Werbesprech: „Ich bin eine Marke - holt mich hier raus!“

kolumneWerbesprech: „Ich bin eine Marke - holt mich hier raus!“

Kolumne von Ralf Schwartz und Thomas Koch

Die Fernsehsender überschwemmen den Markt mit Trash-Shows - obwohl die Quoten rückläufig sind. Ist Markenwerbung in „Ich bin ein Star“ sinnvoll? Oder kann sie aus einer hochwertigen Marke gar eine Trash-Marke machen?

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Die Werbeblöcke der aktuellen "Ich bin ein Star-Staffel" sind plötzlich prall gefüllt.

Koch: „Deutschland sucht den Superstar“ und „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ sind auf die deutschen Bildschirme zurückgekehrt. Meinen die Sender ernsthaft, Deutschland braucht alle diese Trash-Shows gleichzeitig?

Schwartz: Was wir hier erleben, ist nichts weiter als das gleiche Überangebot an Koch-Shows und sogenannten „Scripted Reality“-Menschen-Vorführ-Möchtegern-Dokus. Ein Privatsender startet ein neues Format und alle ziehen mit Kopien nach. Besonders auffällig ist das bei den vielen Casting-Shows, die gerade laufen.

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Koch: Und selbst sinkende Quoten halten sie nicht davon ab? Es ist doch logisch, dass selbst die trash-geübtesten Zuschauer bei diesem Überangebot irgendwann gelangweilt wegzappen.

Schwartz: Die Quoten sinken zwar, aber sie liegen meist über dem Senderdurchschnitt. Das hebt den Sender-Marktanteil zwar nicht, aber es hält ihn stabil. Die Sender wollen schließlich nur Geld verdienen. Womit ist egal. Was eher fragwürdig ist, sind doch Formate wie der x-te Ekel-Aufguss von „Ich bin ein Star - holt mich hier raus!“

Koch: Das klingt ein bisschen wie: Sie wollen nur spielen… Die Quoten von "Ich bin ein Star" sind ja durchaus sehenswert. Für die DSDS-Sendung vom vergangenen Samstag meldet jedoch der Branchendienst Kress neue Tiefstwerte. Das Fernsehen wird später einmal von sich behaupten können, es sei das einzige Medium gewesen, das seine Nutzer versuchte, für dumm zu verkaufen. Solange sie dabei immer mehr Zuschauer verlieren…

Schwartz: Wird das jetzt ein Abgesang aufs Fernsehen? Damit sollten sich besser die Feuilletonisten beschäftigen. Wir kümmern uns doch hier um Marketing, das erfolgreiche Führen von Marken und um Werbung.

Koch: Deshalb mache ich mir ja Sorgen. Nachdem die werbenden Unternehmen den bisherigen „Ich bin ein Star“-Staffeln fernblieben, sind plötzlich die Werbeblöcke prall gefüllt.

Schwartz: Du meinst, wenn sich in den Werbeblöcken die nicht einmal schrulligen 11880-Spots die nervtötenden Fingerpuppen von Swoodoo die Hand geben? Und zum guten Abschluss Daniela Katzenberger das Billig-Möbelhaus Poco Domäne anpreist?

Koch: Offen gestanden habe ich daran nichts auszusetzen. Denn hier passt sich das Niveau der Werbespots doch augenscheinlich dem erwarteten Niveau der Zuschauer an.

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