Bild: dpaNacktshopping
Zwei Kundinnen kaufen im Juni in Süderlügum im Kreis Nordfriesland direkt an der Grenze zu Dänemark Nackt ein. Zur Eröffnung seines neuen Grenz-Supermarktes hatte der Geschäftsinhaber freien Einkauf bis 2.000 DKK (rund 270 Euro) für die ersten 100 Kunden versprochen - allerdings nur, wenn diese nackt einkaufen.
Bild: dapdSexspielzeug für die Spielfreak-Frauen
Eine Szene aus dem Computerspiel "Diablo 3". Der letzte Titel der Diablo-Reihe war inzwischen zwölf Jahre alt, als die Fortsetzung kam und Spieler in der ganzen Welt dem Erscheinen mit großer Spannung entgegen sahen. Der Verkauf war schließlich ein riesiger Erfolg. Der Französische Erotik Versand "Absoloo" zog daraus die eigenen Verkaufserfolge und warb zum Start des Spiels mit einer kuriosen Werbeaktion: Frauen oder Paare, die sich mit einer Version des Spiels auf der Facebookseite des Versandes zeigen, bekamen einen Gutschein für eine kostenloses Erotik-Spielzeug für die Frau. Die Idee: Frauen, die vom Partner dank "Diablo 3" vernachlässtigt würden, sollten so entschädigt werden. Die Werbeaktion war ein voller Erfolg: In wenigen Stunden gab es eine Flut an Fotos.
- Bild: Screenshot
Brötchen wie Brüste
Eine weitere dänische Aktion: Der größte Brot- und Backwarenhersteller des Landes, Kohberg, wollte 2011 mit einer besonderen Aktion deutlich machen, dass er Sponsor des großen Jahresevents der "Dänischen Gesellschaft für Brustkrebs" war. Seinen Bestseller, die Roggenbrötchen „Rugbrødsboller" verpackte Kohberg in einem besonderen Design: auffällig und für das Thema Brustkrebs sensibilisierend.
Das Ergebnis: In der neu entworfenen Verpackung sahen die Brötchen wie Brüste aus, die von einem rosafarbenen BH-verhüllt werden. Das Ganze übrigens für den guten Zweck: Ein Teil des Erlöses sollte der Brustkrebs-Gesellschaft zu Gute kommen.
Bild: ScreenshotGuerilla-Marketing
Schon fast ein Klassiker sind die Guerilla-Marketingkampagnen von Nike, bei denen der Sportartikelhersteller übergroße Fußbälle so arrangierte, als seien sie in Gebäude oder Autos eingeschlagen. Auch gigantische Turnschuhe sollten auf die Produkte des Unternehmens aufmerksam machen.
Bild: ScreenshotVorname gegen Gratis-Games
Ebenso verrückt war die Idee, mit der 2009 der britische Spiele-Entwickler "Codemasters" Kunden dazu bringen wollte ihre Kinder Jason zu nennen: Die Erfinder des Rollenspiels „Rise of the Argonauts“ forderten frisch gebackene Eltern dazu auf ihr Kind nach dem Hauptcharakter Jason zu benennen. Dafür sollten sie einen kostenlosen Spiele-Vorrat bekommen. Als Beweis reichte eine Kopie der Geburtsurkunde.
"Codemasters" erhoffte sich aber neben einer Steigerung der Verkäufe, dass "dem traditionellen Namen Jason zu neuem Ruhm" verholfen werden könne. Ob die Verkaufszahlen damit angekurbelt wurden und der Name Jason seitdem wieder häufiger ist auf der Insel, ist nicht bekannt.
Bild: dapdDie Kostenlos-Ausgabe
Am vergangenen Wochenende machte die Bild-Zeitung zum 60. Geburtstag des Blatts eine Werbeaktion im großen Stil: Zum Jubiläum wurden 41 Millionen Gratis-Exemplare der Zeitung an deutsche Haushalte verteilt. Ungefragt landete die Zeitung samstags in sämtlichen Briefkästen der Bundesrepublik. Der Titel: "Frei-Bild für alle". Wer die kostenlose Ausgabe nicht wollte, konnte der Zustellung im Internet widersprechen. Mehr als 238.000 Menschen taten dies auch.
Bild: ScreenshotDer Flash Mob
Passend zum damaligen Slogan "Life's for Sharing" organisierte und choreografierte T-Mobile am Liverpooler Bahnhof einen riesigen Tanz-Flash Mob: Wie aus dem Nichts fingen zahlreiche Passanten im Bahnhof an zu tanzen. Der selbe Choreograf, Michael Gracey, schuf für die amerikanische Talkmasterin Oprah Winfrey zum Jubiläum ihrer Show einen noch größeren Tanz-Flash mob, bei dem das Publikum während eines Life-Auftritts der Black Eyed Peas zu tanzen begann.
