Werbesprech: Werber: Im Kreis, gegen Windmühlen

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kolumneWerbesprech: Werber: Im Kreis, gegen Windmühlen

Kolumne von Ralf Schwartz

Wenn von 12.000 Agenturen nur eine Handvoll die Branche laut infrage stellt, hat diese Branche ein Problem. Das Marketing wirkt dabei fatal gleichgültig. Zeit zu Handeln.

Vor kurzem beschrieb Thomas Koch, mein Co-Kolumnist, "Warum Werbeleute keinen blassen Schimmer haben". Hubertus von Lobenstein antwortete darauf letzte Woche mit einem Offenen Brief: "Schluss mit dem Werber-Bashing".


Was denkt das Marketing darüber? Was die anderen Agenturen? Weder bei Thomas, noch bei Hubertus (oder gar in w&v/Horizont, den Branchenblättern) gab es größere Diskussionen zum Thema. Kein Werber-Medium steckte die beiden in einen Raum und harrte der Dinge. Niemand lud sie ein, diese Kontroverse zusammen vor interessiertem Publikum auszutragen. Schweigen im Walde. Überall.

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Hat die Branche keine Meinung? Oder keine Zeit?

Natürlich haben Werber "keinen blassen Schimmer", Thomas, und natürlich gibt es ein oder zwei Handvoll gute Werber da draußen, Hubertus.
Und nun? Weitergehen? Hier gibt es nichts zu sehen? Eine ganze Branche schaut weg, schüttelt, zustimmend, den Kopf?

Was, liebe Marketer, nutzen solche Agenturen und Berater? Ihr Schweigen klingt nicht gerade leidenschaftlich, kreativ oder innovativ. Nicht aufmüpfig oder disruptiv. Aber erwarten wir nicht genau das von guten Werbern? Von guter Werbung?

Was nutzt eine Branche, in der niemand eine relevante Stimme hat? Niemand mehr mitreißt? In der auch kein relevantes Medium existiert, das nach vorne denkt, das Denkstrukturen einreißt und Neues gebiert? Oder ist der Einzelne so kreativ, dass man keine Inspiration von außen benötigt?

Was stellt man an mit einer Branche voller stumpfer Verbände, die sich hinter ihren teuersten (im doppelten Sinne) Mitgliedern verstecken, um den Status Quo zu wahren, so unerträglich kommerziell und langweilig er auch sei?

Was stellt man an mit Marketern, die sich über Rabatt- und Honorar-Diskussionen beim Controlling profilieren, statt der eigenen Marke im Kopfe und Herzen des Konsumenten zum Siege zu verhelfen? Marketer, denen die Qualität der Werbebranche, ihr Revolutionspotenzial egal zu sein scheint?

Wir sind inzwischen soweit - ich mag es gar nicht erzählen -, dass die aktuelle Ausgabe des Magazins „Business Punk“ Joko und Klaas auf dem Cover zeigt: mit der Headline "Unsere Kreativsten"! Joko und Klaas! Was muss noch alles passieren, bis Ihr wach werdet?

Die wenigen Werber, die noch ihre Stimme über das Branchengrundrauschen, ein bloßes leises In-sich-Hineingrummeln, erheben, erinnern mich immer öfter an Don Quixote, Sancho Panza und die gute, alte Rosinante. Und Ihr alle macht sie dazu! Gemeinsam einsam arbeiten sie sich an 12.000 Windmühlen ab - statt dass Ihr an ihrer Seite reitet und für Vielfalt, Kreativität und Innovation kämpft.

Längst sind ihre Worte stumpf wie ihre Schwerter. Zu oft hörte man schon den einsamen Amir in der Kreativ-Wüste.

Längst reichen ihre Kräfte nicht mehr zu jugendlichem Galopp in der Attacke, sondern nur noch zum rückenschonenden Trab den Berg hinunter. Ihr habt sie geschafft, mit Eurem gebetsmühlen-artigen Gleichmut. Es wird Zeit, nicht länger im Kommerzkreise sich zu drehen, sondern endlich den Kampf gegen die Windmühlen in den eigenen Köpfen aufzunehmen.

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