Werner knallhart: Ridesharing = Carsharing ohne verdammte Parkplatzsuche

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kolumneWerner knallhart: Ridesharing = Carsharing ohne verdammte Parkplatzsuche

Kolumne von Marcus Werner

Carsharing ist in den großen Städten nichts Neues mehr. Jetzt steht der Feinschliff in den Systemen an. Einsteigen, Code eingeben, losfahren, parken: Das sind schon vier typische Problemquellen, die einen zur Weißglut treiben. Aber vielleicht kommt ja bald was Unkompliziertes: Ridesharing.

Ich habe kein Auto. Habe noch nie eins gehabt und will auch keins. Dafür habe ich vier zusätzliche Karten im Geldbeutel. Eine für Cambio Carsharing, eine für Flinkster, eine für DriveNow, eine für Car2Go.

Cambio gibt es schon seit vielen Jahren. Die alte Tante unter den Carsharing-Anbietern. Cambio kostet ganz altmodisch noch eine monatliche Grundgebühr und man kann das jeweilige Auto zum Beispiel nur an einem fest vorgebenden Parkplatz abgeben. Diese sind oft in schummrigen Tiefgaragen untergebracht, die nachts wie ausgestorben sind und selbst bei mir (Sie sollten mal meinen Bizeps fühlen) Beklemmungen auslösen.

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Seit einer lästigen Auseinandersetzung mit der Geschäftsstelle vor einigen Jahren versuche ich Cambio zu meiden. Denn seitdem habe ich Angst, für kaum feststellbare Mängel haften zu müssen, die andere verursacht haben. Seinerzeit bekam ich einen Anruf von der Zentrale, ob ich denn die Kratzer an die Ladekante des Kofferraums vom Smart verursacht hätte, ohne die zu melden. Ich sagte: "Ich habe den Kofferraum gar nicht benutzt."

Boom hält an Immer mehr Deutsche nutzen Carsharing

Der Trend zum "geteilten Auto" hält an. Immer mehr Deutsche entdecken Carsharing für sich. Der Bundesverband Carsharing zählt bereits 757.000 Kunden. Was macht Carsharing so beliebt?

Carsharing erfreut sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Quelle: dpa

"Dann hätten Sie aber bei der Schadenskontrolle vorab die Kratzer bemerken und melden müssen."

"Ich habe bei der Kontrolle keine Kratzer gesehen."

"Dann müssen Sie die Kontrolle sorgfältiger machen."

Ich war überzeugt, die Kontrolle bei den miesen Lichtverhältnissen so gut wie möglich erledigt zu haben. Weil ich befürchtete, dass mir die Kosten für die Beseitigung des Mangels auferlegt würden, fuhr ich mit dem Fahrrad zur Tiefgarage, und machte mit dem Handy Beweisfotos. Ich knipste das Heck des Smarts. Keine Kratzer zu sehen.

Als Reaktion bekam ich Tage später ein Foto des Hecks, aufgenommen bei hellem Tageslicht. Und wahrhaftig: Zoomte man das Foto kräftig heran, konnte man tatsächlich so etwas wie kleine Kratzer entdecken. Am besten wienert man den Lack vor dem Losfahren einmal ringsherum mit Polierwatte ab. Im Flutlicht. Dann sieht man jeden Mückenschiss und erspart sich Meckeranrufe. Zum Glück musste ich am Ende nicht bezahlen. Stattdessen gelangte ich versehentlich auf den Verteiler einer internen E-Mail zu unserem Streitfall:

"Hallo Thomas, dieser Kunde ist ein Paradebeispiel für einen schadenskontrollmüden Kunden..." Na, immerhin konnte ich noch als Paradebeispiel dienen. Aber hatte ich nicht gesagt, ich hatte kontrolliert, Menschenskinder? Cambio ist mir persönlich zu heikel.

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