Bild: Pressebild"Der beste Job der Welt"
Wie wäre es mit einem Hausmeisterjob auf der traumhaftesten Insel der Welt? So warben die australischen Behörden von Queensland 2009 für "The best job in the world" und forderte dazu weltweit Abenteuerlustige auf an dem Wettbewerb teilzunehmen. Ben Southall setzte sich am Ende gegen fast 35.000 Bewerber durch. Sein Job oder besser Gewinn: Ein halbes Jahr auf Hamilton Island in einer Privatvilla leben, schnorcheln, in der Sonne liegen, am Strand spazieren gehen und Leuten in einem Werbe-Blog davon erzählen, wie schön das alles auf der Insel doch ist. Dafür sollte es noch 150.000 australische Dollar (rund 80.000 Euro) Honorar geben.
Die Werbekampagne sollte den Nordosten von Queensland einem breiteren Publikum bekanntmachen machen. 1,7 Millionen australische Dollar (rund 860.000 Euro) kostete die ganze Aktion. Die weltweite Werbung, die mit der Stellenausschreibung verbunden war und die Zeitungen, TV- und Radiostationen und Online-Magazine kostenlos machten, soll dafür mehr als 110 Millionen Dollar (82 Millionen Euro) wert gewesen sein.
Bild: APDas Sponsoring
Was sonst nur Sportarenen und Konzerthallen droht, könnte nun einer japanischen Kleinstadt blühen: Die Stadt Izumi-Sano ist pleite und will ihre Kassen durch einen Sponsorenvertrag wieder auffüllen: Die Gemeinde wird dann den Namen des Meistbietenden tragen. Statt in Izumi-Sano leben die Menschen dann künftig beispielsweise in Nintendo-City oder Sonyville.
Nacktshopping
Zwei Kundinnen kaufen im Juni in Süderlügum im Kreis Nordfriesland direkt an der Grenze zu Dänemark Nackt ein. Zur Eröffnung seines neuen Grenz-Supermarktes hatte der Geschäftsinhaber freien Einkauf bis 2.000 DKK (rund 270 Euro) für die ersten 100 Kunden versprochen - allerdings nur, wenn diese nackt einkaufen.
Werbung ist tumb - und das hat seinen Grund: Warum sollte Werbung intelligent sein, wenn Marketing und Produkt einfältig sind? Warum sollte Werbung intelligent sein, wenn der Rezipient naiv ist? Warum sollte Werbung intelligent sein, wenn das Medium sich töricht zu immer neuen intellektuellen Tiefen herablässt?
Tumb? Ja, Werbung ist tumb. Wissen.de listet diese Definition:
tumb〈Adj.〉töricht, naiv, einfältig ... und u.a. diese Synonyme:
1. naiv, kindlich, arglos, harmlos, treuherzig, kritiklos, unkritisch, urteilslos, undifferenziert, bieder, schlicht, beschränkt, .., simpel, einfach
2. töricht, tölpelhaft, unklug, .., ungeschickt, schwerfällig; ugs: unbedarft, stieselig, blöde, doof, einfach/schlicht gestrickt
Aber ist das so verkehrt? Ist das nicht ihre hervorragende Aufgabe? Die Trends um sie herum zu assimilieren? Sich chamäleonartig zu wandeln ohne aufzuregen, aufzufallen und zu polarisieren? Die ideale Reflektion ihres gesellschaftlichen Kontextes zu sein? Schlussstein des Brückenbogens zu sein, gespannt vom real-existierenden Produkt zum wahrhaften Konsumenten?
Tumbe Reklame ist nicht mehr und nicht weniger als der vorläufige Höhepunkt kommunikativer Evolution:
Bild: FotoliaJunior Art Director
Werbeagenturen bewegen und verdienen viel Geld, aber auch in der bunten Werbewelt fängt beim Gehalt jeder klein an. Ein 27 Jahre alter Junior Art Director hat ein durchschnittliches Jahresgehalt von 28.967 Euro. Da in der Branche oft nach Leistung gezahlt wird, steigt das Gehalt mit den Dienstjahren. Das ist das Ergebnis einer Erhebung vom Onlineportal www.gehalt.de Ausgewertet wurden über 5.000 Datensätze.
Bild: FotoliaDesigner
Einen festen Berufsweg in die Werbebranche gibt es nicht. Viele talentierte Quereinsteiger und natürlich auch studierte Werber kommen über schlecht bis nicht bezahlte Praktika in die Agenturen. Finanzielle Höhenflüge kommen erst nach der mitunter harten Einarbeitungszeit. So verdient beispielsweise ein 33 Jahre alter Designer pro Jahr im Schnitt 31.012 Euro.
Bild: FotoliaMarketing-Abteilung
Geregelte Arbeitszeiten gibt es in der Branche kaum, von den Mitarbeitern wird Flexibilität verlangt, Überstunden dürfen kein Fremdwort sein. Kreativ sein geht eben nicht nur in festen Arbeitszeiten. Die kreativen Köpfe, die sich um das Marketing kümmern und 30 Jahre alt sind, bekommen dafür durchschnittlich 34.306 Euro im Jahr.
