Werbesprech: So macht Konsum keinen Spaß (mehr)

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kolumneWerbesprech: So macht Konsum keinen Spaß (mehr)

Kolumne von Thomas Koch

Das Konsumklima im Lande nimmt wieder einmal ab. Das alleine wäre kein Beinbruch, wenn uns nicht gleichzeitig auch der Spaß am Konsum verdorben würde. Selbst teuerste Markenware entpuppt sich immer häufiger als Schrott. Wenn die Marke nicht endgültig zu Grabe getragen werden soll, müssen Marketing und Werbung schleunigst eingreifen.

Zum wiederholten Mal nimmt das Konsumklima ab. Die GfK-Studie „Konsumklima MAXX“ beschert uns für den September einen signifikanten Einbruch der Konjunktur- und Einkommenserwartung, aber leider auch der Anschaffungsneigung. Dieses Mal ist es wohl auch die angespannte geopolitische Lage, die nach Meinung der deutschen Konsumenten unsere wirtschaftliche Entwicklung bedroht. Tatsächlich ist der Opel-Absatz in Russland laut Opel-Chef Neumann um ein Viertel zurückgegangen.

Das Konsumklima ist überlebenswichtig für das Wohlbefinden unserer Marken. Sinkt dieser Indikator, halten die Verbraucher ihr Geld zurück, kaufen weniger oder - ebenso fatal für die Marken - sie kaufen billiger. Statt Edeka Diskounter, statt Markenware billige No-Name-Ware. Aber das Konsumklima alleine muss keinen nachhaltigen Schaden anrichten. Dafür sorgt bereits der Umstand, dass der Konsum oftmals einfach keinen Spaß mehr macht. Während die Unternehmen für die geopolitische Lage nicht verantwortlich gemacht werden können, liegt es sehr wohl an ihrem Können oder Unvermögen, uns den Spaß am Kaufen zu versüßen oder zu verleiden.

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Werbung nervt

Hühnersuppe ohne Huhn

Soeben hat die Organisation Foodwatch die diesjährigen „Goldenen Windbeutel 2014“ für die dreistesten Werbelügen verliehen. Eine Rekordzahl von 158.000 Verbrauchern hatte sich an der Wahl beteiligt und mit 46 Prozent der Stimmen einen eindeutigen „Sieger“ gekürt: Die „Mahlzeit zum Trinken“ aus dem Hause Alete. Es handelt sich dabei um eine Trinkmahlzeit für Kinder im Alter ab zehn Monaten, die offenbar Karies fördert, zu Überfütterung führt und deren Vermarktungsstopp seit Jahren von Kinderärzten gefordert wird.

Darüber ist die Verärgerung der Verbraucher groß. Ausgerechnet von Herstellern von Kindernahrung erwarten sie einen gewissenhaften und verantwortungsvollen Umgang mit der Gesundheit. So aber erschüttert Alete das Vertrauen in Marken. Und eben nicht nur in die eigene. So macht Konsum keinen Spaß.

Das gilt ebenso für die Nächstplatzierten: Eine Hühnersuppe von Knorr, die kein Hühnerfleisch enthält und das „Vitaminwasser Glacéau“ von Coca-Cola, laut Foodwatch „billiges Wasser, aufgepeppt mit Aromen, Farbstoffen und überflüssigen Vitaminzusätzen“. Wenn uns die Marken hintergehen, macht Konsum keinen Spaß.

Noch weniger Freude werden zahlreiche Neuwagenkäufer eines Opels der Modellreihen Adam und Corsa an ihren erst vor wenigen Monaten ausgelieferten Fahrzeugen haben. Der Autobauer rief 8.000 der seit Mai hergestellten Fahrzeuge zurück, weil ihre Lenkung fehlerhaft sein könnte. Der Schaden kann so gravierend sein, dass es einer Sicherheitsüberprüfung bedarf und die Neuwagen vorerst stillgelegt werden müssen. Abgesehen davon, dass man sich nicht vorstellen kann, wie es trotz Qualitätsmanagement zu solchen Fehlern kommt, macht der Hersteller damit seine vielfach gelobte „Umparken im Kopf“-Kampagne zur Farce. Die neue Marketingvorständin Tina Müller wird toben. Denn so macht der Autokauf keinen Spaß.

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