Werner knallhart: Sollten Männer für Flugtickets weniger zahlen als Frauen?

kolumneWerner knallhart: Sollten Männer für Flugtickets weniger zahlen als Frauen?

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Müssen wirklich Männer für die genetischen Nachteile der Frauen einstehen und Frauen für die der Männer?

Kolumne von Marcus Werner

In Rio de Janeiro sah ich jüngst vor einem Café ein Schild: "Frühstücksbüffet Männer 39 Reais, Frauen 29 Reais". WAS? Wenn sowas konsequent zu Ende gedacht würde, ginge der Geschlechterkampf erst richtig los. Eine Kolumne.

Schon 2011 hat der Europäische Gerichtshof entschieden: Versicherungen müssen Unisex-Tarife anbieten. Günstigere Haftpflichtversicherungen für Autofahrerinnen (weil schlecht einzuparken für Versicherungen billiger ist, als machoprollig zu rasen) sind verboten.

Genauso dürfen Männer bei Renten-, Lebens- und Krankenversicherung nicht davon profitieren, dass sie im Durchschnitt kürzer leben als Frauen.

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Aber ist das gerecht? Müssen wirklich Männer für die genetischen Nachteile der Frauen einstehen und Frauen für die der Männer? Auch, wenn sie nicht miteinander verheiratet sind?

Preisunterschiede Frauen bezahlen mehr für Produkte und Dienstleistungen

Frauen zahlen jedes Jahr rund 1300 Dollar mehr als Männer für die gleichen Produkte. Selbst bei Kinderspielzeug ist rosa teurer als blau. Vereinzelt wird gegen geschlechtsspezifischen Preisunterschiede vorgegangen.

Rosa ist teurer als Blau - sowohl bei Produkten als auch Dienstleistungen. Quelle: AP

Jemand mit einer chronischen Krankheit bekommt beim Eintritt in eine private Krankenversicherung auch nicht den Schnäppchen-Tarif. Er kann da nicht auf die Solidarität der anderen Versicherten pochen.

Und Speditionen zahlen alleine Maut - dafür, dass ihre Lastwagen die Autobahnen kaputt fahren. Keine Solidarität zwischen Lkw und Pkw.

Was wäre, wenn wir die Solidarität auch zwischen den Geschlechtern aufkündigen würden?

Teilweise hat es ja schon begonnen. Oft zum finanziellen Nachteil der Männer! Frauen kommen kostenlos in Clubs und nutzen Flirt-Apps für lau. Alles querfinanziert von den Männern. Die heterosexuelle Balz-Industrie hat das Gleich-Gleich also schon in den Wind geschossen.

Aber das zählt nicht. Denn das Argument der Anbieter: Wenn Frauen zahlen müssten, wären keine hier. Männer erkaufen sich also mit dem Glück der Frauen ihr eigenes.

Aber gucken wir auf Rio. Das Büffet.

Der durchschnittliche Mann hat einen täglichen Energie-Grundverbrauch (also für das schlichte Am-Leben-Bleiben mit Herzschlag, Körpertemperatur und so) von 1900 kcal. Frauen 1300 kcal. Frauen kommen also mit 31,6 Prozent weniger über die Runden als Männer. Unterstellt, dass Frauen folglich auch 31,6 Prozent weniger essen, kommt das Brasilianische Café den Frauen mit einem Rabatt von 25 Prozent noch nicht einmal voll entgegen. Aber immerhin: Wer weniger konsumiert, spart Geld.

Das ist gar nicht so absurd: Die kleine Smartwatch von Apple für das zierliche Damenhandgelenk kostet zum Beispiel auch 11 Prozent weniger als die klobigere für den brachialen Männerarm.

Da können wir Männer froh sein, dass Frauen uns noch unsere größeren Füße subventionieren, wenn sie für Schuhe Größe 38 den gleichen Preis bezahlen, wie wir Männer für Größe 45. Trotz des ungleichen Materialverbrauchs. Das Gleiche gilt für Jeans und T-Shirts.

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