Bild: FotoliaProjektmanager
Das Projektmanagement entscheidet, wer, was, wann und innerhalb welcher Deadline zu erledigen hat. Dafür bekommt ein 33-jähriger Projektmanager im Jahr durchschnittlich 38.063 Euro. Grundsätzlich gilt: Kleine Agentur, kleiner Verdienst, große Agentur, großer Verdienst.
Bild: ZBSPTexter
Mit dem Text - geschrieben oder gesprochen - steht und fällt die Kampagne. Einprägsame Werbeslogans wie "Geiz ist geil" werden oft deutlich stärker mit einer Marke oder einem Produkt assoziiert als die Plakate beziehungsweise Bilder. Dementsprechend werden die Stars der Branche auch entsprechend bezahlt. Ein durchschnittlicher Werbetexter im Alter von 35 Jahren bekommt im Schnitt immerhin 38.833 Euro pro Jahr.
Bild: APPR-Manager
Die Branche ist Branche ist geprägt von kleinen und mittelständischen Agenturen. Diejenigen, die die Agentur nach außen hin verkaufen, bekommen dafür rund 39.000 Euro im Jahr. Ein 43-jähriger PR-Manager verdient im Schnitt 38.991 Euro.
Bild: FotoliaKonzepter
Auch in der Werbebranche gibt es was das Gehalt betrifft, Unterschiede zwischen Ost und West. Bekommt ein Mann in Bremen 41.121 Euro pro Jahr, verdient er in Sachsen nur 32.741 Euro. Das höchste Gehalt bekommen die Werber in Baden Württemberg bezahlt, in Mecklenburg Vorpommern gibt es das schlechteste. Der Durchschnittskonzepter, 33 Jahre alt, verdient pro Jahr 41.622 Euro.
Bild: dpaController
Die Branche ist aber nicht nur offen für die kreativen Köpfe, auch Zahlenjongleure sind gefragt. Ein 33-jähriger Controller verdient im Schnitt pro Jahr 43.626 Euro.
Bild: dpaCreative Director
Wie auch in vielen anderen Berufen gibts auch in der Werbebranche immer noch unterschiedliche Gehälter für Frauen und Männer. Laut Online-Portal www.gehalt.de klafft die Lücke mitunter bis zu 5000 Euro. Der Beruf des Kreativdirektors ist auf der Gehaltsliste der Branche unabhängig vom Geschlecht auf Platz zwei. Ein durchschnittlicher Creatie Director im Alter von 48 Jahren verdient im Jahr 80.934 Euro.
Bild: FotoliaGeschäftsführer
Das meiste Gehalt bekommt natürlich der Geschäftsführer der Agentur. Für das Ranking wurden allerdings nur die Gehälter von Chefs mit disziplinarischer Personalverantwortung ausgewertet. Demnach bekommt ein durchschnittlicher Geschäftsführer im Alter von 41 Jahren pro Jahr 128.546 Euro.
Junior Art Director
Werbeagenturen bewegen und verdienen viel Geld, aber auch in der bunten Werbewelt fängt beim Gehalt jeder klein an. Ein 27 Jahre alter Junior Art Director hat ein durchschnittliches Jahresgehalt von 28.967 Euro. Da in der Branche oft nach Leistung gezahlt wird, steigt das Gehalt mit den Dienstjahren. Das ist das Ergebnis einer Erhebung vom Onlineportal www.gehalt.de Ausgewertet wurden über 5.000 Datensätze.
1. Tumbe Reklame konzentriert sich auf das Wesentliche.
Tumbe Reklame ist nicht blöd (!). Sie trägt immer noch die Intuition kluger Werbung in sich. Kreativ ist, was verkauft; das hat man ihr oft genug gesagt. Nun glaubt sie es selbst. Und was verkauft sich in diesen Zeiten ubiquitären Ramsches besser als der Ramsch?
2. Tumbe Reklame ist wahrhaftig und klar.
Tumbe Reklame kommt ohne Umschweife zum Punkt: Zielgruppe. Produkt. Preis. Packshot. Da wird nicht lange drumherumgeredet. Effizient. Effektiv. Geschichten kann man sich beim Bäcker erzählen. Die Umarmung. Der Kuss. Und Schluss. Das beste Persil aller Zeiten.
3. Tumbe Reklame stellt den Menschen nicht in Frage.
Tumbe Reklame geht dem Konsumvolke nicht mehr inspirierend voran, sondern bestätigt es dort, wo es sich träge hinter dem Ofen lümmelt. In seiner Comfort Zone. Warum auch nicht?
Warum jemanden verunsichern, sein Leben infrage stellen, wenn man ihm doch etwas verkaufen möchte? Ihm muss man schmeicheln, sie muss man umgarnen. Dann klappt es auch mit dem Nachbarn.
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