiter vom eigentlichen Sinn des Unternehmens ablenkt.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 06.09.2012, 14:59 UhrDrSchulz

    Die Themen Marketing und Organisation waren schon immer wichtige Themen der Unternehmensführung und werden oft unterschätzt. Kleine und mittelständische Unternehmen bekommen hierfür sogar Fördermittel: http://www.foerdermittel-bayern.de

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