Werner knallhart: Starbucks: Früher unsere Rettung, heute nur sauteuer

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kolumneWerner knallhart: Starbucks: Früher unsere Rettung, heute nur sauteuer

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Kaffeebecher mit dem Firmenlogo: Starbucks wächst im vierten Quartal weiter.

Kolumne von Marcus Werner

Kaffee aus Gläsern und Toastbrote mit lustigen italienischen Namen sind längst Standard. Nachmacher haben die Idee von Starbucks zuerst gnadenlos kopiert, dann eigenwillig fortentwickelt. Der Pionier sieht alt aus.

Es war vor exakt zehn Jahren, ich weiß es noch genau. Da verließ ich mit einem Freund das Fitnessstudio, als er mich fragte: „Hast du noch Lust auf einen Kaffee oder Chai latte?“

„Was ist das denn?“

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„Kennst du das nicht? Ein heißer Gewürztee mit Milch. Gibt es bei Starbucks.“

Kannte ich nicht. Ich kam mir blöd vor. Wie konnte dieser Trend an mir vorbeigehen?

Kurz darauf besichtigte ich eine Aktion von Verpackungs-Künstler Christo im New Yorker Central Park. Es schneite und war beißend kalt. Und der heiße Chai Latte von Starbucks war meine Rettung. Ich war wieder modern.

Starbucks war damals eine wahre Kulturrevolution für uns Deutsche. Da mussten erst die Amerikaner kommen, um uns Mitteleuropäern den abgestandenen Filterkaffee auszutreiben. Den aus der Maschine mit dem hängenden Filter und Warmhalteplatte.

Und das mit dem Austreiben taten sie mit System. In der Fernsehserie „Friends“ wurde vorgelegt. Da trafen sich die Freunde immer im Café Central Perk. Und da standen tatsächlich Sofas für die Gäste bereit. In einem Café! Wo gab es denn bei uns sowas?

Antwort: nirgends. Cafés hatten Tische und Stühle. Vielleicht mal eine Eckbank. Aber doch keine Couch oder Ohrensessel. In Soho und im Village in Manhattan, da fand ich 2005 die alten Vorbilder für diese Art von Cafés. Keine Ketten, sondern inhabergeführte kleine Wohnzimmer für Kaffeedurstige. Mit von innen beschlagenen Glas-Vitrinen voller Muffins und Cheesecakes. Mit dunkelroten, unverputzten Backsteinwänden.

Überall Crema und Milchschaum

Und dieses fantastische Gefühl von neuer urbaner Gemütlichkeit verdanken wir hier in Deutschland: Starbucks. Die Kette aus Seattle trieb uns das „auf der Terrasse nur Kännchen“ gehörig aus. In Büros wurden die Filterkaffee-Pumpkannen ersetzt durch Espressomaschinen mit Milchaufschäumer. Selbst an Tankstellen ging plötzlich nicht mehr weniger als „Ladde Matschiatto“. Bei Ikea, am Kiosk, am Kaffee-Münzautomaten, am U-Bahn-Steig: überall Crema und Milchschaum. Bei Saturn, Aldi und Edeka wurden plötzlich palettenweise Coffeepad-Maschinen verscheuert. Nicht sonderlich lecker, aber besser als vorher.

Wer nicht wusste, was er der Kollegin zum 40. schenken sollte, griff zum Milchaufschäumer - je nach Sympathie die für fünf Euro (schraubenziehergroß mit Batterien drin, hielten vier Wochen) oder die für fünfzig Euro (bierkruggroß, elendige Sauerei programmiert).

So funktioniert das Franchise-System

  • Was Franchising bedeutet

    Beim Franchisesystem läuft das Geschäft über rechtlich selbstständige Unternehmer. Diese Franchisenehmer dürfen gegen Gebühr das Geschäftskonzept eines Franchisegebers nutzen, bestimmte Markennamen verwenden, Produkte herstellen und vertreiben. Der Franchisegeber erspart sich so den Aufbau eines eigenen Vertriebsnetzes.

    Quelle:dpa

  • Woher es kommt

    Die Idee des Franchising (englisch für: „eine Konzession geben“) stammt aus den USA. Der Franchisegeber unterstützt seine Partner auch beim Aufbau und der Führung des Betriebs. Anders als beim Filialsystem tragen beim Franchising die jeweiligen Unternehmer vor Ort das unternehmerische Risiko.

  • Wer es macht

    Nach Angaben des Deutschen Franchise-Verbandes gab es 2013 bundesweit 76.500 Franchisenehmer mit insgesamt 525.000 Beschäftigten. Die bekanntesten Beispiele finden sich in der Gastronomie wie McDonald's oder Burger King.

Dann kam die Soja-Milch, die laktosefreie Milch, die fettarme Milch, die praktisch fettfreie Milch, die Hafermilch, die Mandelmilch, die Vorzugsmilch.

Und es kam die Zeit der braunen Kunstledersessel. Costa, Einstein, Woyton, Coffee Fellows, Ritazza, Balzac, Caras und und und. Alle nach demselben Prinzip: Schickimicki-Kaffee-Namen, drei Größen, Muffins, Panini, bezahlen hier, Tasse abholen zwei Meter nebendran, selbst wenn man der einzige Kunde ist. Wir haben uns das bieten lassen. Weil es so neu und lecker war.

Doch wie das so ist mit Moden: irgendwann wurde auch diese albern. Spätestens als die Teenie-Bengel hinter dem Tresen die Bestellung „einen Milchkaffee bitte“ nicht mehr deuten konnten, da wurde mir klar: Das geht nicht auf Dauer gut.

Einmal bestellte ich in einem Kölner Restaurant: „Zwei Espressos bitte.“ Da sagte der Kellner: „Zwei Espressi, gerne“. Ich sagte: „Nein, zwei Espressos und für Sie einen Duden. Ich will den Espresso hier in Köln, nicht in Rom.“ Ich war irgendwie dünnhäutig an jenem Abend.

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