Werbesprech: Wie die Piraten alles auf den Kopf stellen

kolumneWerbesprech: Wie die Piraten alles auf den Kopf stellen

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Unternehmen sollten sich ein Beispiel an der Transparenz der Piraten nehmen.

Kolumne von Thomas Koch

Die Piratenpartei wird in Schleswig-Holstein und NRW in die Landtage einziehen. Aber es geht um mehr als nur ihren Einfluss auf die Politik. Die Phänomene, die zu dieser politischen Revolution führen, üben längst einen bemerkenswerten Einfluss auch auf Unternehmensführung, Marketing und Werbung aus. Manager, die sich dem verschließen, werden auf der Strecke bleiben.

Eine der Hauptforderungen der Piraten ist bekanntlich Transparenz. Sie führen Transparenz in die politische Landschaft und vor allem auch in politische Entscheidungen ein. Das Internet macht es möglich. Mit ihrem System „Liquid Democracy“ stellen sie das Delegierten-System der etablierten Parteien in Frage, ermöglichen jedem Parteimitglied die Beteiligung an jedem erwünschten Thema und damit Einfluss auf alle Programminhalte der Partei. Das Internet macht es möglich.

Seit das Internet 1993 kommerziell eingeführt wurde, hat es unsere Welt in rasender Geschwindigkeit revolutioniert. Zunächst die Kommunikation der Menschen untereinander, dann auch unser Kaufverhalten. Das Internet macht unsere Welt so transparent wie nie zuvor. Es hat die Wirtschaft zu einem globalen Dorf verschmolzen, in dem jeder seine Waren und Dienstleistungen anbieten kann, gleichgültig, wo er sitzt. "Suchen" heißt heute "googeln". Bis zu 76 Prozent der Käufer nutzen vor dem Kauf Online-Preisvergleiche. Wir lesen Bewertungen, bevor wir ein Urlaubshotel buchen. Wir vergleichen sogar potenzielle Lebenspartner in Partnerportalen. Die Transparenz, die uns das Internet heute in unzähligen Lebenssituationen liefert, ist längst selbstverständlich.

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Diese neue Transparenz macht aber auch vor der Unternehmensführung, und erst recht vor Marketing und Werbung nicht Halt. Doch was sind die Konsequenzen? Müssen wir künftig Mitarbeiter ernst nehmen? Müssen wir unseren Kunden künftig zuhören? Müssen wir Mitarbeiter und Kunden künftig an Entscheidungen beteiligen? Die Antwort darauf findet sich in einem Manifest namens "Declaration of Liquid Culture". Dort heißt es beispielsweise zum Thema Liquid Economy: "Teilen ist das neue Haben. Güter sind nicht nur zum Besitzen da, sondern zum Teilen."

Erste Erfahrungen damit machen derzeit die Automobilkonzerne. Car-Sharing ist in vielen deutschen Städten ein Angebot, das großen Anklang findet. Man besitzt kein eigenes Auto mehr, sondern mietet und teilt es nach Bedarf. Mercedes (Car2Go) und BMW (Drive Now) machen fleißig mit. Ob sich die Konzernbosse wohl im Klaren darüber sind, dass sich ihr Geschäftsmodell quasi in Luft auflöst, wenn das Nichtbesitzen eines Autos zum guten Ton avanciert?

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