Werner knallhart: Das Ticket-Chaos bei Bus und Bahn macht arm und krank

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kolumneWerner knallhart: Das Ticket-Chaos bei Bus und Bahn macht arm und krank

Kolumne von Marcus Werner

Das System des Föderalismus ist in Deutschland gescheitert. Der Beweis: das katastrophale Fahrkarten-System im ÖPNV. Um das auf kundenfreundlich umzustellen, braucht es offenbar einen guten Diktator.

Ich habe mal wieder einen ÖPNVH. Das ist der Hals, den man bekommt, wenn man eine Fahrkarte für den öffentlichen Personennahverkehr kaufen will.

Eigentlich habe ich mich ja freigekauft von all den Zumutungen, die ein Fahrkartenautomat zu bieten hat, denn ich bin glücklicher Inhaber einer BahnCard100 und mit der fahre ich auch im Nahverkehr ohne zusätzliche Tickets. Aber jüngst reiste ich mit einem Kollegen von Köln nach Düsseldorf und als wir da so vor diversen Automaten versauerten, da fiel mir wieder ein, was ich schon verdrängt hatte: Bei den Kölner Verkehrsbetrieben kauft man seine Fahrkarte entweder am Automaten am Bahnsteig oder in Bus und Bahn selber. Dabei akzeptieren die Automaten am Bahnsteig auch Maestro-Kartenzahlung, aber nicht alle. Geldscheine nehmen die aber schon.

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In den Bahnen selber nehmen die Automaten nur Münzen. Und diese antiquierte Erfindung namens Geldkarte. Keine Geldscheine.

Egal, wo man die Tickets kauft, bei der KVB müssen die nicht mehr in der Bahn abgestempelt werden. Außer Streifenkarten. Dort sind vier Fahrten drauf. Das ist billiger.

Fährt man in Köln mit der S-Bahn (also die von der Deutschen Bahn betriebenen Schnellbahnen mit dem runden grünen Logo), muss man die Fahrkarten außerhalb der Bahn kaufen. An Bord gibt es keine Automaten. Fährt man mit einer Streifenkarte und will diese wie gewohnt in der Bahn abstempeln, dann steckt man in der Falle! Kommen dann Kontrolleure, sind gnadenlos 40 Euro fällig, denn abgestempelt werden müssen die Streifenkarten bei der S-Bahn bereits am Bahnsteig. Wie gesagt: alles in Köln, alles im selben Tarifsystem. Perfide, was? Das spült Schwarzfahrer-Geld in die öffentliche Kasse.

Will man ab Hauptbahnhof mit dem RegionalExpress nach Düsseldorf fahren, ist alles prima. Dann kann man vorher am Automaten angeben, wohin genau in Düsseldorf die Reise gehen soll und schon gilt eine Fahrkarte für Bus und Bahn in Köln und in Düsseldorf.

Entscheidet man sich aber mit einem Fernzug, also mit ICE oder IC, nach Düsseldorf zu fahren, wird es schlimm. Zwar gibt es die praktische City-Option bei der Fernfahrkarte, mit der man an Start- und Zielort auch den Nahverkehr nutzen kann. Zumindest wenn man Inhaber einer BahnCard 25 oder 50 ist. Aber das geht sowieso erst, wenn die Fernfahrt länger als 100 km lang ist. Leider liegt Düsseldorf gerade um die Ecke. Also ist erst eine verdammte separate Fahrkarte zum Hauptbahnhof Köln nötig. Die Fernzugkarte bekommt man am Schalter, per Handy, am Automaten oder auch an Bord. Letzteres kostet dann extra, aber immerhin geht das. Nicht so im RegionalExpress. Wer seine Karte dort an Bord kaufen will, ist ein Schwarzfahrer und wird entsprechend öffentlich gedemütigt.

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