Werbesprech: Facebook-Fans im Schweinebauch

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kolumneWerbesprech: Facebook-Fans im Schweinebauch

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Facebook verkauft Fans im Rabatt-Paket. Das bringt aber nicht immer etwas

Kolumne von Ralf Schwartz

Des Marketings Nulltarif-Mentalität hat Social Media erreicht: Man kann Fans & Follower via Schweinebauch-Anzeige kaufen. "1000 Fans für 19,98 Euro". Entsprechend sind die Erfolge.

Nun also kann man Fans & Follower via Schweinebauch-Anzeige kaufen, "Fischmarktangebote", wie der Wirtschaftspublizist und Blogger Gunnar Sohn es beschreibt. Ein spannendes Spielfeld für den 'cleveren' Marketingmanager, der bisher versuchte, mit Gewinnspielen neue Fans und Followern zu finden.

Es geht gar nicht so sehr um die Tatsache selbst oder darum, dass man derartiges 'nicht tut', es geht eher darum, sich zu fragen, welchen Nutzen, welche Leistung man sich bei derartigen Angeboten bloß verspricht!?

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Denn während es in der guten alten Zeit um Aufmerksamkeit und Bekanntheit einer möglichst großen Konsumentenmasse ging, geht es heute darum, Teil des Lebens des einzelnen Konsumenten zu sein - was neue, rare, exklusive und deshalb nicht ganz billige Kompetenzen erfordert.

Früher stellte man sich dem Konsumenten einfach, mittels Werbe-Blöcken, in den Weg, unterbrach schroff, was er gerade und gerne tat. In digitalen Zeiten muss die Marke ihre Fans, Follower, Konsumenten geradezu anlocken, etwas bieten, was so sehr begeistert, was so neu und anders ist, dass der Nutzen, der Wert erkennbar auf der Hand liegt und überzeugt. Nun zählt nicht länger Ablenkung, sondern Engagement.

Dabei werden als erstes die Marken mit Schnäppchen-Mentalität auf der Strecke bleiben. Schlecker ist hier nur die Spitze des Eisberges. Immer öfter wird man hören: "Die Marke X möchte im Schnäppchen-Paradies abgeholt werden. Keiner will (mehr) mit ihr spielen".

Tückischer Nulltarif

Wer dies Schicksal nicht teilen möchte, der sollte sich über die folgenden Punkte nachhaltige Gedanken machen:

Erstens: Agentur-Pitches zum Nulltarif Nicht erst seit Deichmann
 wissen wir, dass der durchschnittliche Marketer für Agentur-Pitches kein Geld mehr ausgibt. Bzw. nicht mehr ausgeben muss, da sich immer ein paar Dumme finden, die mitspielen - was auch direkt die Qualität des Ganzen beschreibt.

Zweitens: Media-Planung zum Nulltarif Schon vor 15 Jahren haben die größten Mediaplayer einem von ihnen begehrten Kunden die Betreuung des ersten Jahres zum Nulltarif angeboten. Dann aber diesen Kunden wenigstens im zweiten Jahr so richtig bluten lassen. Meist gab es dann kein drittes Jahr mehr. Der Kunde war reines Mittel zum Zweck. Wachstum und Größe brachten der Agentur weitere Rabatte, Verhandlungsspielräume, Vorteile.

Heute zahlt auf diese Art der Sender, nicht mehr der Kunde den Media-Einkauf. Die Agentur legt die Media-Strategie kostenlos obendrauf, sie verdient diesen Namen schon lange nicht mehr.

Drittens: Kreativ-Agentur zum Nulltarif "Dürfen wir eine kostenlose Probe unserer Arbeit bei Ihnen hinterlassen?" - "Wir haben da eine geniale Idee!" - "Wir würden gerne mit dieser Idee an einem Kreativ-Wettbewerb teilnehmen." - "Da wir schon für eine Marke bei Ihnen arbeiten, würden wir Ihnen gerne zeigen, was wir für eine weitere Marke Ihres Hauses bewegen könnten, probehalber, kostenlos, sechs Monate lang."

Statt mit Leistung zu überzeugen, wedeln viele mit dem Nulltarif. Entsprechend ausgebildet, kreativ, intuitiv sind die Mitarbeiter und Heureka-Momente, so bescheiden die Markterfolge.

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